Trotz fast täglicher Einsätze der Stadtreinigung sieht der Platz am Alten Weg häufig so aus, Kleidungsstücke und Plastikteile fliegen herum. Foto: Reese-Winne
Trotz fast täglicher Einsätze der Stadtreinigung sieht der Platz am Alten Weg häufig so aus, Kleidungsstücke und Plastikteile fliegen herum. Foto: Reese-Winne
Müllplatz statt Recycling

Cuxhaven-Altenbruch: Müllablagerungen erregen die Gemüter - Ortsrat will durchgreifen

von Maren Reese-Winne | 19.06.2025

Bei der Schilderung der Zustände am Müllsammelplatz am Alten Weg geriet Ortsratsmitglied Michael Habben (CDU) in Rage. Als letzte Konsequenz bleibe jetzt nur noch eine Lösung: "Abschaffen, und zwar sofort." Was nun in Altenbruch passieren soll. 

An den Textilien- und Glassammelbehältern unweit des Schützenvereins werden täglich Mengen an Hausmüll und Technikschrott (obwohl die Entsorgung von Elektrogeräten sogar kostenlos ist) abgeladen, Plastik fliegt herum und Kleidung und Heimtextilien stapeln sich vor den Containern.

Trotz täglicher Einsätze der Stadtreinigung dauere es bis zur nächsten Müllablagerung allenfalls Stunden, hieß es am Montag im Ortsrat. "Es ist kaum vorstellbar, wie viel Müll da abgeladen wird", so Ortsbürgermeister Christoph Frauenpreiß (CDU).

Die fehlende soziale Kontrolle abseits der Wohnbebauung verlocke offenbar dazu, schnell mal von der B 73 abzubiegen und zügig wieder weg zu sein, vermuteten die Ortsratsmitglieder; am Sammelplatz in Binnemannsteil gebe es solche Probleme nicht. "Inzwischen wird schon der gesamte Schützenplatz zum Müllabladen benutzt", so Michael Habben, "es ist nicht mehr zu verantworten. Wir müssen ein Zeichen setzen."

Die Anständigen schauen in die Röhre

Natürlich gehe das Einkassieren der Sammelbehälter auf Kosten aller, die sich an die Regeln hielten, war sich das Gremium einig. Die neue Abfallrahmenrichtlinie schreibt seit diesem Jahr vor, dass brauchbare Textilien nur noch über Altkleidercontainer und nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden dürfen.

Nicht besser soll es übrigens in Altenbruch-Westerende (Von-Seht-Straße/Wetternweg an der Autobahn) aussehen. Dennoch will der Ortsrat diesen nicht gleich auch abschaffen, sondern mit einem Standort beginnen. Einen entsprechenden Prüfauftrag nahm Verwaltungsvertreterin Ulrike Staufenbiel mit. Gleichzeitig wünschte sich der Ortsrat die Prüfung eines neuen Sammelcontainer-Standplatzes auf dem Edeka-Gelände.

Wie schon kürzlich im Ortsrat Altenwalde ging es außerdem um die neue Straßenreinigungssatzung, die für Altenbruch nur wenige Neuerungen vorsieht. Nur ein kleiner Abschnitt der Heerstraße innerhalb der Ortsdurchfahrt soll künftig durch die Stadt gereinigt werden.

Zur Förderung des Radverkehrs wird außerdem der Winterdienst auf Radwegen und in einigen Straßen (Altenbrucher Mühlentrift, Am Altenbrucher Markt, Altenbrucher Bahnhofstraße, Binnemanns Teil, Heerstraße (Ortslage), Lange Straße, Osterstraße, Sandweg). 

Der ebenfalls vorgestellten Neufassung der Straßenreinigungsverordnung, die 2026 in Kraft treten soll, stimmte der Ortsrat ebenfalls zu - unter dem Vorbehalt, dass die Fachausschüsse (Bau und Technische Dienste) zur selben Einschätzung kommen. 

Bei Information ist Verantwortung gefragt

Zur Entsorgung von Müll nicht nur von Gehweg und Fahrbahn, sondern auch aus Pflanzbeeten, Parkstreifen oder Wendebereichen sollen Anlieger auch vorher schon verpflichtet gewesen sein; nun sind diese Bereiche auch wortwörtlich in der Verordnung genannt. Sich über die Rechte und Pflichten zu informieren, liege übrigens in der  Verantwortung der Eigentümerinnen und Eigentümer, hieß es. Presseberichte und Bekanntmachungen seien aber vorgesehen.

Michael Habben regte zur Entlastung der Bürger eine Diskussion über Erleichterungen an: Als problematisch beurteilte er zum einen die bei Extremwetter schwer einzuhaltende Pflicht, beim Schneeschieben Schnee und Eis ausschließlich auf dem eigenen Grundstück abzulagern. Außerdem solle geprüft werden, ob große Mengen von der Fahrbahn geräumten Laubs nicht auch per Anhänger und nicht nur per Schubkarre zur örtlichen Grünsammlung gebracht werden dürften.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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