Deichstraße in Cuxhaven: "Graue Mauer muss weg" - nächste Planungsrunde eingeläutet
Die nächste Runde für die Planungen des "Deichbandes Cuxhaven" ist eingeläutet: In Kürze trifft sich der Begleitkreis, um die Detailplanungen mit Fachleuten zu erörtern. Viele Bürger erhoffen sich, dass die alte Flutschutzmauer verschwindet.
Spätestens seit der Siegerentwurf vom Büro "Treibhaus Landschaftsarchitektur" aus Hamburg am 22. Januar in der Bürgerhalle des Rathauses bekannt gegeben wurde, wird in der Stadtgesellschaft intensiv diskutiert. Viele Cuxhavener verbinden mit der bevorstehenden Umgestaltung nicht "nur" die Hoffnung der lang erwarteten Aufwertung der Deichstraße und einer damit einhergehenden besseren Verknüpfung von City mit dem beliebten Lotsenviertel. Immer wieder wird in den Gesprächen die klare Aussage getroffen: "Die graue Mauer muss weg". Gemeint ist die viele Jahrzehnte alte Flutschutzmauer aus grauem Beton.
Die überwiegende Mehrheit der Cuxhavener nimmt das zugegebenermaßen stark in die Jahre gekommene Bauwerk, das einst zum Schutz vor Hochwasser diente, meistens von der Seite der Deichstraße wahr. Der Deich verläuft von der Ecke Konrad-Adenauer-Allee in Höhe Amtsgericht die Deichstraße entlang bis zum Slippen. Autofahrer und Radler sausen bis Tempo 30 ohne größere Beachtung an dem Deich vorbei. In ihrer Wahrnehmung dominiert das Grün des voluminösen Deichkörpers.
Ganz anders sieht es bei Fußgängern aus, besonders wenn sie den Weg auf der Deichkrone wählen. Das Betonbauwerk ist, seitdem es eine neue Deichlinie gibt, nicht mehr für den Hochwasserschutz der Stadt erforderlich und wird von vielen Spaziergängern als "scheußlich" bezeichnet. An vielen Stellen ist der Beton schadhaft, von Schmutz und anderen Witterungseinflüssen in seiner Optik stark beeinträchtigt.
Besonders deutlich wird der Zustand den Bürgern und Gästen der Stadt, die einmal die Seite wechseln und die Straße Am Schleusenpriel direkt entlanglaufen. Die alles dominierende Blickachse wird dort beherrscht von grauem Beton. Auf dieser Seite des Deiches wirkt die alte Flutschutzmauer noch unansehnlicher, zumal sie an unzähligen Stellen ausgebessert wurde. Der Blick vom NPorts-Gebäude die Straße in Richtung Slippen entlang erinnere an eine "triste Betonwüste".
Konkrete Pläne werden noch besprochen
Das soll sich künftig nachhaltig ändern. Bei der eingangs erwähnten Bekanntgabe des Siegerentwurfes machte Stadtbaurat Andreas Eickmann Hoffnung: "Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Cuxhaven können sich auf zeitnahe Veränderungen in dem Planungsgebiet einstellen." Wie bereits ausführlich berichtet, soll im Laufe dieses Jahres die Brücke am Slippen, die im Besitz von NPorts ist, abgebrochen werden. Das "Deichband Cuxhaven" selbst soll dann ab dem Jahr 2025 entstehen. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beläuft sich auf 5,42 Millionen Euro. Das Projekt ist zu 90 Prozent durch Fördergelder gedeckt.
"In welchem Umfang wir die Mauer am Ende konkret gestalten, werden wir im weiteren Verfahren auch noch besprechen", erklärte Andres Eickmann, der freimütig einräumte, dass das graue Betonbauwerk die City-Marina ein Stück weit vom Lotsenviertel abschotte. "Im Bereich der dahinter liegenden Wohngebäude stellt sich durchaus die Frage, inwieweit wir die Marina mit allen ihren Ausfriedungen reinholen in die Stadt, denn derzeit ist sie gewissermaßen abgenabelt vom Lotsenviertel." Genauso wie die Planungen, "das Lotsenviertel raus in die Deichstraße holen wollen", solle andererseits auch versucht werden, die Sichtachse zur City-Marina nachhaltig zu verbessern.
Die Pläne des Büros "Treibhaus Landschaftsarchitektur" sehen augenblicklich vor, "die rückwärtige Deichmauer zu stutzen", um die Anmutung des "grauen Walls" zu entschärfen. Aktuell werde darüber nachgedacht, die einstige Flutschutzmauer zudem stellenweise zu begrünen, zum Beispiel mit "Wein". Landschaftsarchitekt Gerko Schröder präsentierte kürzlich in der Bürgerhalle auch die Idee, die gestutzten Bereiche der Mauer für Sitzgelegenheiten auf der Deichkrone nutzen zu wollen. Der Aufenthaltscharakter solle dort nämlich ebenfalls erhöht werden.
Begleitkreis trifft sich in Kürze
Eines machte der Stadtbaurat bei der Präsentation ebenfalls deutlich: "Die Straße Am Schleusenpriel ist eine Privatstraße und gehört in den Zuständigkeitsbereich von NPorts." Über die mit Kopfsteinpflaster versehene Straße laufen teilweise auch Schwerlastverkehre, weil das Hafenbecken vom Ritzebüttler Schleusenpriel direkt dahinter liegt.
In Kürze trifft sich wieder der Begleitkreis für das "Deichband Cuxhaven". Obwohl es einen Siegerentwurf gibt, sind noch etliche Detailfragen offen. Der beteiligte Kreis wird dann sicherlich noch so manche Anregungen zu diskutieren haben, damit Ende 2026 ein zufriedenstellendes Ergebnis für das "Deichband Cuxhaven" Form angenommen hat.


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