Deutsche Wasserstoff-Liga löst sich auf: Zwei Schulen in Cuxhaven profitieren
Das Thema Wasserstoff hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Die Deutsche Wasserstoff-Liga war eine Plattform für den Wissensaustausch und hat innovative Projekte gefördert. Doch warum hat sich der Verein jetzt aufgelöst?
Axel Schneider, Marc Itgen und Lutz Machulez-Hellberg sahen schon früh das große Potenzial der Wasserstofftechnologie für Cuxhaven und die Küstenregion. Um das Mammutprojekt voranzutreiben und praktische Anwendungen, zum Beispiel in Form einer ersten Tankstelle, anzustoßen, schlossen sie sich im Oktober 2019 mit einem Kreis Gleichgesinnter zur "Wasserstoff-Liga" zusammen. Der Verein löst sich nun auf, aber nicht, weil das Projekt gescheitert ist.
"Nach intensiven Überlegungen haben wir uns entschlossen, den Verein DWL e.V. offiziell aufzulösen. Dieser Schritt erfolgt nicht aufgrund eines Scheiterns, sondern vielmehr aufgrund der erfreulichen Tatsache, dass sich das Thema Wasserstoff in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat und wir unseren ursprünglichen Vereinszweck als erfolgreich erfüllt ansehen", erklärte Axel Schneider am Dienstag im Büro Elbstrom am Steubenhöft.
Als die DWL gegründet wurde, steckte das Thema Wasserstoff noch in der Entwicklungsphase. "Ziel unseres Vereins war es, als Plattform für den Wissensaustausch zu dienen, relevante Akteure zu vernetzen und innovative Projekte zu fördern. Durch zahlreiche Veranstaltungen, Kooperationen und Initiativen konnten wir einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Wasserstoffwirtschaft leisten", so Schneider weiter.
Die Förderung von Wasserstofftechnologien
Heute könne man feststellen, dass sich ein stabiles und tragfähiges Netzwerk rund um den Wasserstoff etabliert habe. "Viele unserer Mitglieder und Partner sind mittlerweile fest in diesem Netzwerk verankert und treiben das Thema mit ihren eigenen Unternehmen, Institutionen oder politischen Gremien weiter voran. Der Verein war somit nicht nur Akteur, sondern vor allem wichtiger Impulsgeber, der viele Entwicklungen angestoßen und begleitet hat", resümiert Gründungsmitglied Lutz Machulez-Hellberg.
Der Verein sieht seine Aufgabe als erfüllt an. "Der Verein hat einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Wasserstofftechnologien geleistet, aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, die formale Struktur aufzulösen", sagt Vorstandsmitglied Marc Itgen und ergänzt: "Trotz der Auflösung bleibt die Vision bestehen - Wasserstoff als Energieträger als Schlüsseltechnologie der Energiewende weiter voranzutreiben. Wir freuen uns darauf, diesen Weg in neuen Konstellationen fortzusetzen und die Zukunft einer nachhaltigen Energieversorgung aktiv mitzugestalten."
5000 Euro für zwei Schulen in der Stadt
Ein zentrales Anliegen des Vereins war auch die Förderung von Innovation, Nachhaltigkeit und vor allem Bildung im Bereich der Energiewende und der wirtschaftlichen nachhaltigen Transformation. Daher wurde beschlossen, das verbleibende Vereinsvermögen an zwei Schulen zu spenden, die sich gezielt mit diesen Themen beschäftigen.
Mit den Spenden in Höhe von jeweils 2500 Euro sollen Bildungsprojekte unterstützt werden, die junge Menschen für nachhaltige Technologien begeistern und sie für die Herausforderungen und Chancen der Energiewende sensibilisieren.
Als Vertreter des AAG Cuxhaven und der BBS Cuxhaven waren die beiden Schulleiter Wolfgang Deutschmann und Carsten Hoppe vor Ort, um die Spenden entgegenzunehmen. Beide wissen schon genau, was mit dem Geld passieren soll.
An den BBS Cuxhaven soll eine E-Ladestation angeschafft werden. Daraus soll ein Schülerprojekt entstehen. In anderen Projekten konnten die Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Elektrotechnik bereits gemeinsam mit Firmen unter anderem Glasfaserleitungen verlegen. Sowohl die Planung als auch die Umsetzung fließt in den Unterricht ein.
Wolfgang Deutschmann, Schulleiter des Amandus-Abendroth-Gymnasiums, erzählt: "Im vergangenen Jahr gab es eine Haushaltssperre, die uns sehr zurückgeworfen hat. Mit dem Geld wollen wir in den Chemie- und Physikräumen Großgeräte für Schülerversuche anschaffen."