Geplantes "Tor zur Welt" in Cuxhaven: Dieses Bauwerk könnte 60 Meter hoch werden
Das "Tor zur Welt" wirft seine Schatten voraus. Es soll im Alten Fischereihafen in Cuxhaven entstehen - und sorgt schon jetzt für reges Interesse. Nun legte die Stadt dar, was an dieser Stelle möglich wäre.
Mithilfe von Skizzen hat die Stadtverwaltung Leitlinien für die geplante Bebauung des sogenannten Hafenkopfs im Alten Fischereihafen vorgestellt. Die öffentliche Resonanz auf eine in der Bürgerhalle anberaumte Veranstaltung sprach für die Bedeutung des Vorhabens. Sie offenbarte aber auch Bedenken, die es angesichts der Dimensionen des Projekts "Tor zur Welt" in der Bevölkerung gibt.
Einen architektonischen Entwurf - das gilt es an dieser Stelle hervorzuheben - gibt es noch gar nicht. Was an prominenter Stelle gebaut wird, soll sich erst noch im Rahmen eines Architektenwettbewerbs entscheiden. Somit war der an die Wand der Bürgerhalle projizierte Kubus nicht mehr als ein Platzhalter. Mit einer nominellen Höhe von 55 bis 60 Metern veranschaulicht er jedoch, was am genannten Ort planerisch möglich sein soll. Auch die Nutzung des als "Tor zur Welt" betitelten Gebäudes ist bis zu einem gewissen Grad festgeschrieben. Gastronomie, Beherbergung, aber auch betriebsbezogenes Wohnen zählen zu einem vorstellbaren Mix.

Dimensionen sorgen für Diskussionen
Was die Planungen angehe, bewege man sich noch in einem "ganz frühen Stadium des Verfahrens": Das unterstrich Cuxhavens Stadtbaurat Andreas Eickmann, der gemeinsam mit dem als Fachplaner auftretenden Architekten Martin Kreienbaum durch den Abend führte. Kreienbaum hatte zuvor dargelegt, warum man an der Ausfahrt des Alten Fischereihafens tatsächlich auf einen Blickfang (in Gestalt eines Hochhauses) setzt.
"Wie groß wird das wirklich?", wollten Zuhörer wiederholt wissen. Ein Kritiker merkte an, dass man bei Ausschöpfung der Baugrenzen mitnichten von einem 150-Zimmer-Hotel ausgehen dürfe. Nehme man 20 Stockwerke zu beiden Seiten und einen Überbau an, müssten Betreiber - sie gibt es derzeit noch nicht - mit wesentlich mehr Gästen planen, um solch ein Hotel wirtschaftlich zu bespielen. Fachbüros, die sich an einem für den Hafenkopf geplanten Architektenwettbewerb beteiligen, könnten theoretisch auch mit kleineren Entwürfen auf die Ausschreibung reagieren. Verfahrensziel bleibt gleichwohl, am fraglichen Ort eine Landmarke zu schaffen. Dabei muss besagtes Tor allerdings nicht zwingend die Hafenausfahrt überspannen. Denkbar seien - so hieß es im Laufe der Veranstaltung - auch zwei Türme zu beiden Seiten der Einfahrt.
Manchem Bürger schien das sympathischer, auch mit Blick auf in der Umgebung befindliche Denkmäler. Eickmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch ganz bewusst ein ästhetisches Spannungsfeld (wie man es zum Beispiel von der Reichstagskuppel her kennt) geschaffen werden könne. Einen Betonbau im Stile des Brutalismus zu schaffen, sei andererseits nicht das, was am Hafenkopf angestrebt werde.
Praktische Fragen, etwa zum Thema Sicherheit, waren durchaus ein Thema: Weil die mobilen Leitern der Feuerwehr bei einer Länge von 42 Metern enden, seien für ein bis zu 60 Meter hohes Gebäude innere Rettungswege vorgeschrieben, hieß es auf Bürgernachfrage. Die exponierte Lage eines Baukörpers dieser Größenordnung kann nach Angaben aus dem Rathaus durchaus für Verwirbelungen beziehungsweise für eine gewisse Winddynamik sorgen. Wie architektonisch auf solche Herausforderungen zu reagieren sei, müsse im Genehmigungsverfahren untersucht werden.
Initiator glaubt an Kraft des Projekts
Im Anschluss an die Diskussion trat der Initiator des Projekts Alter Fischereihafen vor die in der Bürgerhalle versammelten Gäste. Norbert Plambeck sprach über den Rückenwind, den er bis dato für sein Vorhaben erlebt habe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Unterstützung für ein überregional wirkendes Vorzeigeprojekt wie das geplante "Tor zur Welt" nicht abreißen werde.