Baustellen in Cuxhaven-Döse: Neue Hoffnung für Käufer - trotz der Harfid-Insolvenz
Seit mehr als eineinhalb Jahren ruhen die Vorhaben "Be Add 53 Grad Nord" und "Noordsee Gaarden" im Cuxhavener Stadtteil Döse. Auslöser war die Insolvenz der aus Essen stammenden Baufirma Harfid. Jetzt gibt es aber neue Hoffnung für die Käufer.
Anwohner sprechen mit einer Portion Sarkasmus von einem "zweiten Freibad" im Ortsteil - und blicken kopfschüttelnd auf einen dem Verfall preisgegebenen Baukörper, ein paar Hausnummern weiter. Es geht um zwei Vorhaben in Döse, die beide mit dem Namen der insolvent gegangenen Essener Baufirma Harfid in Verbindung stehen. Berichten zufolge könnte sich das Blatt hier doch noch zum Guten wenden. Zwangsmaßnahmen sind aber zumindest mit Blick auf jene mit Wasser vollgelaufene Baugrube nicht auszuschließen.
Die Stadt Cuxhaven betont auf Nachfrage hin, dass die Situation auf der Doppel-Baustelle keinesfalls ein Dauerzustand bleiben kann. Man habe das Areal im Blick, sagte Stadtbaurat Andreas Eickmann. Im Falle von Sicherheitsrisiken würde die Stadt aus Gründen der Gefahrenabwehr nicht zögern, entsprechend zu reagieren. Eickmann zufolge kann das unter Umständen sogar bedeuten, die im vorderen Bereich Ecke Mühlentrift gelegene Baugrube schließen zu lassen.
Komplizierter würde sich ein behördliches Einschreiten sicherlich bei der vom Bauverlauf her weit fortgeschrittenen Wohnanlage (Projekt "Noordsee Gaarden", nur einen Steinwurf entfernt gelegen) gestalten. Rechtliche Handhaben hat eine Kommune aber auch in solchen Fällen. Über eine Ersatzvornahme könnte die Bauaufsicht zum Beispiel selbsttätig Firmen mit der Durchführung von Sicherungsmaßnahmen betrauen. Dabei entstehende Kosten dürfen - so will es das Gesetz - dem Bauherren in Rechnung gestellt werden.

Harfid soll Fortgang der Arbeiten signalisiert haben
Doch muss es tatsächlich so weit kommen? Nach Informationen unserer Redaktion ist die Messe in Sachen Weiterbau noch nicht gelesen. Dem Vernehmen nach hat der Bauherr gegenüber Käufern, die Verträge für Wohnungen in der Anlage "Noordsee Gaarden" abgeschlossen haben, die Absicht bekundet, das Vorhaben fortzuführen. Zeitnah soll dieser Weiterbau sogar erfolgen, was die Kunden der Harfid Cuxhaven GmbH nicht allein mit Blick auf die eigentlich schon für das dritte Quartal 2022 avisierte Projekt-Fertigstellung begrüßen dürften. Tatsache ist, dass das 48 Eigentumswohnungen beherbergende Gebäude während der Monate andauernden Hängepartie nicht besser geworden ist.
Zwischenzeitlich soll sich in den Kellern Wasser gesammelt haben, auch verfügt nur einer der drei Baukörper bislang über ein vollständig gedecktes Dach. Anzeichen von Verwahrlosung zeigen sich dem Augenschein nach zumindest ringsum: Im unbefestigten Bereich zwischen den Häusern hat sich ein grüner Belag gebildet - pflanzliches Material, bei dem es sich mutmaßlich um ein Überbleibsel des vormals auf dem Grundstück stehenden Stauwassers handelt.
Rückblick: Gewerke räumten die Baustelle in Cuxhaven-Döse
Die Misere um die als Ferien- und Dauerwohnanlage vermarktete Immobilie hatte - Rückblick - vor nicht ganz zwei Jahren ihren Lauf genommen: Im Juni 2022 begannen Gewerke damit, auf der Baustelle zwischengelagertes Baumaterial wieder abzutransportieren. Spekulationen um eine sich abzeichnende finanzielle Schieflage der Harfid GmbH wurden im September zur Gewissheit. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren wurde schließlich am 1. Dezember desselben Jahres vor dem Amtsgericht Essen eröffnet. In der Ruhr-Metropole befand sich ursprünglich der Sitz der Harfid GmbH, welchen die Internet-Suchmaschine Google mittlerweile als "dauerhaft geschlossen" ausweist.
Wer nach einer aktuellen Geschäftsanschrift des Bauunternehmens sucht, wird unter der Adresse einer Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fündig, die ins Boot geholt wurde, um Harfid im Rahmen des Verfahrens zu begleiten. Der zuständige Insolvenzverwalter wiederum sitzt in Essen. Eine Bitte um Stellungnahme beschied er schon im März 2023 abschlägig - mit dem Hinweis auf ein nicht-öffentliches Verfahren. "Ich kann und darf Ihnen deshalb keine Auskunft geben", antwortete er auf eine Anfrage unserer Redaktion.
Cuxhavens Stadtverwaltung nimmt mögliche Sorgen ernst
Die Stadt Cuxhaven unterstrich aktuell, in einem anderen Zusammenhang als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Nämlich für Anlieger der beiden Cuxhavener Harfid-Baustellen, die - Stichwort: Verkehrssicherheit - etwas vorzubringen haben. In diesem Fall könnten sich Bürgerinnen und Bürger jederzeit auf schriftlichem oder telefonischen Wege an die Stadtverwaltung beziehungsweise das Baudezernat wenden.
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