Beim Masters-Cup in Cuxhaven durfte Mika Jungclaus (l.) schon Profiluft schnuppern: An der Seite von Bundesliga-Schiedsrichter Robert Schröder und Drittliga-Schiri Marco Scharf (r.) leitete er die Partien. Seit dieser Saison ist Jungclaus selbst als Schiedsrichter-Assistent in die 3. Liga aufgestiegen. Foto: Unruh
Beim Masters-Cup in Cuxhaven durfte Mika Jungclaus (l.) schon Profiluft schnuppern: An der Seite von Bundesliga-Schiedsrichter Robert Schröder und Drittliga-Schiri Marco Scharf (r.) leitete er die Partien. Seit dieser Saison ist Jungclaus selbst als Schiedsrichter-Assistent in die 3. Liga aufgestiegen. Foto: Unruh
Fußball

Pfiff statt Torschuss: Lamstedter Schiedsrichter auf dem Weg nach oben

von Jan Unruh | 30.09.2025

Mit 24 Jahren pfeift der Lamstedter Mika Jungclaus bereits in der Regionalliga, steht bei Drittligaspielen an der Linie und gehört zum DFB-Perspektivteam. Sein Weg vom unsicheren Jungschiedsrichter zum ambitionierten Talent ist bemerkenswert.

Fußball ist seine Leidenschaft. Auch wenn Mika Jungclaus selbst nicht gegen den Ball tritt, steht er fast jedes Wochenende auf dem Sportplatz. Der 24-jährige Lamstedter ist Schiedsrichter. Mittlerweile einer der besten Deutschlands. Seit dieser Saison steht er als Assistent an der Linie von Drittligaspielen, selbst pfeift er bis zur Regionalliga. "Ich bin immer am Ball geblieben", sagt Mika Jungclaus über seine steile Karriere als Schiedsrichter. 

Mit 15 Jahren kam er erstmals mit dem Schiedsrichterwesen in Berührung. Selbst spielte er in der Jugend der JSG Börde Lamstedt Fußball. Dann absolvierte er seinen ersten Lehrgang in Nordholz, machte anschließend den Schiedsrichterschein. An sein erstes Spiel an der Pfeife erinnert er sich noch ganz genau. Das war mit 15 Jahren. Seine Mutter fuhr ihn nach Bad Bederkesa. Er pfiff ein C-Jugend-Pokalspiel. "Ich war so krass unsicher", sagt Jungclaus heute. Rund eineinhalb Jahre spielte er selbst noch Fußball und stand außerdem als Schiedsrichter auf dem Platz. Dann musste er sich für einen Weg entscheiden. Es wurde die Schiedsrichterei. "Nach den ersten Spielen hab ich schon öfter gedacht, dass Fußballspielen cooler ist", sagt er. Doch Jungclaus blieb der Pfeife treu - auch weil zwei seiner besten Freunde, Jonas Behrens und Bennet Studte, schon ein paar Jahre zuvor denselben Weg eingeschlagen hatten. "Das war mein großes Glück", sagt Mika Jungclaus. Im Nachhinein eine weise Entscheidung, denn der ehrgeizige BWL-Student hat eine steile Karriere hingelegt. Neben seinem Aufstieg in die 3. Liga gehört er auch zum Perspektivteam des DFB. Als einer von nur 27 Schiedsrichtern aus ganz Deutschland. Anfang dieser Saison feierte er sein Debüt im Profifußball. Er stand an der Linie beim Spiel des SV Wehen Wiesbaden gegen Rot-Weiss Essen. "Eine coole Ansetzung und ein ziemlich wildes Spiel", sagt Jungclaus. Die Partie endete 3:4. "Für mich war es zum Glück ein relativ ruhiger Abend an der Linie. Die kniffligen Situationen waren auf der anderen Seite", sagt der 24-Jährige. Es war ein dankbarer Start für Mika Jungclaus. Sein Ziel für die nächste Zeit: Er möchte sich im Perspektivteam etablieren und gerne mal selbst ein Drittligaspiel pfeifen.

Mika Jungclaus pfeift seit zehn Jahren Fußballspiele - mittlerweile bis zur Regionalliga. Foto: Unruh

"Ich denke gar nicht so langfristig", sagt Jungclaus. "Aber natürlich wäre es ein Traum, irgendwann mal in der Bundesliga zu pfeifen", so der 24-Jährige weiter. Daran verschwendet er aktuell aber keine Gedanken. Er möchte einfach kontinuierlich Leistung zeigen, denn allein der Sprung als Schiedsrichter in Liga drei ist gewaltig. Der Aufwand ist viel höher. Jungclaus muss zu den Spielen einen Tag vorher anreisen. All das muss er mit seinem dualen Studium in Einklang bringen. Ein halbes Jahr studiert er in Lüneburg BWL, das andere halbe Jahr arbeitet er in Bremen bei einem großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Wohnhaft ist er mittlerweile in Hamburg. In seiner Heimat in Lamstedt ist er nur noch selten. Dennoch pfeift er offiziell noch für seinen Heimatverein. Das soll auch so bleiben. Jungclaus hat seine Leidenschaft gefunden. Er freut sich auf die Spiele. Dass er nun vor teilweise mehreren tausend Zuschauern an der Linie steht und Entscheidungen treffen muss, gehört dazu. Das ein oder andere unflätige Wort von der Tribüne auch. "Es ist oft viel schlimmer, auf irgendeinem Kreissportplatz zu pfeifen, als vor mehreren tausend Fans im Stadion", sagt er.

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Jan Unruh

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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