Für ein lautstarkes Signal: Oberbürgermeister Uwe Santjer, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Staatssekretär Stefan Wenzel und NPorts-Geschäftsführer Holger Banik (von links) posieren mit Luftdruck-Fanfaren, mit denen sie kurz darauf den "Startschuss" für den Liegeplatz Baubeginn gaben.
Für ein lautstarkes Signal: Oberbürgermeister Uwe Santjer, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Staatssekretär Stefan Wenzel und NPorts-Geschäftsführer Holger Banik (von links) posieren mit Luftdruck-Fanfaren, mit denen sie kurz darauf den "Startschuss" für den Liegeplatz Baubeginn gaben.
Großprojekt

Drei neue Liegeplätze: Ab sofort wird an der Cuxhavener Hafenkante gebaut

von Kai Koppe | 06.02.2025

Fristgerecht vor dem Verfall des Planfeststellungsbeschlusses ist im Hafengebiet mit den Arbeiten für die geplanten Liegeplätze 5 bis 7 begonnen worden. Der erste Rammschlag wurde auf Einladung des Hafenbetreibers NPorts mit einem Festakt begangen.

"Wir schnacken nicht nur, wir machen's, weil wir es können": Holger Banik gab sich nicht ohne Grund selbstbewusst, als er Gäste aus Wirtschaft, Seefahrt und Politik unter einem in Sichtweite der künftigen Kailinie aufgestellten Zeltdach willkommen hieß: Das Vorhaben, das mit dem am Donnerstag erfolgten, symbolischen ersten Rammschlag in die Umsetzung geht, ist ein Riesenprojekt, mit welchem der hiesige Standort seine Rolle als nationales Offshore-Industriezentrum untermauert.

Zielsetzung: Cuxhavens Vorreiterposition stärken

Ziel sei es, Cuxhaven (wie auch das Bundesland Niedersachsen) als Vorreiter bei der Energiewende zu positionieren, erläuterte der NPorts-Chef in der Rolle des Bauherren. Mit einer mehr als einem Kilometer langen Spundwand und 3,1 Millionen Kubikmetern Sand soll in den bevorstehenden drei bis vier Jahren der viel zitierte "Lückenschluss" zwischen Europakai und Offshore-Basishafen gelingen. Ende 2028, so die vorsichtige Prognose des Hafenbetreibers, wird Cuxhaven um drei Liegeplätze (Nummer 5 bis 7) reicher sein und gleichzeitig 38 Hektar an Terminalfläche ("So viel wie 54 Fußballfelder") dazugewonnen haben.

Ausgelegt sind die drei Abschnitte als Multi-Purpose-Hafen. Dass sie zum Großteil dem Umschlag von Windkraft-Komponenten dienen werden, steht für den Geschäftsführer der landeseigenen Hafen-GmbH allerdings außer Frage. "Auch wenn es noch nicht alle glauben mögen", betonte Banik in Anspielung auf Bremser und vermeintliche Besserwisser: Der Bedarf an Kapazitäten in diesem Bereich werde steigen. "Wir sind die Möglichmacher!", schloss er mit Blick auf die Rolle seines Hauses und auf das Engagement der für die Finanzierung des Vorhabens gewonnenen Partner.

Baukosten belaufen sich auf 300 Millionen Euro

Wie der Hafenausbau bezahlt wird, war im Rahmen der am Donnerstag gehaltenen Grußworte immer wieder angeklungen. Bekanntlich schultern Land, Bund und die Privatwirtschaft die sich auf 300 Millionen Euro belaufenden Kosten gemeinschaftlich und zu jeweils gleichen Teilen. "Das hat es so noch nicht gegeben", erklärte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, der die Beharrlichkeit würdigte, mit der Verwaltungsvertreter und Kommunalpolitik an dem Vorhaben festgehalten hatten. Er sei überzeugt davon, "dass wir weitere Gewerbeflächen brauchen", ergänzte der OB in die Zukunft gesprochen. Cuxhaven werde von dieser Entwicklung profitieren, die nach Santjers Worten auch für ein neues Lebensgefühl in der Stadt sorgt.

Staatssekretär Stefan Wenzel bezog sich ebenfalls auf das Kostenteilungsmodell, als er den Weg, der zum nun erfolgten Baubeginn als steinig beschrieb. Wirtschaftsminister Robert Habeck habe sich jedoch persönlich für das Projekt eingesetzt - nicht zuletzt, weil der dem Umstieg auf Erneuerbare Energien dienende Cuxhavener Hafen (und dessen Ertüchtigung) ein Projekt von nationaler Bedeutung sei. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies verwies in diesem Zusammenhang auf die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. "Für die Zukunft brauchen wir Energie, die nicht nur klimaneutral, sondern auch wettbewerbsfähig ist", gab Lies zu bedenken, bevor er anregte, das Datum des Baubeginns als einen Tag zu begreifen, "der den Menschen Mut machen soll". Insofern sei der Auftakt der Bauarbeiten auch "ein guter Tag für die Demokratie".

Erster der drei Liegeplätze soll 2027 fertig werden

Wie NPorts-Chef Banik gegenüber unserer Redaktion bestätigte, dient der am Donnerstag erfolgte Rammschlag tatsächlich bereits dem Spundwandbau - mit dem Ziel, die geplante "Sandkiste" (Banik) zu befestigen. Das Sediment, das in einem zweiten Schritt aufgespült (und nicht etwa per Lkw heran gekarrt wird), müsse anschließend verdichtet und mit einer Asphaltdecke überzogen werden. Banik rechnet damit, dass der erste der drei neuen Liegeplätze Mitte des Jahres 2027 zur Verfügung gestellt werden kann.

Mut und Beharrlichkeit haben sich aus OB Uwe Santjers Sicht ausgezahlt.
Zwei "Möglichmacher" des Vorhabens: Wirtschaftsminister Olaf Lies und NPorts-Chef Holger Banik
Unter einem Zeltdach wurden am Donnerstag Gäste aus Wirtschaft, Seefahrt und Politik begrüßt.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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