Geplantes "Tor zur Welt": Warum Cuxhaven mutige Architektur braucht (Kommentar)
Von einer "Landmarke" ist im Zusammenhang mit der Bebauung am Hafenkopf die Rede. Die schiere Größe weckt Befürchtungen. CN/NEZ-Redakteur Kai Koppe plädiert trotzdem dafür, die Architekten-Entwürfe abzuwarten.
Die zulässige Bebauungshöhe ist durchaus geeignet, Ängste zu wecken: 60 Meter sind kein Pappenstiel, und die exponierte Lage an der Ausfahrt des Alten Fischereihafens wird das geplante "Tor zur Welt" womöglich noch höher erscheinen lassen, als es tatsächlich ist. "Braucht Cuxhaven so etwas?!", wurde dann auch von Bürgerseite gefragt: Während einer Veranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung überwogen zumindest gefühlt die Bedenken gegen ein Vorhaben, das die Cuxhavener Skyline nicht nur verändern könnte, sondern verändern wird.
Man kann solch eine Entwicklung als Chance begreifen. Nicht, dass ich an dieser Stelle einem schnöden Betonklotz das Wort reden wollte. Um die geplante Landmarke gutheißen zu können, müsste sie aus meiner Sicht eine gewisse architektonische Klasse erkennen lassen. Damit meine ich nicht, dass das Gebäude hinterher jedem gefallen muss. Ich denke vielmehr an eine schlüssige gestalterische Handschrift.

Welche Beispiele zeitgenössischer Architektur gibt es denn in Cuxhaven?
Wenn das "Tor" in dieser Hinsicht punkten könnte, wäre es eine Bereicherung für den Standort. Und womöglich eines der wenigen neu geschaffenen Objekte, die aus Sicht kommender Generationen von Belang sein könnten. Denn welche Beispiele für zeitgenössische Architektur gibt es sonst in Cuxhaven? In erster Linie doch Apartmenthäuser: Gebrauchsimmobilien mit maritimen Zitaten, aber rudimentärem ästhetischen Anspruch. In der Baugeschichte sind solche Gebäude nichts weiter als Schall und Rauch. Am Hafenkopf könnte etwas von bleibendem Wert entstehen.