Bau des Hafenzubringers: Land will Cuxhaven mit weiteren 25 Millionen unterstützen
Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium hat sich am Freitag abermals zu den Ausbauplänen im Cuxhavener Hafen bekannt. Nachdem im Januar ein Förderbescheid über 30 Millionen Euro erteilt wurde, kündigte Hannover aktuell einen Nachschlag an.
Knapp zwei Monate ist es her, dass Cuxhaven einen "30-Millionen-Scheck" aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium erhielt. Am Freitag folgte zwar kein neuer Bescheid, wohl aber eine Zusage für einen zweiten, ähnlich hohen Förderbetrag: Um den geplanten Bau eines neuen Hafenzubringers, bestehend aus Schwerlastbrücke und Straße, zu unterstützen, will das Land weitere 25 Millionen Euro lockermachen.
Dass Hannover in puncto Förderung noch einmal nachlegen könnte, war bereits durchgesickert, nachdem Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne am 20. Januar eine Zusage für die erste Tranche überbracht hatte. Sie wird aus Mitteln der sogenannten "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) finanziert. Der Nachschlag soll aus einem Landesförderprogramm speziell für Verkehrsinfrastruktur kommen. Dass eine zweite Millionensumme binnen so kurzer Zeit avisiert wird, wertet Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer als klares Bekenntnis zu den örtlichen Hafenplänen.
"Gibt es in Europa kein zweites Mal"
"Mit der Landesregierung haben wir Leute an unserer Seite, die wollen, dass unser Vorhaben gelingt", resümierte Santjer und sprach von einer "unglaublich starken Hilfe": Zähle man die angekündigte und die bereits realisierte Zuweisung zusammen, habe Cuxhaven bereits "einen großen Batzen" der Investitionskosten beisammen.

87 Millionen Euro werden Zubringerstraße und der Bau einer für Lasten bis zu 5000 Tonnen ausgelegten Brücke über die Bahnlinie kosten. Das Vorhaben, das unter dem Schlagwort "zweite Hafenanbindung" bekannt wurde, ist weitaus mehr als ein Backup für die Erreichbarkeit des Cuxhavener Terminals. Die geplante Verbindung wird es erlauben, Schwerlasten von der B 73 bis an die Kaikante (und zurück) zu transportieren. Gleichzeitig bildet sie die Erschließungsader für zusätzliche, zu beiden Seiten der Trasse entstehende Gewerbeflächen: Auf Basis des in diesem Zusammenhang immer wieder zitierten Flächennutzungsplans 90 sollen in diesem Bereich 130 Hektar als Lager- oder als Produktionsfläche für industrielle Fertigung bereitgestellt werden. "So etwas findet man in ganz Europa kein zweites Mal", betonte Santjer mit Blick auf die in Cuxhaven geplanten Ressourcen. Jene sollen dazu dienen, das vorhandene Fertigungskapazitäten ausgebaut werden und sich neue Unternehmen, schwerpunktmäßig aus dem Segment der On- und Offshore-Windkraft, ansiedeln können. Im Rathaus denkt man in diesem Zusammenhang nicht nur an die vor Ort entstehenden Arbeitsplätzen, sondern - über den eigenen Tellerrand hinaus - an den Erfolg der Energiewende.
Entscheidender Schritt: der "Sprung" über die Bahn
Anlässlich einer Vorstellung der GRW-Jahresbilanz in Hannover war der "Neubau eines Hafenzubringers in Cuxhaven" am Freitag als besonders bedeutendes Projekt eingestuft worden. "Über den neuen Zubringer sollen künftig auch Komponenten der nächsten Generation von Offshore-Windenergieanlagen transportiert werden können - mit Einzelgewichten von bis zu 5.000 Tonnen", heißt es in einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums.

Neben der bereits bewilligten GRW-Förderung (30 Millionen Euro) sei nun "auch ein Finanzierungsbeitrag in Höhe von 25 Millionen Euro aus Mitteln für die niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierung (NGVFG) vorgesehen", so der Wortlaut. Zur Bilanzpräsentation im Ministerium war unter anderem Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann angereist. Er unterstrich die Bedeutung der geplanten Brücke: Der "Sprung" über die Bahnstrecke sei eine wesentliche Voraussetzung, um die Entwicklung des Offshore-Standortes Cuxhaven sicherzustellen - so wird Eickmann in der Pressemitteilung zitiert.