Bei "Sehleuten" und Hochzeitspaaren beliebt: Der Museumsleuchtturm "Dicke Berta" ist ein beliebtes Ausflugsziel. Vor 40 Jahren - am 1. März 1983 - wurde das Seezeichen außer Dienst gestellt. Foto: Mangels
Bei "Sehleuten" und Hochzeitspaaren beliebt: Der Museumsleuchtturm "Dicke Berta" ist ein beliebtes Ausflugsziel. Vor 40 Jahren - am 1. März 1983 - wurde das Seezeichen außer Dienst gestellt. Foto: Mangels
Seezeichen

Vor 40 Jahren: Als der Leuchtturm "Dicke Berta" in Altenbruch in Rente ging

von Christian Mangels | 28.02.2023

Mit weißem Bauch und schwarzer Mütze streckt er sich dem blauen Himmel entgegen, die Füße fest im Deich verankert: Die Rede ist vom Leuchtturm "Dicke Berta" in Altenbruch. Vor 40 Jahren - am 1. März 1983 - wurde das Seezeichen außer Dienst gestellt.

"Dicke Berta" - zugegeben, ein seltsamer Name für einen Leuchtturm, denn besonders voluminös sieht das Bauwerk gar nicht aus. Den Cuxhavenern ist das Seezeichen jedenfalls sehr ans Herz gewachsen, auch wenn es schon seit 1983 nicht mehr in Betrieb ist.

Die Geschichte des 13 Meter hohen Leuchtturms reicht bis ins Jahr 1897 zurück. Weil der Schiffsverkehr auf der Nordsee damals immer mehr zunahm und die bereits bestehenden Leuchttürme und Baken nicht mehr ausreichten, wurden drei neue Türme gebaut, die "Schlanke Anna" in Groden als Oberfeuer mit den Unterfeuern in Neufeld und Altenbruch. Der an der Altenbrucher Hafeneinfahrt errichtete Leuchtturm wurde am 25. November 1897 in Betrieb genommen.

Im Jahr 1914 ergaben sich Veränderungen in der Fahrrinne, wodurch sich das Leuchtfeuer in Altenbruch nicht mehr an der richtigen Stelle befand. Es musste 1916 mithilfe einer provisorischen Rampe um einige Meter verschoben werden. Außerdem bekam der Turm bei diesen Arbeiten das heutige Aussehen, allerdings noch nicht die schwarze "Mütze". Am 2. Mai 1919 wurde der Turm wieder in Dienst gestellt und ab diesem Zeitpunkt im Volksmund "Dicke Berta" genannt. Ab 1968 wurden die Leuchtfeuer an der Niederelbe überarbeitet und modernisiert, um mit neuer Technik und automatischem Betrieb ohne Leuchtturmwärter auszukommen. Am 1. März 1983 wurde die Lampe des zuletzt noch als Quermarkenfeuer genutzten Turmes abgeschaltet.

Dem alten Leuchtturm hat die letzte Stunde geschlagen

Das Cuxhaven Journal berichtete unter dem Titel "Altem Leuchtturm hat die letzte Stunde geschlagen" im Februar 1983: "Einer der letzten noch mit einem Wärter besetzten Leuchttürme an der deutschen Nordseeküste wird in diesen Tagen zum letzten Mal seine Lichtsignale über die weite Elbmündung strahlen lassen: Der Leuchtturm an der Altenbrucher Schleuse soll außer Betrieb genommen werden. Ein modernes, ferngesteuertes und fernkontrolliertes neues Feuer hat die Aufgaben des kleinen stählernen Turms auf dem Deich schon übernommen."

Das Cuxhaven Journal begleitete den letzten Leuchtturmwärter Gustav Bendick kurz vor der Außerdienststellung der "Dicken Berta" bei einem Rundgang. Der Turm habe über viele Jahre seinen "Lebensrhythmus, den Ablauf fast jeden Tages, mitbestimmt", wurde Bendick melancholisch. "Manche Erinnerung knüpft sich an die Nächte auf dem Turm."

Dass der Leuchtturm "Dicke Berta" heute noch steht, hat er dem Engagement von tatkräftigen Altenbruchern zu verdanken. Sie haben sich den Abriss- und Verschrottungsplänen des Wasser- und Schifffahrtsamtes erfolgreich widersetzt. Am 18. August 1983 stellte das niedersächsische Verwaltungsamt in Lüneburg das Bauwerk unter Denkmalschutz. Zur Erhaltung des Leuchtturmes gründete sich am 8. November 1983 der Förderverein Dicke Berta, dessen Mitglieder sich liebevoll und unermüdlich um den schwarz-weißen Turm kümmern. Seit 2002 kann die "Berta" zwischen Ostern und September besichtigt werden. Das Cuxhavener Standesamt führt dort regelmäßig Trauungen durch.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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