Fünf von acht Freiwilligen waren beim Fototermin im Dienst: Rosa, Finn, Lasse, Nina und Rike (Praktikantin), hier mit ihren Betreuern Ronald Osterndorff und Heike Niemann und dem WattBz-Leiter Bernhard Rauhut. Foto: Koppe
Fünf von acht Freiwilligen waren beim Fototermin im Dienst: Rosa, Finn, Lasse, Nina und Rike (Praktikantin), hier mit ihren Betreuern Ronald Osterndorff und Heike Niemann und dem WattBz-Leiter Bernhard Rauhut. Foto: Koppe
Freiwilligendienst

WattBz: "Bufdis" und "FÖJler" loben ihre Einsatzstelle in Sahlenburg

von Kai Koppe | 15.05.2024

Lasse suchte nach einem Praxismodul für sein Fachabitur, Nina zog es aus dem Allgäu ans Meer. Beide absolvieren inzwischen ein Freiwilligenjahr im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven-Sahlenburg.

Und sie sind nicht allein: Eine Praktikantin und fünf weitere "Bufdis" oder "FÖJler" haben einen Platz in der Nationalpark-Einrichtung ergattert. Sich für Sahlenburg entschieden zu haben bereuen sie nicht - das klang in einem Gespräch mit unserer Redaktion an. 

Direkt vor der Tür liegt eines der größten Wattgebiete Europas, im Haus selbst gibt es Seewasseraquarien, einen Raum zum Mikroskopieren und Modelle, die den Lebensraum von Weichtieren anschaulich machen. Wer sich für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im "WattBz" bewirbt, plant dennoch nicht zwingend ein Biologiestudium. "Die Berufswünsche unserer Freiwilligen sind sehr divers", betont Zentrumsleiter Bernhard Rauhut, das Spektrum reicht von Lehramtsstudium bis Polizeidienst.

Die Freiwilligen kommen mit frischen Ideen ins Haus

Finn, der wie zwei weitere Freiwilligendienstler aus Nordrhein-Westfalen kommt, macht kein Geheimnis daraus, dass sein Interesse eher im medialen Bereich liegt. Mit der Drohne Aufnahmen machen und den Instagram-Account füttern - das alles ist nicht nur möglich, sondern ein Teil der Aufgaben, die von den "Kollegen auf Zeit" während ihres Jahresaufenthalts im Besucherzentrum übernommen werden. Den Kontakt mit Menschen muss man mögen, weil der Dienst am Empfang ebenfalls auf der "To-do"-Liste steht - genau wie die Aquarienpflege und die Arbeit als Wattführer, für die im Rahmen des Freiwilligenjahres zunächst eine Ausbildung durchlaufen und eine Prüfung abgelegt werden muss.

Davon abgesehen gibt es einen ganzen Strauß von Möglichkeiten, sich einzubringen: Ab und zu darf man handwerklich tätig werden und etwas bauen. Die aktuellen Freiwilligendienstleistenden haben sich aber auch Gedanken um das Sortiment des Shops im Foyer gemacht und eine Raumplanung für die Insektenausstellung in den Hapag-Hallen auf die Beine gestellt. Rauhut weiß das zu schätzen und spricht davon, dass das Modell des Freiwilligendienstes eine tatsächliche Bereicherung für die Einrichtung bildet. Nicht etwa, weil Praktikanten, "FÖJler" und Bufdis als günstige Arbeitskräfte missbraucht würden. Sondern aufgrund neuer Perspektiven, die mit einem Mal in den Arbeitsalltag im Haus einfließen. "Das sind junge Leute, die mit frischen Ideen zu uns kommen." Und nach Ablauf eines Jahres als Botschafterinnen und Botschafter gehen - für das "WattBz", aber auch für den Standort Cuxhaven; mit ein Grund, warum auch die Stadt für einen Teil der anfallenden Kosten einen Zuschuss springen lässt.

Impulse erhalten, neue Fertigkeiten gewonnen

Aber was werden die acht jungen Erwachsenen selbst mitnehmen von ihrer Zeit im Besucherzentrum? Rosa, die zu den "Locals" gehört, kann schon jetzt sagen, dass sie ihre Heimat unter einem ganz neuen Blickwinkel kennengelernt hat. Lasse findet, dass er die Fähigkeit, frei vor Leuten zu sprechen, deutlich ausgebaut hat. Rike wird Impulse für ihre berufliche Zukunft erhalten und Nina neue Freundschaften geschlossen haben. Das Jahr unter Gleichgesinnten (und nicht als einziger Freiwilligendienstler auf weiter Flur) verbringen zu können, ist aus Sicht der Genannten ein echter Pluspunkt des Einsatzortes in Sahlenburg, wo künftig sogar eine Freiwilligen-Unterkunft in den Räumen des ehemaligen Natuionalparkzentrum geschaffen werden soll. "Es ist wirklich top hier im Vergleich zu anderen Freiwilligendienststellen", bilanzieren Finn und Nina, die von überregional stattfindenen Präsenzseminaren her wissen, dass es andere Altersgenossen womöglich weniger gut getroffen haben. Ihr Rat an alle, die es ihnen gleichtun möchten und sich für ein Jahr im Wattenmeer-Besucherzentrum engagieren möchten: Sich möglichst zeitnah zu bewerben. Am 1. August beziehungsweise 1. September startet die nächste Periode im Bundesfreiwilligendienst und für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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