Interkulturelle Woche in Cuxhaven: Von Weltkugel bis Apfelkuchenwettbewerb
Die Interkulturelle Woche in Cuxhaven lädt dazu ein, Vielfalt und Zusammenhalt zu feiern. Mit einem bunten Programm aus Musik, Kunst und Kulinarik werden Brücken zwischen Kulturen geschlagen und neue Horizonte eröffnet. Am Sonntag geht's los.
Das Motto "Dafür!" gibt in einem einzigen Wort wieder, wofür die am Sonntag in Cuxhaven beginnende Interkulturelle Woche (IKW) steht: Positives voranzubringen, miteinander zu reden und Neues zu entdecken - ein konstruktives Rezept gegen Angst, Abgrenzung und Spaltung.
Warum nicht mit Spaß wie beim Fest der Kulturen am Sonntag, 30. August, im Haus der Jugend? Sieben Nationen präsentieren sich mit Deko, Infos, Essen und Trinken, Musik und Tanz. Dazu gibt es ein Bühnenprogramm. "Im vergangenen Jahr sind am Ende alle durchs ganze Haus getanzt", verrät Svenja Plock, Leiterin der Abteilung Jugend und Soziales bei der Stadt.
Neben Gruppen aus Cuxhaven, Indien, Portugal, der Türkei, Polen, England (Partnerschaftsverein) und der Ukraine sind das Begegnungszentrum "Tante Emma" mit kulturellen Blicken nach Afrika und Nepal sowie der Jugendmigrationsdienst des Paritätischen mit Filmen aus Jugendprojekten dabei.
Dazu gibt es viele Aktionen für Kinder, eine Schnitzeljagd und ein als Baum gestaltetes Gästebuch. Wer mag, erhält einen "Kulinarik"-Pass zum Abstempeln. Inzwischen gebe es bereits eine Warteliste von Interessierten, berichtet Organisatorin Daniela Kleemann (Haus der Jugend).
Vielfalt kennzeichnet auch die dann beginnenden Wochen - bewusst so verteilt, dass Gäste verschiedene Orte der Begegnung im Stadtgebiet kennenlernen können. Am 3. September eröffnet Kathrin Seyfahrt (Verein "Wunschträume") in der Stadtbibliothek um 18 Uhr eine Ausstellung mit Fotos aus Burkina Faso von Marion Schossig, Hanne Sommer und Walter Korn. Als Schirmherr fungiert Udo Brozio (Shanty-Chor Cuxhaven). Es werden drei Segelschiffmodelle für den Bau eines Brunnens versteigert. Am Donnerstag, 10. September, ist die Stadtbibliothek dann Schauplatz eines grenzüberschreitenden Musikerlebnisses. Um 17 Uhr musizieren die Sunset Chords Junior (AAG) gemeinsam mit Kindern aus Burkina Faso.

Zum ersten Mal Abstecher nach Altenbruch
Zum ersten Mal kommt die Interkulturelle Woche am Freitag, 11. September, in die Villa Gehben: Ab 20 Uhr spielen Boris Moench und Freunde ("Bo & Frieds") Musik von den 80ern bis heute - ein Konzert, das Generationen zusammenbringen soll.
Am nächsten Tag wird an der Ecke Deichstraße/Alter Deichweg am neuen Deichband-Platz das "Tante Emma"-Mitmachbüro eingeweiht. Von 13 bis 17 Uhr gibt es Programm mitsamt internationalem Apfelkuchenwettbewerb.
Das Bali-Kino ist seit jeher ein zuverlässiger Partner für das IKW-Organisationsteam: Jörg Flehnert und Friedhelm Volkens (Kulturyard), Gabriele Hoffmann, Svenja Plock (Stadt Cuxhaven) und Verena Nickels sowie Dorota Mrusek (Paritätischer Cuxhaven). Auf Initiative der "Omas gegen Rechts" Cuxhaven wird dort am 15. September der Film "Kein Land für niemand" über die Migration nach Europa gezeigt. Für den 18. September hat "Tante Emma" den Film "Der Krieg in mir" ins Kino geholt; darin geht es um die Auswirkungen der NS-Zeit bis heute.
Einen weiteren Treffpunkt wird die Gnadenkirche ("Kulturkirche") bilden. Am 25. September präsentiert dort "Moby's Culture Club Cuxhaven" den Buster-Keaton-Stummfilm "Sherlock Junior" mit Live-Begleitung am Flügel. Tags darauf gibt es Jazz-Improvisationen mit Thomas Becker (Klavier) und Friedhelm Volkens (Saxofon). Eine Text-Bild-Lesung mit dem Titel "Moses auf der Elbe" rekapituliert am 28. September eine Ausreise nach Palästina und am 2. Oktober vereinigen sich in der Kirche der Roman "Morgen und Abend" von Jon Fosse und Jatt zu einem neuen Klangerlebnis. Jazz live zu erleben, und zwar aktiv, dazu lädt Klaus Gilg am 1. Oktober bei einem Jazz-Workshop im "Unikat" ein.
Das Theaterstück "Was heißt denn hier wir?" richtet sich am 17. September im Stadttheater an Jugendliche ab 14 Jahren. An Kinder und Jugendliche richten sich auch der alljährliche Theaterworkshop des Jugendmigrationsdienstes für die Grund- und Oberschule Süderwisch sowie ein Percussion-Workshop im Altenwalder Gemeindehaus, zu dem das "Offene Herz Altenwalde" Zweit- bis Sechstklässler einlädt. Eine weitere Mitmachaktion ist in der zweiten Septemberhälfte auf dem Schulhof des Lichtenberg-Gymnasiums zu verfolgen, wo eine Weltkugel gestaltet wird.
Singen diesmal auf dem Kaemmererplatz
In die Reihe gehört auch die Lesung "Ich will lieber schweigen" am 26. September im Schloss Ritzebüttel. Leslie Malton und Felix von Manteuffel spüren darin den Erinnerungen von Will Quadflieg von März 1945 bis September 1946 nach.

Den stimmungsvollen Abschluss der durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" geförderten Interkulturellen Woche bildet wie in den Vorjahren das gemeinschaftliche Singen am Tag der Deutschen Einheit; diesmal nicht neben dem Rathaus, sondern auf dem Kaemmererplatz. Begleitet durch vier Chöre können die Gäste miterleben, wie ein starkes Gefühl der Gemeinschaft entsteht.
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