Blick auf den Fährhafen an der Grimmershörnbucht: In dem Areal, wo heute die Helgolandfähre anlegt und in der Saison Sportboote schaukeln, soll künftig der neue Versorgungshafen des Bundes entstehen. Eine Landfläche von rund 300 Metern Länge und 80 Metern Breite soll aufgeschüttet werden – inklusive Pier, Bauhof und Tonnenlager für das neue Mehrzweckschiff „Neuwerk". Foto: Potschka
Blick auf den Fährhafen an der Grimmershörnbucht: In dem Areal, wo heute die Helgolandfähre anlegt und in der Saison Sportboote schaukeln, soll künftig der neue Versorgungshafen des Bundes entstehen. Eine Landfläche von rund 300 Metern Länge und 80 Metern Breite soll aufgeschüttet werden – inklusive Pier, Bauhof und Tonnenlager für das neue Mehrzweckschiff „Neuwerk". Foto: Potschka
Diskussion im Stadtrat Cuxhaven

Liegeplatz-Konflikt um "Neuwerk" in Cuxhaven: Neue Standortprüfung gefordert

von Jens Potschka | 02.07.2026

Die Zukunft des Mehrzweckschiffs "Neuwerk" sorgt für Diskussionen im Rat der Stadt. Eine neue Standortprüfung soll Klarheit schaffen. Welche Lösung wird die Konflikte lösen, die Bürger und Politiker beschäftigen?

Der Streit um den künftigen Liegeplatz für das neue Mehrzweckschiff "Neuwerk" geht in die nächste Runde. In der jüngsten Ratssitzung, der letzten vor der Sommerpause, verlangte die CDU-Fraktion eine erneute Prüfung der Standortfrage. Der Rat stimmte dem Antrag mit großer Mehrheit zu, bei zwei Gegenstimmen. Der Oberbürgermeister soll nun mit Niedersachsen Ports Gespräche über einen alternativen Standort führen.

CDU fordert neue Prüfung

Ratsfrau Melanie Eitzen-Fischer begründete den Vorstoß ihrer Fraktion mit zahlreichen Bürgergesprächen der vergangenen Wochen. Die bisherige Planung sieht den Neubau im westlichen Teil des Fährhafens vor. Unser Medienhaus berichtete mehrfach ausführlich.

Diese Variante teile die Fläche und bringe Nachteile mit sich, so die CDU. Geprüft werden soll deshalb der nordöstliche Teil des Fährhafens, gegenüber der bisherigen Fläche. Ebenso ins Auge fassen will die CDU die sogenannte Platte, den heutigen Wohnmobilstellplatz direkt an der Elbmündung. Sie könnte als Lagerfläche für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt dienen. Wichtig sei vor allem die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.

Das Archivfoto zeigt die "Helgoland" im Fährhafen. Nach der jüngsten Ratsdebatte soll geprüft werden, ob der Neubau des Mehrzweckschiffes "Neuwerk" am ehemaligen Norwegen-Pier liegen könnte. Die Debatte um den zukünftigen Liegeplatz geht weiter. Foto: Potschka

SPD warnt vor Verlagerung

Gunnar Wegener signalisierte für die SPD Zustimmung, mahnte aber zur Vorsicht. Ein neuer Standort löse keine Probleme, er verschiebe sie nur. Wer heute unter der Planung leide, könnte künftig aufatmen. Andere, bislang Unbeteiligte, bekämen dann die Lasten zu spüren. Die Anwohner der See-Terrassen etwa stünden dem bisherigen Plan kritisch gegenüber, weil er die Aussicht verändere. Ein Wechsel auf die andere Seite bringe neue Betroffene ins Spiel. Trotz dieser Bedenken warb Wegener für eine schnelle Klärung, im Sinne einer Befriedung der seit Monaten hitzig geführten Debatte.

Santjer sichert Dialog zu

Oberbürgermeister Uwe Santjer begrüßte den Antrag ausdrücklich. Bereits in einer früheren Sitzung habe der Rat den Rahmen für den geplanten Flächentausch abgesteckt, zugleich aber Alternativen nicht ausgeschlossen. Die Fragen seien vielschichtig: Wie wirkt sich der Bau auf Anwohner, Tourismus und Beschäftigte aus? Am Ende entscheide vor allem die Technik, was überhaupt möglich sei. Santjer kündigte an, Niedersachsen Ports in den zuständigen Fachausschuss einzuladen, um die Optionen dort erneut vorzustellen.

