Das frühere Seniorenheim "An der Schonung" in Altenwalde steht wenige Wochen nach der Schließung nun zum Verkauf. Foto: Reese-Winne
Das frühere Seniorenheim "An der Schonung" in Altenwalde steht wenige Wochen nach der Schließung nun zum Verkauf. Foto: Reese-Winne
Viele Zwecke denkbar

Cuxhaven: Kurz nach der Schließung steht Seniorenheim in Altenwalde nun zum Verkauf

von Maren Reese-Winne | 30.04.2024

Gerade erst sind die 24 Bewohnerinnen und Bewohner ausgezogen, da ist das Gebäude des früheren Seniorenheims "An der Schonung" in Cuxhaven-Altenwalde schon auf dem Markt. Ein siebenstelliger Kaufpreis wird aufgerufen. 

Mehrere Immobilienmakler, darunter die Elbe-Sparkasse, präsentieren die Immobilie auf ihren Seiten. Als Kaufpreis werden 1,575 Millionen Euro aufgerufen.

Streitigkeiten über Brandschutzmängel

Dabei war das Haus an der Ecke Karl-Peters-Straße/Hauptstraße (nahe dem nördlichen Altenwalder Ortseingang) ausgerechnet wegen Brandschutzmängeln geschlossen worden - das jedenfalls hatte die Betreiberin des Heims, Brigitte Brilatus, als Grund für die plötzliche Kündigung angegeben.

Eigentümer und Altenheim-Betreiberin unterschiedlicher Meinung

Eigentümer Hartmut Thomfohrde aus Bremerhaven hatte gegenüber unserem Medienhaus zwar die festgestellten Mängel eingeräumt, jedoch seine Absicht bekundet, diese bis zum Ende der vorgegebenen Frist (31. Juli) beseitigen zu lassen. Seiner Ansicht nach sei der Heimbetrieb bis dahin durchaus weiter möglich und zulässig gewesen.

Das frühere Seniorenheim "An der Schonung" in Altenwalde steht wenige Wochen nach der Schließung nun zum Verkauf. Foto: Reese-Winne

Maklergalgen auf dem Grundstück

Tatsache ist: Die Immobilie wird jetzt unter anderem auf dem Immobilienportal "Immoscout24" und im Sparkassen-Immobilienportal angeboten und ein "Maklergalgen" (mit Hinweis auf den Ansprechpartner der Weser-Elbe-Sparkasse) steht auf dem Grundstück.

Mehrere Nutzungsvarianten in Aussicht gestellt

Erbaut 1998 auf 650 Quadratmetern Grundstück, rund 590 Quadratmeter Wohnfläche, 23 Zimmer, davon 17 Schlafzimmer, zwölf Bäder und 16 Wohneinheiten - das sind die dazu veröffentlichten Rahmendaten. "Ohne nennenswerten Instandhaltungsrückstand" heißt es auf einem Portal.

Als Nutzungsperspektiven werden neben den Alternativen Seniorenheim, Tagesfreizeitstätte, Freizeitheim und betreutem Wohnen auch die Varianten Frühstückspension oder Gästehaus genannt. Laut Entwurf für das neue Beherbergungskonzept spielt Altenwalde für den klassischen Urlaubstourismus nur eine untergeordnete Rolle. Ein Bebauungsplan besteht für diesen Teil des Orts nicht. Eine geplante Nutzungsänderung müsste bei der Stadt beantragt werden. Was wo erlaubt ist, kann beim Bereich Bauleitplanung und Stadtentwicklung (Bauberatung) erfragt werden. 

Station einer Ortsbegehung der SPD-Fraktion

Die Altenwalder Ortsratfraktion der SPD schaute sich diesmal im nördlichen Altenwalde um, so auch in der Nähe der Burg, wo sich im Gehölz ein Treffpunkt für BMX-Fahrer entwickelt hat. Foto: Reese-Winne

Das leerstehende Altenheim war am vergangenen Sonnabend auch Station einer Ortsbegehung der SPD-Ortratsfraktion. Deren Sorgen galten jedoch weniger der Immobilie, sondern vielmehr den Einwohnern, für die dringend wieder eine nahegelegene Pflegeeinrichtung gebraucht werde. Ortsbürgermeister Ingo Grahmann weiß, wie sehr sich viele "Ureinwohner" und Angehörige sich ein Pflegeheim, betreutes Wohnen oder eine Tagespflege im Dorf wünschen. Er könne sich sogar vorstellen, dass die Stadt hierfür ein eigenes Grundstück bereitstellt oder eines ankauft, um in Zusammenarbeit mit der Agentur für Wirtschaftsförderung einen neuen Betreiber zu gewinnen.

Begehung auch mit anderen Themen

Die Begehung führte die Fraktion auch an den geplanten Baugebieten am Altenwalder Bahnhof und der Seeburg sowie am Kirchengrundstück hinter der Kreuzkirche vorbei, das für einen Kindergartenneubau im Gespräch ist, bevor es hoch zur Burg und kurzes Stück durch den Wald ging.

Bolzplatz nicht als Hundespielplatz nutzen

Eine inständige Bitte richtet Ortsratsmitglied Ingo Uppendahl an Hundebesitzer: Der "Bitburger Bolzplatz" am Waldrand sei als Schutz vor den Wildschweinen eingezäunt worden, sei jedoch nicht als Hundespielplatz gedacht. Der Wunsch nach einem Freilaufplatz, von dem die Hunde nicht ausbüxen könnten, könnte unter Umständen an anderer Stelle erfüllt werden, aber nicht dort, wo Kinder trainierten.

Der Bolzplatz ("Bitburger-Platz") wurde als Schutz gegen Wildschweine eingezäunt. Foto: Reese-Winne

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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