Einer der Hubschrauber über dem ehemaligen Kasernen-Sportplatz am Waldrand in Altenwalde (Videoauszug). Foto: Stöger
Einer der Hubschrauber über dem ehemaligen Kasernen-Sportplatz am Waldrand in Altenwalde (Videoauszug). Foto: Stöger
Kommentar zu den Flügen

Hubschrauber-Übung: Vorab-Information hätte der Bundeswehr gut zu Gesicht gestanden

von Maren Reese-Winne | 11.04.2026

Die unerwartete Übung mehrerer Bundeswehr-Hubschrauber über der früheren Altenwalder Kaserne und den Cuxhavener Küstenheiden hat völlig zu Recht Fragen aufgeworfen, findet unsere Autorin. Denn der Vorgang war nicht alltäglich - noch zumindest.

Die unerwartete Übung mehrerer Bundeswehr-Hubschrauber über der früheren Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne, dem Altenwalder Forst und den Cuxhavener Küstenheiden hat völlig zu Recht Fragen aufgeworfen. Wer an den beiden Tagen zu fragen gewagt hat, ob stundenlange Tief- und Anflüge in einem geschützten Gebiet zur Brut- und Setzzeit eigentlich erlaubt sind, hat sich keine Naivität und kein Gejammer vorwerfen zu lassen.

Wohl ziemlich jeder weiß um die veränderte Weltlage und die Notwendigkeit, die Landesverteidigung wieder auf vernünftige Füße zu stellen. Die Nordholzer Marineflieger erfreuen sich in der Region größter Akzeptanz; in Altenwalde wird seit Jahr und Tag kein Aufhebens um die aktive Standortschießanlage gemacht und Cuxhaven bereitet sich darauf vor, die Bundeswehr wieder in der Altenwalder Kaserne zu begrüßen; auch, wenn das neben vielen Chancen bedeuten kann, einige Kröten schlucken zu müssen.

Bundeswehr wird wieder sichtbarer

Dass eine wachsende Bundeswehr üben muss und dabei wieder sichtbarer wird, was die Bevölkerung nach Jahren des Abbaus nicht mehr gewohnt ist, liegt auf der Hand. In Altenwalde und Umgebung ging es dabei nicht mal um Kampfflugzeuge, sondern um Hubschrauber. Keine große Sache, könnte man als Außenstehender meinen - und auch in Cuxhaven gibt es viele Stimmen, die die Flüge gelassen betrachten. 

Völlig überraschend nach langem Dornröschenschlaf

Andererseits handelte es sich um ein stundenlanges Geschehen mit An- und Überflügen in geringer Höhe, und das in einem Gelände, das seit mehr als zehn Jahren nicht mehr von der Bundeswehr genutzt wird und auch nicht mal eben durch die Hintertür reaktiviert worden ist. Nach dem langen Dornröschenschlaf hätte der Bundeswehr eine Vorab-Information gut zu Gesicht gestanden, zumal es für den Dialog mit der Bevölkerung ein sehr gutes Kontaktportal gibt. Alles, was wir erst nachträglich erfragen mussten, wäre so schon vorab bekannt gewesen.

Was ist erlaubt und was ist wirklich angebracht?

Dass es für das Üben wirklich erforderlich war, in niedriger Höhe über die Weidetiere im Naturschutzgebiet zu fliegen, sollte der Bevölkerung, der für Verstöße gegen die Regeln der Brut- und Setzzeit im eigenen Garten harte Strafen angedroht werden, vielleicht noch vermittelt werden. Und auch die 500-Fuß-Grenze (etwa 150 Meter) wurde in der Nähe des Wohngebiets in Altenwalde bestimmt nicht eingehalten.

Nicht der geschickteste Auftakt für einen Dialog

Zur Wahrheit gehört aber ebenso, dass der Bundeswehr für ihren Übungsbetrieb deutlich größere Freiräume eingeräumt werden als vielfach bekannt. Doch für Verständigung gibt es Öffentlichkeitsabeit. Gerade weil Vertreter des  Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr kürzlich in Altenwalde einen Dialog mit der Stadt angekündigt hatten, war das Auftauchen der Luftwaffen-Hubschrauber (von denen bisher in dieser Region nie die Rede war), nicht der geschickteste Schritt, um sich als Bundeswehr wieder in der Stadt einzuführen.   

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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