Besuchermagnet im Kurteil Duhnen: das Thalassozentrum "ahoi!". Bei Sondierungsarbeiten in zum Ursprungsgebäude gehörenden Teilen waren im vergangenen Jahr Chlorideinträge im Beton festgestellt worden. Foto: Koppe
Besuchermagnet im Kurteil Duhnen: das Thalassozentrum "ahoi!". Bei Sondierungsarbeiten in zum Ursprungsgebäude gehörenden Teilen waren im vergangenen Jahr Chlorideinträge im Beton festgestellt worden. Foto: Koppe
Zwei Monate geschlossen

Marodes "ahoi!"-Bad in Cuxhaven wird saniert

von Kai Koppe | 12.01.2023

Cuxhaven. Zum Monatsende wird das "ahoi!"-Bad in Cuxhaven-Duhnen für einen Zeitraum von sieben Wochen die Pforten für den Besucherverkehr schließen. Während der Betrieb ruht, sind die Handwerker fleißig.

Fünf Jahrzehnte sind am zum Thalassozentrum ausgebauten Meerwasser-Brandungsbad nicht spurlos vorübergegangen. In welchem Ausmaß die Bausubstanz gelitten hat, war im vergangenen Herbst bekannt geworden: Nach Probebohrungen war von Chlorid-Einträgen in Stahlbetonteilen die Rede; das Ausmaß dieses Fraßes hat offenbar ein Stadium erreicht, das eine Generalsanierung über kurz oder lang unumgänglich macht.

NC-Geschäftsführer spricht von einem "Sorgenkind" 

Binder und Betonstützen sind aber nicht die einzige Baustelle: Auf Nachfrage von CN und NEZ sprach Olaf Raffel, Geschäftsführer der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (NC), am Donnerstag noch von einem weiteren "Sorgenkind": Es geht um eine etwa 1,50 Meter unter dem Dach des Wellenbades angebrachten Zwischendecke, deren (Metall)-Aufhänger offenbar ebenfalls angegriffen sind. Wie damit umzugehen sei, hatte die Tourismus-Gesellschaft nach den Worten ihres Geschäftsführers bis zum Jahreswechsel diskutiert: Unter anderem gab es Überlegungen, ein Netz unter der Decke zu befestigen, das (zu Sicherungszwecken gedacht) im besten Fall das maritime Flair des Bades unterstrichen hätte. Nach Raffels Worten wäre solch ein Netz die kostengünstigste Lösung gewesen, die allerdings ein Absacken der Decke nicht hätte verhindern können. Im "Ernstfall" wären Badegäste durch diese Vorrichtung vor herabfallenden Teilen geschützt worden - nichtsdestotrotz hätte das "ahoi!" im Anschluss geräumt werden müssen.

Betrieb auch ohne Zwischendecke möglich

In Abwägung verschiedener Optionen entschied sich die Nordseeheilbad GmbH schließlich für eine am 30. Januar beginnende Revisionszeit, in welcher besagte Abhangdecke ausgebaut wird. Wollte man sie nicht bloß demontieren, sondern auch gegen eine neue Konstruktion ersetzen, schlüge diese Maßnahme mit einem Betrag von mehr als 600.000 Euro zu Buche - eine Zahl, die unlängst auch in der Haushaltssitzung des Rates die Runde gemacht hatte. Raffel zufolge lassen sich die Kosten jedoch wie folgt im Zaum halten: Weil an einer weiteren Sanierungsphase (ein Datum dafür steht aktuell nicht fest) kein Weg vorbeiführt, verzichtet die Badbetreiberin in puncto Zwischendecke auf einen Ersatz auf Zeit.

Das bringt mit sich, dass Oster-Urlauber (und heimische Bad-Nutzer) - sofern sie sich in Rückenlage vom Salzwasser tragen lassen - gegen die nackte Hauptdecke blicken. In Zeiten, in denen "Industrial Chic" als architektonisches Stilmittel eingesetzt wird, sei das ein Zustand, der sich verschmerzen lassen wird, glaubt der NC-Geschäftsführer, nach dessen Worten nach der am 22. März endenden Schließzeit keine Einschränkungen im Bad-Betrieb bestehen.

Problem betrifft alle Sole- oder Meerwasserbäder

In jenen zwei Monaten, in denen das Bad geschlossen bleibt, sollen weitere Prüfungen stattfinden, genauer gesagt eine radiologischen Untersuchung der in der "ahoi!"-Keimzelle verbauten Eisenträger. Dass diese Bauteile im salzigen und dazu noch feucht-warmen Milieu irgendwann den Zenit ihrer Lebensdauer überschreiten, liegt Raffel zufolge auf der Hand: "Das Problem haben alle Bäder, die mit Salzwasser betrieben werden", sagte er in einem Telefonat mit unserer Redaktion. Vergleichbar sei das mit dem Verschleiß, der durch Streusalz an Brückenbauteilen hervorgerufen wird. Durch die bei Wellentätigkeit im Becken bewegten Wassermengen, gab Olaf Raffel zu bedenken, seien Teile des Bades zudem noch großen physikalischen Belastungen ausgesetzt.

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Kai Koppe

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