Alarmknöpfe für Diensträume und Sicherheitssystem für Außendienst der Stadt Cuxhaven
Ein Gedanke beherrscht seit dem 29. Juni, dem Tag der schrecklichen Gewalttat mit sechs Toten in Stade, die Gedanken in den Behörden: Könnten und müssten wir noch mehr für die Sicherheit unserer Leute tun? So macht es die Stadt Cuxhaven.
Der tödliche und vorher unvorstellbare Angriff auf sechs Mitarbeiterinnen von Behörden und einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade ist wohl in keiner Behörde des Landes unberührt aufgenommen worden. Dabei ist die Sicherheitsfrage neuerlich in den Vordergrund gerückt. Wir haben die Stadt Cuxhaven gefragt, wie sie dabei vorgeht und ob sich jetzt etwas ändert.
Konzept muss laufend weiter betrachtet und erweitert werden
"Die Sicherheit der Mitarbeitenden hat für die Stadt Cuxhaven oberste Priorität. Die tragischen Ereignisse in Stade machen erneut deutlich, wie wichtig wirksame Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind. Die Stadt Cuxhaven nimmt dieses Thema daher nicht erst seit den aktuellen Geschehnissen sehr ernst: Sicherheitsstandards und -maßnahmen werden seit Jahren regelmäßig überprüft, kontinuierlich weiterentwickelt und bei Bedarf an aktuelle Anforderungen angepasst", berichtet Pressesprecher Marcel Kolbenstetter auf Anfrage unseres Medienhauses.
Dabei arbeite die Stadt in engem und kontinuierlichem Austausch mit der Polizeiinspektion Cuxhaven zusammen. Im Rahmen der Amtshilfe würden bestehende Sicherheitskonzepte fortlaufend überprüft und weiterentwickelt, um den Schutz der Mitarbeitenden bestmöglich sicherzustellen.
Meldesystem für Mitarbeitende im Außendienst
Kolbenstetter: "Bereits heute kommen in verschiedenen Bereichen zahlreiche Schutzmaßnahmen zum Einsatz. So sind beispielsweise Mitarbeitende im Außendienst mit mobilen Sicherheitsmeldern ausgestattet, um in Gefahrensituationen umgehend Einsatzkräfte alarmieren zu können. Darüberhinaus werden derzeit alle Büroarbeitsplätze der Stadtverwaltung schrittweise mit technischen Alarmknöpfen ausgestattet, damit im Bedarfsfall schnell und unauffällig Hilfe angefordert werden kann."
In besonders sensiblen Bereichen erfolgten persönliche Gespräche ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung. Ein unkontrollierter Zugang zu den Büroräumen der Mitarbeitenden werde dadurch verhindert. Ergänzend ermöglichten Verbindungstüren zwischen Büros mit Publikumsverkehr eine schnelle gegenseitige Unterstützung in Konfliktsituationen. Darüber hinaus würden einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - unter anderem durch Deeskalationstrainings - auf herausfordernde Situationen vorbereitet und entsprechend sensibilisiert.

Die Stadt Cuxhaven verfolge gegenüber Beleidigungen, Bedrohungen oder anderen Formen von Gewalt gegen ihre Mitarbeitenden eine konsequente Null-Toleranz-Strategie. Verbale, körperliche oder persönliche Anfeindungen würden ausnahmslos zur Anzeige gebracht und, sofern die rechtlichen Voraussetzungen vorlägen, Hausverbote ausgesprochen.
Abschottung soll nicht die Lösung sein
Gleichzeitig müsse es gelingen, weiter Offenheit und Begegnung zu leben: "Die Stadt Cuxhaven ist sich ihrer Verantwortung als bürgernahe Verwaltung bewusst. Die städtischen Einrichtungen sind bewusst offene Anlaufstellen für die Bürgerinnen und Bürger und sollen dies auch künftig bleiben. Daraus ergibt sich die tägliche Herausforderung, größtmögliche Zugänglichkeit und Serviceorientierung mit einem hohen Maß an Sicherheit für die Beschäftigten in Einklang zu bringen. Diese Gratwanderung erfordert eine kontinuierliche Abwägung und die fortlaufende Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen. Ziel ist es, den offenen Charakter der Verwaltung zu bewahren, ohne Kompromisse beim Schutz der Mitarbeitenden einzugehen", hieß es.
Diese leisteten täglich einen wichtigen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger und hätten mit Recht den Anspruch auf ein sicheres Arbeitsumfeld. Die Stadt Cuxhaven werde deshalb auch künftig alles in ihrer Verantwortung Stehende tun, um ihre Beschäftigten bestmöglich zu schützen. Gleichzeitig setze sie auf einen respektvollen Umgang zwischen Verwaltung und Bevölkerung.
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