Anfang Juli wird in der St. Petri-Kirche der Einführungsgottesdienst für die neue Pastroin Martina Weber gefeiert. Foto: Reese-Winne
Anfang Juli wird in der St. Petri-Kirche der Einführungsgottesdienst für die neue Pastroin Martina Weber gefeiert. Foto: Reese-Winne
Interview

Vom Reuterkiez nach Cuxhaven: Das ist die neue Pastorin der St. Petri Kirche

von Tim Larschow | 02.07.2024

Martina Weber war neun Jahre lang Pfarrerin im dörflichen Süden Berlins. 2015 zog sie in den Reuterkiez im Norden Neuköllns. Dort war sie Pfarrerin an der Kulturkirche Nikodemus. Nun beginnt für die 47-Jährige in Cuxhaven ein neues Kapitel.

Im Gespräch mit Tim Larschow erzählt Martina Weber von ihrem Werdegang, ihrer Arbeit im Neuköllner Kiez und ihren Vorstellungen davon, in Cuxhaven Pastorin zu sein.

Sind Sie gut angekommen und freundlich empfangen worden?

Ja, es ist sehr schön hier und die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Der Empfang hier ist sehr herzlich.

Sie waren zuvor Pfarrerin der Kulturkirche Nikodemus in Berlin-Neukölln. Wie kam es zu der Entscheidung, eine neue Stelle zu suchen?

Ich liebe Kontraste und wollte schon immer am Meer leben und arbeiten. Ich habe das Gefühl, dass das Meer etwas mit den Menschen macht. Wenn mir zum Beispiel die Kreativität ausgeht, kommen mir am Wasser immer neue Ideen. Ich bin seit 20 Jahren Pastorin und habe auf dem Land, am Stadtrand und in der Innenstadt gearbeitet. Einen Großteil meines Lebens habe ich in Berlin verbracht, wo ich auch geboren bin. Aber jetzt freue ich mich auf etwas Neues. 

Pastorin Martina Weber. Foto: Larschow

Sie kommen aus der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz). Wie sind Sie auf die Stelle in Cuxhaven aufmerksam geworden?

Zuerst musste ich die Landeskirche wechseln. Das war vorher fast ein Ding der Unmöglichkeit. Dann habe ich mir die Ausschreibungen angeschaut und irgendwann war Cuxhaven dabei. Dann habe ich mich mit der Stadt vertraut gemacht. Um Land und Leute kennenzulernen, war ich im Februar das erste Mal hier und habe mich sofort in die Stadt verliebt. Ich habe nette Menschen kennengelernt und auch das Gespräch mit Superintendentin Kerstin Tiemann und ihrem Stellvertreter Klaus Volkhardt in Otterndorf hat mich sehr ermutigt, mich zu bewerben. Auch meiner Frau hat es hier sehr gut gefallen. Wir waren beide Feuer und Flamme.

Was war das Besondere an der Arbeit in der Kulturkirche in Neukölln?

In der Kulturkirchenarbeit hatte ich viel mit Menschen aller Nationalitäten zu tun. Ich habe spannende Musikrichtungen kennengelernt und viele Künstlerinnen und Künstler getroffen. Ich war immer von spannenden Menschen umgeben. Es war eine bunte und großartige Zeit.

Welche Themen nehmen Sie aus Berlin mit und was ist Ihnen besonders wichtig?

Grundsätzlich versuche ich nicht, Gemeinden miteinander zu vergleichen. Aber ich habe in den letzten 20 Jahren viel gelernt und kann mich gut auf neue Situationen einlassen. Ich bin sehr daran interessiert, die Menschen und ihre Lebensgeschichten kennenzulernen und zu erfahren, was sie von der Kirche erwarten oder wie sie sich selbst einbringen können.

Welche Herausforderungen erwarten Sie hier in Cuxhaven?

Hier ist es eine besondere Herausforderung, die Gruppe der Touristinnen und Touristen und diejenigen, die nur vorübergehend hier in der Gemeinde leben, zu integrieren und zeitgleich der Gemeinde vor Ort Raum zu geben. Das ist eine Situation, die ich ähnlich auch in Berlin in der Innenstadt hatte. Dort gab es auch viele, die nur vorübergehend Teil der Gemeinde waren. In den zehn Jahren dort habe ich gelernt, das als Chance für die Gemeinde zu begreifen.

Welche Themen sind ihnen für ihre Arbeit in Cuxhaven wichtig?

Ich möchte erst einmal wahrnehmen, was schon da ist. Erfahren, was bisher an Wünschen offengeblieben ist oder was vielleicht auch gescheitert ist. Ich möchte verstehen, was alle Menschen vor Ort bewegt, um dann gemeinsam mit ihnen weiter an einer zukunftsfähigen und zukunftsweisenden Gemeinde zu bauen. Dabei sind mir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Menschen im Kirchenvorstand, die Gottesdienstgemeinde und die Konfirmandinnen und Konfirmanden genauso wichtig wie die, die bisher wenig Kontakt zur Gemeinde hatten. Dazu gehören die, die 'nur mal zum Konzert' kommen oder einen anderen Glauben haben. Ich bin offen für die unterschiedlichsten Fragen und habe natürlich noch den unverstellten Blick von außen. Allen, die in der Zeit der Vakanz gemeinsam das Gemeindeleben getragen und gestaltet haben, danke ich sehr.

Was wünschen Sie sich für die erste Zeit in Cuxhaven?

Wir sind sehr gespannt auf die Menschen, den Ort, die Kirchen, die vielen kleinen und großen Geschichten, die schönen Plätze und natürlich auf das Gemeindeleben.

Wie immer werde ich sicher den einen oder anderen Namen nachfragen oder Straßen nicht auf Anhieb finden. Aber ich werde mir die Lebensgeschichten und die dazugehörigen Gesichter gut einprägen, ich werde neugierig sein auf die Menschen jeden Alters, die ich treffen und kennenlernen werde. Ich freue mich auf unsere Begegnungen und lade herzlich ein, meinen Einführungsgottesdienst am 7. Juli um 15 Uhr in der St. Petri-Kirche mitzufeiern!

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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