Das Bauteam der Firma Matthäi mit Udo Janssen aus dem Planungsbüro BPR (3.v.l.) und Björn Feindt, technischer Leiter bei Matthäi (3.v.r.). Rechts Bauleiter Jan-Dirk Schlichte-Hermann. Foto: Reese-Winne
Das Bauteam der Firma Matthäi mit Udo Janssen aus dem Planungsbüro BPR (3.v.l.) und Björn Feindt, technischer Leiter bei Matthäi (3.v.r.). Rechts Bauleiter Jan-Dirk Schlichte-Hermann. Foto: Reese-Winne
Sicher abseits der Straße

Freude über neuesten Radweg in Cuxhaven: "Gemeinsam kann man was bewegen"

von Maren Reese-Winne | 06.04.2023

Nach 20 Jahren Bohren, Kämpfen und Bitten ist beim Bau des Radwegs zwischen Altenwalde und Holte-Spangen die neue Deutschland-Geschwindigkeit nach Cuxhaven gelangt: Und das auch noch günstiger als geplant, wie bei der Freigabe bekannt wurde.

Das ist eine Verbindung, über die die Leute in ganz Cuxhaven sprechen: Schließlich wurde eine sichere Verbindung zwischen den beiden Orten schon seit Jahrzehnten gewünscht. Der Alte Postweg am Waldrand war hierfür nicht vollends geeignet, weil er abseits der Zivilisation liegt und man darauf ordentlich durchgeschüttelt wird. Die Fahrt auf der Fahrbahn der K 3 war wegen der daneben direkt passierenden Pkw, Lkw und Trecker äußerst unangenehm.

Stadt preschte vor und ging in Vorleistung

Dieser 1,64 Kilometer lange Radweg sei so besonders, weil sich in ihm das Zusammenspiel aller Akteure - von den Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern bis zu den Behörden - positiv widerspiegle, so Oberbürgermeister Uwe Santjer. Als der Radweg im Radwegebedarfsplan des eigentlich zuständigen Landkreises weiter und weiter nach hinten rückte, beschloss des Rat der Stadt Cuxhaven im Dezember 2019, die Planung und den Bau zu übernehmen. Zum einen, um durch gute innerstädtischen Radverkehrsinfrastruktur diese Strecke für Radler attraktiver zu machen, zum anderen natürlich, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. "Insbesondere für die Schulkinder zwischen Sahlenburg, Holte-Spangen und Altenwalde", wie Uwe Santjer betonte. Auch für den touristischen Verkehr und die alltäglichen Strecken der Einheimischen bedeute der Weg eine Aufwertung.

Löwenanteil kam aus LEADER-Mitteln

Zentraler Schlüssel bei der Realisierung des 790.000-Euro-Projekts war natürlich die LEADER-Förderung. Aus dem EU-Programm für den ländlichen Raum flossen allein 410.000 Euro. 195.000 Euro kamen aus dem Programm ZUG des Bundes hinzu. Den Rest brachte die Stadt Cuxhaven auf, wobei sich der Landkreis an den Kosten für den erforderlichen Grunderwerb beteiligte. Lienhard Varoga vom Amt für regionale Landesentwicklung, das unter anderem die LEADER-Region Wesermünde-Nord betreut, erkennt ganz klar den Mehrwert, den dieser Weg für die Menschen in der Region mit sich bringt. "Das ist genau das, was wir erreichen wollen: Eine Liaison für den ländlichen Raum." Nach endgültiger Fertigstellung geht der Radweg in das Eigentum des Landkreises Cuxhaven über, dem damit dann auch die Straßenunterhaltungs- und Verkehrssicherungspflicht obliegt.

Als überaus konstruktiv beschrieb Uwe Santjer die Zusammenarbeit mit der ausführenden Baufirma Matthäi: "Gefühlt wart Ihr 24/7 vor Ort", bescheinige er den anwesenden Bauarbeitern und Bauleiter Jan-Dirk Schlichte-Hermann, die die Anwesenden auch bei der kleinen Einweihungsfeier am Donnerstagmorgen mit Bratwurst und Getränken versorgten.

Zusammenhalt über Parteigrenzen hinweg

Dabei beschworen die Ortsbürgermeister als Altenwalde und Sahlenburg, Ingo Grahmann und Herbert Kihm, den Zusammenhalt und die Einigkeit über alle Parteigrenzen hinweg. Wieder und wieder hatten sie zusammen mit dem früheren Holte-Spanger Ortsvorsteher Ernst-Ferdinand Heidtmann nachgebohrt und daran erinnert, wie groß die Bedeutung dieses Verkehrsprojekts ist. Heidtmann Nachfolger Sven Kliewe warf auch gleich die Idee für eine logische Fortsetzung in die Diskussion: Einen nur wenige Hundert Meter langen Radweg im weiteren Verlauf der K 3 zwischen Holte-Spangen und Sahlenburg, und zwar auf der westlichen Seite, also von Holte-Spangen aus gesehen links. "Der könnte dann ja auch als Schotterweg ausgeführt werden wie der Radweg nach Berensch", so seine Anregung.

Jetzt soll noch eine innovative Beleuchtung folgen

Vorerst konzentrieren sich die Nacharbeiten noch auf den jetzt fertiggestellten Weg. Die Grünstreifen zu beiden Seiten des Asphalts sind bereits mit Grassamen angesät.  Für die Beleuchtung plant die Stadt etwas ganz Neues: Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen solarbetriebene und auf Bewegung reagierende Lampen (so genanntes mitlaufendes Licht) mit warmweißem insektenfreundlichen Licht eingebaut werden. Dazu sind bereits entsprechende Förderanträge gestellt.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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