Blaulicht in Cuxhaven: Zugunglück, Feuer und Verletzte bei Kreisbereitschaftsübung
Regen prasselt, Blaulicht flackert, Motoren dröhnen - mitten in Cuxhaven wird der Ernstfall geprobt. Bei der großen Kreisbereitschaftsübung zeigen Feuerwehr und DRK vollen Einsatz. 187 Kräfte waren im Einsatz. Wir haben die Bilder vom Tag.
Der Wind peitscht den Regen gegen die Scheiben der Hapag-Hallen. Sirenen und Blaulicht flackern über das nasse Pflaster am Steubenhöft. Einsatzfahrzeuge reihen sich aneinander. Drinnen, im Zollgang, sitzt die Führungsgruppe um Abschnittsleiter Ingo Graf - die Kreisbereitschaftsübung Cuxhaven-Ost beginnt.
Auf mehreren Tafeln ist das Einsatzgeschehen dokumentiert. Einsatzmeldungen gehen ein und in der improvisierten Krankenhausstation bereitet man sich auf die Ankunft von Verletzten vor. Insgesamt 187 Einsatzkräfte sind an diesem Tag im Einsatz. 36 Fahrzeuge der Freiwilligen und Berufsfeuerwehr sowie 11 Fahrzeuge des DRK sind im Stadtgebiet unterwegs - koordiniert aus den Hapag-Hallen.
Es wurde eine komplexe Schadenslage simuliert
Aufgrund einer fiktiven, großflächigen Schadenslage sind die örtlichen Einsatzkräfte seit Tagen im Dauereinsatz. Da der reguläre Brandschutz und die technische Hilfeleistung nicht mehr sichergestellt werden können, wird die Kreisfeuerwehrbereitschaft Cuxhaven Ost (KFB CuxOst) über die Polizeidirektion Oldenburg (PD) durch die Stadt Cuxhaven zur Unterstützung angefordert. Die vollständige Kreisbereitschaft wird zugesagt, sodass am Wochenende unter anderem Kräfte aus Klint und Lamstedt in Cuxhaven waren.
Um 5.30 Uhr rückte die Führungsgruppe in Richtung Steubenhöft aus. Bis 13.30 Uhr liefen anschließend die verschiedenen Einsatzszenarien, ehe am Ende das große Abschlussessen um 14 Uhr folgte.
Beteiligt waren neun Einheiten: die Führungsgruppe, die Fachzüge Logistik, Personalreserve, Technische Hilfeleistung, Gewässerschutz, Wassertransport, Wasserförderung, der Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Cuxhaven sowie die DRK-Bereitschaft mit Verpflegung und Sanitätsdienst.
Bei der ersten Übungslage kracht es am Bahnbetriebsgelände: Ein Kleintransporter kollidierte mit einer Bahn, zwei Personen wurden im Fahrzeug eingeklemmt und mehrere in der Bahn verletzt. Das Ziel der Übung: Menschenrettung aus den Fahrzeugen, Sicherstellung des Brandschutzes sowie die Versorgung der Verletzten. Die Geretteten wurden anschließend in die Hapag-Hallen gebracht, wo die Verpflegung und medizinische Betreuung ein simuliertes Krankenhaus darstellten.
Ein zweites Szenario spielte sich im Hafenbecken ab: Nach einer Bootskollision tritt eine unbekannte Substanz aus - simuliert mit Popcorn, das sich auf der Wasseroberfläche wie Öl verhält. Beobachter ist die DLRG Cuxhaven. Gemeinsam mit dem Fachzug Gewässerschutz wurden Ölsperren ausgebracht und das "Schadstoff-Popcorn" aufgenommen. Für einen kleinen Moment sorgt die ungewöhnliche Simulation auch für ein Schmunzeln: Einige Einsatzkräfte naschen vom Popcorn.
Das dritte Einsatzszenario forderte die Feuerwehr schließlich bei einem Brand auf einem Betriebsgelände heraus: Auf dem Gelände eines Betonwerks standen zwei Holzlagerplätze in Flammen. Mehrere Personen wurden vermisst und eine weitere war in einem Radlader eingeklemmt. Dichte Rauchschwaden zogen über das Gelände, während Einsatzkräfte unter Atemschutz in den verrauchten Bereich vordrangen.
"Das war jetzt auch meine letzte Übung"
Der anhaltende Regen und Windböen erschwerten die Bedingungen. Doch genau das ist Teil einer solchen Übung: "Realistische Bedingungen, um Abläufe, Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Organisationen zu trainieren", erklärt der Leiter der Führungsgruppe, Ingo Graf der ergänzt: "Die Kameradinnen und Kameraden haben einen tollen Job gemacht - und das trotz des Wetters." Für Ingo Graf war es die letzte große Übung unter seiner Leitung. Nach zwölf Jahren als Abschnittsleiter übergibt er im Januar an Meik Kramer. Kramer überlegte sich für Sonnabend gemeinsam mit Tim Fritsche die verschiedenen Szenarien und fungierte als Übungsleiter.







