Lukas Tamm belgte beim Melkwettbewerb auf Landesebene den dritten Platz. Foto: Jonas Rademacher
Lukas Tamm belgte beim Melkwettbewerb auf Landesebene den dritten Platz. Foto: Jonas Rademacher
Ein Preis bestätigt ihn

Bauernhof statt Mathe-Studium: 21-jähriger Cuxhavener lebt für die Landwirtschaft

von Denice May | 08.04.2023

Eigentlich wollte Lukas Tamm aus Cuxhaven-Altenbruch Mathe studieren. Doch sein Weg hat ihn nach dem Abitur in die Landwirtschaft geführt. Dass das genau das Richtige für ihn ist, zeigt sich unter anderem durch einen jetzt erreichten dritten Platz.

Er gehört zu den besten Jungmelkern Niedersachsens: Lukas Tamm aus Altenbruch. Der 21-Jährige hat den dritten Platz beim Wettmelken am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem belegt und damit sein ausgeprägtes Wissen rund um die Milcherzeugung bestätigt. Dabei war bis kurz vor seinem Abitur noch gar nicht sicher, ob er überhaupt in die Landwirtschaft will.

Lukas Tamm ist mit der Landwirtschaft groß geworden. Denn seine Familie besitzt einen eigenen Betrieb mit Milchvieh, Aufzucht, Weiterzucht, Mastzucht und Pferdezucht. Es liegt also nahe, dass der junge Altenbrucher irgendwann den Hof übernehmen wird. Doch Lukas selbst war sich da bis vor einiger Zeit selbst noch gar nicht so sicher: "Eigentlich wollte ich ein Mathematik-Studium machen. Mathe war mein Lieblingsfach und ich hatte da einfach Lust zu", erklärt der ehemalige Schüler des Amandus-Abendroth-Gymnasiums. Doch umso länger er auf dem elterlichen Hof mithalf und in die Arbeitsabläufe involviert wurde, desto mehr wurde ihm klar, dass das sein Wunschberuf ist.

Spontan zur Ausbildung entschieden und nicht bereut

Im Sommer 2021 begann der Abiturient deshalb seine Ausbildung zum Landwirt. "Ich habe das spontan entschieden und nicht bereut. Alles, was ich auf den verschiedenen Betrieben lerne, kann ich auch auf unserem Hof zu Hause anwenden - und das macht richtig Spaß." Seine ersten praktischen Erfahrungen innerhalb der Ausbildung hat Lukas bei einem Betrieb nahe Beverstedt gesammelt. Aktuell arbeitet er auf dem Hof "Freitag" in Hippstedt. "Der Beruf Landwirt ist sehr vielseitig und man lernt alles zum Thema Tiere, arbeitet mit ihnen den ganzen Tag zusammen, lernt was über das Futter - eben über den ganzen Kreislauf. Mein Nachfolger kann sich auf die Ausbildung hier auf dem Betrieb freuen", schwärmt der 21-Jährige. Die Wahl diese Ausbildung zu machen und nicht, wie erst geplant, studieren zu gehen, war also genau die richtige Entscheidung für Lukas Tamm. Landwirtschaft scheint eben sein Ding zu sein. Das beweist auch sein gutes Abschneiden kürzlich beim Melkwettbewerb auf Landesebene.

Dritter Platz beim Landesmelkwettbewerb

Nachdem er zuvor den Wettbewerb seiner Berufsschule in Schiffdorf als einer der drei Besten absolviert hatte, ging es für ihn zum erweiterten Wettbewerb mit den besten Melkern der anderen Berufsschulen wie Cadenberge und Stade. "Von den 15 Teilnehmern habe ich den zweiten Platz gemacht und durfte deshalb zum Landesentscheid der Landwirtschaftskammer Niedersachsen." Der fand in Echem (Landkreis Lüneburg) statt. Hier war zuerst theoretische Wissen gefragt: Aus einem Pool von etwa 300 Fragen wurden 20 Fragen rund um die Kuh und den Themenbereichen Milcherzeugung, Gesundheit und Rechtslage ausgewählt, die von den Jungmelkern beantwortet werden mussten. Anschließend mussten die Teilnehmer ihr Wissen und Können in Hygiene und Milchqualität unter Beweis stellen, ehe es für sie an den Melkstand ging. Hier mussten sechs Kühe gemolken werden und danach ein Eutergesundheitstest (Milchzelltest) durchgeführt werden.

"Es wird außerdem darauf geachtet, wie man mit der Kuh umgeht. Man muss sorgfältig mit den Tieren umgehen, um die Menge und Qualität zu bekommen, die man sich wünscht. Der Umgang wirkt sich nämlich auf die Qualität aus", weiß Lukas Tamm, der erklärt, welche Mission mit dem Wettbewerb verfolgt wird: "Es gibt ja mittlerweile auch Roboter, die die Arbeit übernehmen. Mit dem Wettbewerb möchte man, dass das Handwerk verinnerlicht wird. Das Melk-Handwerk darf nicht verloren gehen."

Klarer Plan für die Zukunft steht schon

Als Drittplatzierter konnte sich Lukas nicht direkt für den Bundeswettbewerb qualifizieren, würde sich aber freuen, wenn er als Nachrücker teilnehmen dürfte. "Dann würde ich natürlich mein bestes geben." Im Sommer ist der 21-Jährige mit seiner Ausbildung fertig, möchte anschließend die Fachschule besuchen, ein Praxisjahr absolvieren und den Meister machen. Und dann? Wird er den elterlichen Hof irgendwann übernehmen? "Landwirtschaft ist meine Leidenschaft und ich möchte den Hof irgendwann übernehmen." 

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Denice May

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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