Hafenzubringer in Cuxhaven: Altenbruch fürchtet um wichtige Verkehrsverbindung
Wie wird sich die Hafenenwicklung lokal auswirken? Im Ortsrat ging es schwerpunktmäßig um die Zukunft der Alten Marsch als traditionelle Ost-West-Achse.
Welchen Preis zahlen Altenbrucherinnen und Altenbrucher bei der geplanten Hafenentwicklung? Diese Frage schwang in einer Diskussion mit, die sich im Ortsrat unter dem Tagesordnungspunkt "Sachstand Brückenplanung" entspann. Inwieweit eine bis dato über die Alte Marsch gewährleistete Verkehrsanbindung bestehen bleibt, wollten Ortsratsmitglieder von den Vorhabensträgern wissen.
Zunächst ging es im "Blauen Salon" (Sitzungsraum der Villa Gehben) um das Herzstück der Planungen, den Bau des aus Schwerlaststraße und -brücke bestehenden Hafenzubringers: In der Rolle der Vorhabensträger skizzierten Sebastian Post (Stadt Cuxhaven) und Christian Landwehr (Cuxhavener Hafen Entwicklungsgesellschaft) die in Folgemonaten vorgesehenen Schritte zur Bauvorbereitung. Sie kamen dabei darauf zu sprechen, dass die Alte Marsch im Kreuzungsbereich der geplanten Trasse nicht mehr passierbar sein werde - sobald die Bauarbeiten dort ab Anfang 2027 an Fahrt gewinnen. Benutzt werden könne die historische (und in diesem Teil denkmalgeschützte) Kopfsteinpflasterstraße dann nur noch bis zu besagtem, in Richtung Bahnlinie auf eine Höhe von circa zwölf Meter ansteigenden Dammbauwerk.
Wegführung ist eine Frage der künftigen Nutzung
Wie es nach der Bauphase mit einer Querung aussehe, versuchte Michael Habben (CDU) in Erfahrung zu bringen. Seine Frage zielte nicht allein auf einen Überweg, sondern auch auf die Zukunft der heute bestehenden Verbindung in Richtung Groden ab, die in der 90. Änderung des Flächennutzungsplans "Südlich der Baumrönne" nach wie vor als gepunktete Linie zu erkennen ist.
Diese "Punktreihe" - sie verläuft durch ein zu beiden Seiten des neuen Hafenzubringers geplantes Gewerbegebiet - ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Geregelt werden wird die Frage von Straßen oder Wegverbindungen im künftigen, 130 Hektar umfassenden Gewerbegebiet nämlich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Post sprach von fallbezogen erstellten Bebauungsplänen und schloss divergierende Interessenlagen nicht aus. Andererseits sei die Alte Marsch eine seit dem Mittelalter bestehende Ost-West-Achse. "Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir das nicht berücksichtigen würden", fügte der Stadtentwickler in Hinblick auf eine von Altenbruchern gewünschte Verbindung hinzu.
Altenburg: "Haben nie rumgezickt"
Dem Ortsratsmitglied Peter Altenburg (Die Cuxhavener) klangen solche Aussagen zu vage. "Es gibt einen Antrag des Ortsrates, aus dem klar hervorgeht, dass wir so etwas wünschen", unterstrich Altenburg auf das Thema Querung bezogen. Er wies außerdem darauf hin, dass sich das Gremium in der Vergangenheit sehr kooperativ gezeigt habe. "Wir haben da nie rumgezickt", bekräftigte der stellvertretende Ortsbürgermeister, der befürchtet, dass Interessen der Altenbrucher Bürgerinnen und Bürger hintenanstehen könnten - sobald ein Interessent Bedarf an der gesamten (durchgängig nutzbaren) Gewerbefläche anmeldet. "Dann ist der Grüngürtel das nächste, was kippt", prognostizierte Altenburg mit Blick auf eine sich westlich des künftigen Gewerbegebiets vorgesehene "grüne Fuge", die als Pufferzone zwischen Gewerbeflächen und Ortsrand fungieren soll.
Als Ortsbürgermeister unterstrich Christoph Frauenpreiß, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Hafen-Entwicklungsgesellschaft bislang gut funktioniert habe. Unabhängig davon wollten die Altenbrucher mitgenommen werden - und vor allem den "Charme dieses Ortes erhalten". Frauenpreiß unterstrich abschließend noch einmal die Bedeutung der Westanbindung über die Alte Marsch. "Wenn man uns hier abkappt, müssen wir uns etwas anderes überlegen."