Gleise am Bahnübergang Robert-Koch-Straße: In der Beurteilung des DB-Planungsbüros überwiegen zurzeit die Argumente für den Bahnsteigbau auf der südwestlichen Seite (hier rechts). Foto: Reese-Winne
Gleise am Bahnübergang Robert-Koch-Straße: In der Beurteilung des DB-Planungsbüros überwiegen zurzeit die Argumente für den Bahnsteigbau auf der südwestlichen Seite (hier rechts). Foto: Reese-Winne
Meinung des Ortsrats zählt mit

Cuxhaven-Altenwalde: Der Bau des Bahnhaltepunkts lässt das Umfeld nicht unberührt

von Maren Reese-Winne | 03.07.2026

Wo ist der beste Platz für den 225 Meter langen Bahnsteig, wenn es zum Bau des Bahnhaltepunkts Franzenburg (Kreis Cuxhaven) kommt? Der Ortsrat Altenwalde soll bei der Beurteilung der Vor- und Nachteile mithelfen. Eine Rolle spielt der Schedelbergweg.

"Das Votum des Ortsrats ist uns wichtig." Das schickte Andreas Westphal, Leiter des Fachbereichs Straße und Verkehr bei der Stadt, der Präsentation im Altenwalder Ortsrat voraus. Sie sollte die Vorzüge und Tücken der verschiedenen möglichen Standorte für den Bahnhaltepunkt Franzenburg darlegen.

Ein 225 Meter langer Außenbahnsteig, zwei Wetterschutzhäuser und eine Rampe: Das muss alles am Bahnübergang Robert-Koch-Straße erst mal untergebracht werden, dazu noch ein Parkplatz und eine Hol- und Bringzone.

Wie bereits kürzlich im Bauausschuss dargelegt, sind von den einst erwogenen vier Varianten nur noch zwei ernsthaft im Rennen, beide in Richtung Süden (Fahrtrichtung Bremerhaven) gelegen. Projektplaner Michael Klesse und Verkehrsanlagenplanerin Maren Kahlfeld von der DB Engineering & Consulting stellten die Möglichkeiten vor.

In der Beurteilung des DB-Planungsbüros überwiegen zurzeit die Argumente für den Bahnsteigbau auf der südwestlichen Seite (hinten links). Foto: Reese-Winne

Das Pendel schlug dabei noch ein Stück mehr in Richtung Südwest-Variante (parallel zum Schedelbergweg). Am Ende könnte eine Hol- und Bringzone ("Kiss & Ride") samt Fahrradabstellplatz eingerichtet werden. Als weitere nur auf dieser Seite infrage kommende Option warfen die Planer eine mögliche zweite Zuwegung zum Bahnsteig in den Raum, nämlich in Form einer über die Böschung herabführenden Treppe.

Ob die Böschung rechts vom Schedelbergweg überhaupt den Bau einer Treppe erlauben würde, wird noch ergründet.

Fußgängerverkehr am Haltepunkt entzerren

Dies könne den Fußgängerverkehr am Haltepunkt entzerren. Die Wartung, Instandhaltung und der Winterdienst auf einer solchen Anlage obliege in diesem Fall der DB Personenbahnhöfe und nicht der Stadt, teilten die Planer den nachfragenden Ortsratsmitgliedern mit. Der Hauptzugangspunkt soll auf jeden Fall am Kopf des Bahnsteigs nahe dem Bahnübergang liegen; barrierefrei, versteht sich. 

Die Parkplätze für Park & Ride-Pendler würden bei dieser Variante auf der anderen Seite der Gleise - bei dem heute bereits existierenden Parkplatz - errichtet. "Wir sind uns bewusst, dass wir viel Verkehr in den Schedelbergverkehr hineinziehen", sagte Andreas Westphal. Münden würde das Ganze deshalb wahrscheinlich in eine Einbahnstraßen-Lösung.

Linksabbieger auf Abwegen

Schon jetzt ist das Linksabbiegen in den Schedelbergweg von der Robert-Koch-Straße aus verboten. Das dazugehörige Schild werde aber in der Praxis selbst von Anliegern oft übersehen oder schlichtweg von Verkehrsteilnehmern ignoriert, die die Ampelanlage an der Hauptstraße umfahren wollten.

Dass das Abbiegen nach rechts und links in den Schedelbergweg hier verboten ist, wird häufig übersehen. Im Zuge des Bahnhaltepunkt-Baus könnte hier eine Einbahnstraße eingerichtet werden. Foto: Reese-Winne

Dass dies auch dem "Dorfsheriff" Tobias Kralisch von der Polizeistation Altenwalde nicht verborgen geblieben ist, wurde auch in der anschließenden Bürgerfragestunde berichtet. Im Fall der Realisierung des Bahnhaltepunkts könnte hier eine Einbahnstraßen-Regelung klare Verhältnisse schaffen. 

Immer noch ein sehr frühes Stadium

Das alles aber ist Zukunftsmusik: Es handle sich immer noch um die Phase der Varianten-Auswahl und ein sehr frühes Stadium (die sogenannte "Leistungsphase 1"), hieß es mehrfach in der Sitzung. Mit einer Entscheidung über die Standortfrage könnte Ende des Jahres 2026 die Leistungsphase 2 eingeleitet werden: "Ob es überhaupt weitergeht, obliegt der Politik", hieß es. "Wir sollten uns jedoch nicht die Chance nehmen lassen, eine Empfehlung abzugeben", gab Andreas Westphal zu bedenken. Erste Adresse für die Meinungsbildung sei der Ortsrat.

Fahrzeuge mit DB-Logo wurden in jüngerer Zeit häufig am Bahnübergang beobachtet. Der jüngste Besuch hatte allerdings nichts mit dem Haltepunkt zu tun, vielmehr wurden hier Gewitterschäden repariert. Foto: Reese-Winne

Die Mitglieder behielten sich eine Bedenkzeit bis zur letzten Sitzung dieser Legislaturperiode (vorgesehen am 31. August) vor. Mit Skepsis wurde unter anderem der mögliche Treppenabgang an der steilen Böschung betrachtet. Auch die zur Karkweg gelegene Seite ist für den Bahnsteigbau noch nicht aus dem Rennen.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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