Bei Wassertemperaturen um sechs Grad Celsius sind am Neujahrstag 655 Frauen, Männer und Kinder in Duhnen ins eiskalte Nass gestiegen. Foto: Mangels
Bei Wassertemperaturen um sechs Grad Celsius sind am Neujahrstag 655 Frauen, Männer und Kinder in Duhnen ins eiskalte Nass gestiegen. Foto: Mangels
Bei Schmuddelwetter ins kalte Nass

Eiskalter Start ins Jahr 2026: So war das Neujahrsanbaden in Cuxhaven-Duhnen

von Christian Mangels | 01.01.2026

Nur die Harten kommen in den Garten - oder wie in diesem Fall in die Nordsee: Bei Wassertemperaturen um sechs Grad Celsius sind am Neujahrstag 655 Frauen, Männer und Kinder in Duhnen trotz widriger Wetterbedingungen ins eiskalte Nass gestiegen. 

Regen, stürmischer Wind, hohe Wellen - die Rahmenbedingungen waren am ersten Tag des neuen Jahres alles andere als angenehm. In anderen Orten an der Nord- und Ostsee, etwa auf der Insel Sylt und auf Föhr, wurde das traditionelle Neujahrsanbaden abgesagt oder verschoben. Nicht in Cuxhaven: 655 Männer, Frauen und Kinder entschieden sich, das alte Jahr - oder wenigstens den Kater vom Vorabend - mit einem erfrischenden Bad in der Nordsee beim Neujahrsbaden abzuwaschen. Selbst die winterlichen Wassertemperaturen von gerade einmal sechs Grad konnten die Wasserratten nicht abhalten, sich in die Fluten zu stürzen.

Wären die Wetteraussichten freundlicher ausgefallen, hätte es eine Rekordteilnehmerzahl werden können. 650 Winterbadefans hatten sich im Vorfeld des frostigen Spektakels bei der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH für das Neujahrsanbaden angemeldet, 150 weitere entschieden sich spontan mitzumachen und reihten sich geduldig in die Schlange an der Anmeldestation im Ahoi-Schwimmbad ein. 

Das Bad in der Nordsee scheint bei dieser Weihnachtsfrau Glücksgefühle ausgelöst zu haben. Foto: Mangels

Da einige Online-Anmeldungen nicht wahrgenommen wurden, lag die endgültige Teilnehmerzahl am Ende bei 655 - zwar 74 weniger als im vergangenen Jahr, aber angesichts des Schmuddelwetters dennoch eine beachtliche Zahl. Cuxhavens Kurdirektor Olaf Raffel und Oberbürgermeister Uwe Santjer freuten sich jedenfalls sehr über den großen Zulauf zu diesem ganz besonderen Gemeinschaftserlebnis.

"Schlechtes Wetter? Gibt es nicht", gab Raffel als Losung für die Veranstaltung aus. Anmeldungen gab es aus dem ganzen Norden und aller Welt. Die weiteste Anreise hatten wohl einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz, die mehr als 900 Kilometer zurückgelegt hatten, um beim Neujahrsanbaden am Duhner Strand dabei zu sein. Die älteste Schwimmerin war 85, die jüngste erst acht.

Bevor die wagemutigen Badegäste in die recht stürmische Nordsee stiegen, sorgten DJ Toddy und die Mitarbeitenden an den Getränke- und Bratwurstständen für Aufwärmung. Ein paar flotte Sprüche durften dabei nicht fehlen: "Wir geben gleich noch Sonnencreme aus", sagte DJ Toddy, während der Regen auf die Gäste niederprasselte. 

Die letzten Sekunden wurden heruntergezählt

Die letzten Sekunden vor dem Startschuss wurden heruntergezählt, dann rannten die Wassermänner und Badenixen quietschvergnügt durch die Strandarena auf die Wellen zu. Für Handtücher und Kleidungsstücke stand mitten im Sand eine Garderobe bereit.

Mit dem Wikingerhelm in die kalten Fluten? Warum nicht - wenn es gegen die Kälteempfindlichkeit hilft. Foto: Mangels

Nicht fehlen durfte bei dem Event die teils schrille Verkleidung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit mal mehr, mal weniger Stoff auf der Haut badeten hier Skelette und Nixen, Wikinger und Weihnachtsfrauen fröhlich um die Wette. Auch Retro-Ringelbadeanzüge wurden in diesem Jahr häufig gesichtet. Grüne Mützen mit dem Logo des Nordseeheilbads trugen fast alle als Erkennungszeichen.

Das Bad in der Nordsee selbst war für die Wagemutigen nur wenige Minuten lang. Weil die Nordseewellen ganz ordentlich schaukelten, achteten die Helferinnen und Helfer von der DLRG darauf, dass die "Anbader" nicht ins tiefere Wasser gelangten. Neben der DLRG kümmerten sich DRK, THW und die Duhner Feuerwehr um die Sicherheit und Ordnung am Strand und im Wasser. Nach dem kühlen Bad in der Nordsee konnten sich die Teilnehmenden im warmen Wasser oder in der Sauna des Thalassozentrums aufwärmen.

Mit Nikolausmütze stieg der 76-jährige Cuxhaven-Urlauber Siegfried aus Bochum in die Nordsee. Kalt? "Nö, kein bisschen", meinte der Senior. Foto: Mangels

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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