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In Süderwisch hat die Alpha Real Estate Group 281 Wohnungen gekauft. Erklärtes Ziel ist die Umwandlung in Eigentum. Foto: Reese-Winne
In Süderwisch hat die Alpha Real Estate Group 281 Wohnungen gekauft. Erklärtes Ziel ist die Umwandlung in Eigentum. Foto: Reese-Winne
Wohnungsmarkt und Wirtschaftsboom

Cuxhaven: Wohnungsdeal darf nicht weitere Verlierer erzeugen

von Maren Reese-Winne | 23.12.2022 Zuletzt aktualisiert: 23.12.2022 13:09 Uhr

Cuxhaven. Es darf nicht so weitergehen, dass die Einheimischen bei der Wohnungssuche in die Röhre schauen, meint unsere Redakteurin in einem Kommentar, nachdem bekannt geworden ist, dass ein Investor 281 in Cuxhaven gekauft hat.

Erste Assoziation angesichts des Verkaufs von 281 Wohnungen im Stadtteil Süderwisch: Nun wird schon Süderwisch für die Reichen interessant. Gentrifizierung  nennt man den Prozess, wenn Stadtteile aufgehübscht, Wohnungen saniert und dann so teuer gemacht werden, dass die Stammbevölkerung weichen muss. Das darf in Süderwisch auf keinen Fall passieren und dürfte im übrigen in keinem Stadtteil passieren. Es ist allerdings unübersehbar, dass die einheimischen  Normalverbraucher seit Jahren entgeistert verfolgen, wie Luxus-Anlage um Luxus-Anlage (gar nicht mal so schön, dafür umso teurer) errichtet wird und ihre Chancen auf attraktiven und bezahlbaren Wohnraum schwinden.

Noch ist nicht absehbar, was auf die Mieter zukommt, welche Preise die Alpha Real Estate aufruft, wer investiert und wer am Ende Eigenbedarf anmeldet.  Allerdings: Bei der Größenordnung würde ich mir schon mal Gedanken darüber machen, wohin die Leute sollen, wenn nur, sagen wir, jede vierte Wohnung geräumt werden müsste.  Eine Riesen-Herausforderung für den völlig ausgereizten Wohnungsmarkt.

Erste Stadträtin Andrea Pospich hat der Stadt Cuxhaven in der jüngsten Ratssitzung eine galoppierende wirtschaftliche Entwicklung vorausgesagt. Es klopfe ein Unternehmen nach dem anderen an; die vorhandenen wollten expandieren. Dafür müssten  schnellstmöglich auch Hunderte , wenn nicht sogar über 1000 Wohnungen jeglicher Art - Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau - geschaffen werden. Die Perspektiven sind in der Fachwelt längst angekommen: Cuxhaven wird ein Alleinstellungsmerkmal in der Offshore-Windkraftbranche zugemessen, dazu  eine gute Lage für Import- und Export-Schiffsverkehre  und könnte bei anhaltenden Spannungen mit Russland auch noch als Standort für ein Flüssiggasterminal ins Gespräch kommen, heißt es im Netz.

 Eine Entwicklung, die Cuxhaven auf lange Sicht unendliche Chance bietet. Aber ohne gerechte Wohnverhältnisse, die nicht manche zu Gewinnern und viele zu Verlierern machen, wird das nicht funktionieren.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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