Der Wohnmobilstellplatz, die sogenannte "Platte" in Cuxhaven, wird von einigen Bürgern als Lagerfläche für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ins Gespräch gebracht. Zu bedenken gibt es dabei jedoch, dass es sich bei dem Stellplatz um eine überdeckte Fläche handelt. Darunter befinden sich Pfähle und Wasser. Foto: Koppe

Kuhrmann kritisiert das Verfahren

Deutliche Kritik kam vom Ratsherrn Rüdiger Kuhrmann. Die Öffentlichkeit habe von den ursprünglichen Plänen zuerst aus der Zeitung erfahren, nicht aus dem Rathaus. Das nährte Politikverdrossenheit. Zudem bezweifelte Kuhrmann, dass die Platte für Wohnmobilisten die zusätzliche Last überhaupt tragen könne. Auch die Genehmigungslage einzelner Wohnmobilstellplätze in der Stadt sei ungeklärt. Sein Fazit: Der vorliegende Prüfantrag reiche nicht aus, um die Standortfrage seriös zu beantworten. Notwendig sei ein echtes Entwicklungskonzept für die gesamte Wasserseite der Stadt.
Der Hintergrund der Debatte reicht bis in den Winter zurück. Ende Februar hatte die Stadt erstmals den sogenannten Ringtausch vorgestellt: Der Bund übernimmt den Fährhafen als Bundesversorgungshafen, Niedersachsen Ports erhält im Gegenzug den alten Bauhafen bei der Kugelbake, die Stadt Cuxhaven wiederum tauscht diesen gegen hafennahe Ausgleichsflächen ein. 

Grund ist der wachsende Platzbedarf des Havariekommandos sowie die schiere Größe des neuen Mehrzweckschiffs Neuwerk, für das der bisherige Liegeplatz nicht mehr ausreicht. Schon damals hatten CDU und Grüne auf mögliche Folgen für Sichtachsen und Bauhöhen an der Grimmershörnbucht hingewiesen. Wann die Standortfrage endgültig geklärt wird, ist offen. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Jens Potschka
Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

potschka@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Meinung des Ortsrats zählt mit

Cuxhaven-Altenwalde: Der Bau des Bahnhaltepunkts lässt das Umfeld nicht unberührt

von Maren Reese-Winne

Wo ist der beste Platz für den 225 Meter langen Bahnsteig, wenn es zum Bau des Bahnhaltepunkts Franzenburg (Kreis Cuxhaven) kommt? Der Ortsrat Altenwalde soll bei der Beurteilung der Vor- und Nachteile mithelfen. Eine Rolle spielt der Schedelbergweg.

Kommunalfinanzen

Stadt Cuxhaven muss mehr Kreisumlage abführen als erwartet

von Kai Koppe

Die Schattenseite steigender Steuerstärke: Die Stadtverwaltung muss nachjustieren und überplanmäßig Mittel für eine Transferleistung bereitstellen.

Mitarbeitende besser schützen 

Arbeitsplatz im Jobcenter Cuxhaven: Keine Toleranz bei Gewalt und Drohgebärden

von Maren Reese-Winne

Entsetzen und Mitgefühl beherrschen die Tage seit der kaltblütigen Attacke in Stade. Sechs Menschen wurden augenscheinlich völlig gezielt während ihrer Arbeit erschossen. Eine Sicherheitsdebatte kocht hoch, auch in Cuxhaven.

Familienangebot in vielen Bildern

Begeistert vom neuen FamilyNest in Cuxhaven: "Hier ziehe ich sofort ein"

von Wiebke Kramp

Das neue FamilyNest in Cuxhaven bietet Schwangeren und Familien eine idyllische Auszeit. In skandinavisch gestalteten Apartments können Eltern mit ihren Kindern entspannen und den Komfort genießen. Die Resonanz ist durchweg positiv.