Im Hafen an der Alten Liebe wartet das Fahrgastschiff "Flipper" auf den Einsatz. Foto: Francke
Im Hafen an der Alten Liebe wartet das Fahrgastschiff "Flipper" auf den Einsatz. Foto: Francke
Uneinig über fehlende Seezeichen

Behördenstreit um Sicherheit: Deshalb verzögert sich der Fährverkehr nach Neuwerk

von Tamina Francke | 10.04.2024

Eigentlich sollte die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Neuwerk Ende März an den Start gehen. Grund für die Verzögerung sind die fehlenden Seezeichen vor der Insel. Vor allem Insulaner und Urlauber sind dabei die Leidtragenden.

Der Fährbetrieb mit der "Flipper" konnte nicht wie geplant an den Start gehen. Nach Angaben der Reederei Cassen Eils liegt das an den Seewegen vor der Insel, die noch nicht mit Priggen abgesteckt worden sind. So sei es den Kapitänen nicht möglich, das Fahrgastschiff gefahrlos in den Hafen von Neuwerk einlaufen zu lassen und Gäste sicher auf die Insel und von der Insel zu transportieren, heißt es.

Nach Angaben der Reederei Cassen Eils sei es aktuell nicht möglich, das Fahrgastschiff "Flipper" gefahrlos in den Hafen von Neuwerk einlaufen zu lassen. Foto: Kramp

Leidtragende sind Inselbewohner und Urlauber

Dafür, dass die Seezeichen um diese Zeit im Jahr noch nicht ausgepriggt sind, hat Christian Griebel, Ortsvorsteher der zu Hamburg gehörenden Insel, kein Verständnis. "Das Wasserstraßen-  und Schifffahrtsamt ist zuständig. Der Plan war, dass die Wege entsprechend gepriggt sind. In den letzten Jahren ist man da nachlässiger geworden und hat nicht mehr nachgepriggt oder später angefangen. Auch die Personaldecke sei angeblich nicht dick genug", beschwert sich der Gastronom und Feuerwehrmann über die Behörde.

"Wo der Haken ist, weiß ich nicht", erklärt der Insel-Obmann weiter und fügt hinzu, dass der Priel um diese Zeit auch in den vergangenen Jahren auspriggbar gewesen sei. Nach einem Versuch der Reederei, die Strecke abzufahren, habe der Kapitän schließlich entscheiden müssen, dass es ohne die Auspriggung zu unsicher ist. 

Vor allem Urlauber und Inselbewohner seien nun die Leidtragenden - denn ohne Seezeichen kein Fährverkehr und ohne Fährverkehr kein entsprechendes Touristengeschäft auf der Insel. Das habe sich nicht zuletzt in den Besucherzahlen über die Ostertage gezeigt. "Es gab einfach nicht das entsprechende Tagesgeschäft. Bis jetzt weiß man nicht genau, wann sich was tun wird. Ich hoffe einfach, dass verantwortliche Personen die Arbeit aufnehmen", heißt es. 

Insel-Obmann Christian Griebel fordert, dass die Seewege vor Neuwerk ausgepriggt werden. Foto: Kramp

WSA sieht keinen Grund für ausfallenden Fährverkehr

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee in Cuxhaven weist die Anschuldigungen zurück. So sei die Behörde nicht direkt dafür verantwortlich, dass der Fährverkehr zwischen Insel und Festland aktuell nicht stattfinden kann. Marcel Thies, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSA, macht auf Nachfrage unseres Medienhauses deutlich, dass die Seezeichen immerhin nicht die einzige Kontrolle des Fahrweges seien. So gäbe es auch die Möglichkeit, die Wege auf einer digitalen Seekarte zu tracken oder das Echolot zur elektroakustischen Messung von Wassertiefen zu nutzen. "Eine von drei Optionen ist nun ausgefallen. Da sah man es kurzfristig nicht mehr als ausreichend genug und die Reederei hat die Entscheidung getroffen, dass es doch nicht möglich sei, den Verkehr aufzunehmen. Da Ostern in diesem Jahr sehr früh war, war das sehr ärgerlich, dass das Schiff nicht fuhr", heißt es weiter.

Weiter erklärt Thies, dass man die Auspriggung bis Ende April abgeschlossen haben wolle. Als Gründe dafür, dass die Seezeichen bislang fehlen, nennt er die Sturmflutsaison, die bis Ende März anhielt. Weiter hätten es die Tiden nicht zugelassen, um tagsüber bei Niedrigwasser Arbeiten durchzuführen. "Deutliche Verzögerungen liegen nicht vor", heißt es.

Aufgrund der fehlenden Seezeichen kann die Insel nicht angefahren werden. Die Folge: Das Tagesgeschäft auf der Insel bleibt weitgehend aus. Foto: Kramp

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Tamina Francke
Tamina Francke

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tfrancke@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Sommerferien im Anmarsch

Cuxhavener Ferienpassaktion startet:  Ab Mittwoch ist das Programm freigegeben 

von Maren Reese-Winne

Die Ferienpassaktion 2026 in Cuxhaven verspricht sechs aufregende Wochen voller Abenteuer. Eltern und Kinder können aus 152 Angeboten wählen und unvergessliche Sommerferien erleben. Die Anmeldung startet am 10. Juni online.

Befreiungsschlag erforderlich 

Von zwei auf vier: Hoffnung auf die ersehnte Entlastung der Cuxland-Förderschulen   

von Maren Reese-Winne

Die Raumnöte der Schule am Meer in Cuxhaven und der Schule am Wiesendamm in Bad Bederkesa sollen nachhaltig gelöst werden: Daher streben Politik und Kreisverwaltung die Errichtung zweier neuer Standorte an. Das soll auch den Schulweg verkürzen. 

Unterschriften gegen Bauprojekt

Cuxhaven: 150 Anwohner wehren sich gegen Ferienwohnungsbau an der Prinzessinnentrift

von Jens Potschka

Im Kegelzentrum drängen sich 150 Bürger, um ihre Stimme gegen ein Bauprojekt zu erheben, das das historische Stadtbild bedroht. Die Diskussion nimmt Fahrt auf und die Verwaltung steht vor einer Herausforderung, die mehr als nur Baurecht betrifft.

Historischer Fund

Nordholzer Sturmgeschütz kommt ins Museum - aber es bleibt nicht in der Region

von Maren Reese-Winne

Am 30. April ist auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz (Kreis Cuxhaven) ein deutsches Sturmgeschütz Stug III  aus den letzten Kriegstagen gefunden worden. Ein Sensationsfund, der aber nicht in der Region bleiben wird. Wie es nun weitergeht.