Die Cuxhavener Profiköchin Anne Brandes freut sich auf ihre Teilnahme bei der Kochshow „The Taste“. Foto: Larschow
Die Cuxhavener Profiköchin Anne Brandes freut sich auf ihre Teilnahme bei der Kochshow „The Taste“. Foto: Larschow
Profiköchin aus Altenbruch

"Hatte immer Bammel": Köchin aus Cuxhaven ist im Fernsehen bei "The Taste" dabei

von Tim Larschow | 25.10.2025

Die Cuxhavenerin Anne Brandes wagt den Schritt ins Rampenlicht: Mit einem einzigen Löffel will die Profiköchin aus Altenbruch die Jury bei "The Taste" überzeugen. Doch der Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich.

Ein Löffel, viel Geschmack, ein Traum: Wenn am Mittwoch (29. Oktober 2025) um 20.15 Uhr auf Sat.1 die nächste Folge der Kochshow "The Taste" ausgestrahlt wird, entscheidet sich, ob die Cuxhavener Profiköchin Anne Brandes es in eines der Teams schafft.

Bei dem beliebten TV-Format treten Hobby- und Profiköche gegeneinander an - mit dem Ziel, die Jury mit einem einzigen perfekt angerichteten Löffel zu überzeugen. 30 Talente kämpfen um 16 Plätze, die begehrten Teamplätze von Sterne-Köchinnen und -Köchen wie Alexander Herrmann oder Tim Raue.

Anne Brandes ist inzwischen wieder in Cuxhaven zu Hause. Foto: Fischer

Vom Nordseestrand ins Fernsehstudio

Für Anne Brandes ist die Teilnahme an der Show ein Herzensprojekt. Die 29-Jährige aus Altenbruch arbeitet derzeit im Café Löwenzahn ihrer Eltern mit, nachdem sie zuvor in Hamburg bei Starköchin Cornelia Poletto tätig war. "Jeder kennt The Taste - aber ich hatte immer Bammel, mich zu bewerben. Man kann sich da ja auch ordentlich zum Affen machen", erzählt sie mit einem Lachen.

Anne Brandes bei Staffel 14 von The Taste. Foto: Joyn /Benedikt Müller

Doch in diesem Jahr passte einfach alles. "Ich dachte mir: jetzt oder nie. Ich wusste nur nicht, wie so ein Bewerbungsprozess abläuft." Und der hatte es in sich: Bewerbungsunterlagen, Rezeptentwicklung, ein Kochvideo - und schließlich ein Probekochen in Berlin, lange bevor im Juni die eigentlichen Dreharbeiten in den Münchener Bavaria Studios starteten.

"Beim Probekochen haben wir noch auf Tellern gekocht, nicht auf Löffeln. Danach hieß es warten - und irgendwann kam dann kurz vor dem Dreh die Zusage", erinnert sich Brandes. Es gab Tausende Bewerberinnen und Bewerber für die Teilnahme.

Stefan und Anne Brandes waren in diesem Monat die prominenten Gastköche in der Bürgerküche Cuxhaven. Foto: Bürgerküche

Von der Sprachwissenschaft zur Sterneküche

Ihre Liebe zum Kochen hat die junge Köchin schon früh entdeckt - wenn auch eher zufällig. "Bei uns zu Hause wurde immer frisch gekocht, das hat mich geprägt. Ich habe auch schon immer gerne selbst gekocht", sagt sie. Kein Wunder: Ihr Vater hatte das Restaurant Spanger Buernstuv, ihre Mutter erfüllte sich mit dem Café Löwenzahn in Altenbruch einen Traum, wo heute auch Kochkurse und Menüabende stattfinden.

Heike Brandes erfüllte sich mit dem Café Löwenzahn in Altenbruch einen Traum. Foto: Brocks

Zunächst schlug Anne aber einen ganz anderen Weg ein. Nach dem Abitur am Amandus-Abendroth-Gymnasium begann sie, Sprachwissenschaften und Germanistik zu studieren. "Ich liebe Bücher und das Lesen und hatte damals meine Schriftsteller-Phase." Doch schnell merkte sie, dass sie etwas Handwerkliches machen wollte. Also begann sie 2019 parallel zum Studium eine Ausbildung zur Köchin im Ameron Hotel Speicherstadt in Hamburg - und fand ihre Berufung.

Schon kurz nach ihrer Ausbildung machte Anne Brandes in der Szene auf sich aufmerksam: 2023 gewann sie den "Next Chef Award" und wurde als beste Nachwuchsköchin Deutschlands ausgezeichnet. Das brachte ihr nicht nur ein eigenes Kochbuch, sondern auch die Aufmerksamkeit von Mentorinnen wie Cornelia Poletto, bei der sie anschließend eineinhalb Jahre arbeitete.

Anne Brandes mit einem Exemplar ihres Kochbuch-Debüts "Einfach kochen". Foto: Koppe

Heute lebt Anne Brandes wieder in Altenbruch - und genießt die Nähe zur Familie und zum Meer. "Ich habe in Hamburg bei Cornelia Poletto viel gelernt, aber Cuxhaven ist mein Zuhause. Viele meiner Freunde kehren auch zurück. Irgendwann möchte ich hier etwas Eigenes aufbauen - vielleicht eine kleine Kochschule", sagt sie.

Doch zunächst zählt nur eines: der Einzug in die nächste Runde bei "The Taste". Denn wer es bis ins Finale schafft, hat die Chance auf 50.000 Euro, den "The Taste"-Pokal und ein eigenes Kochbuch.

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