Stadt Cuxhaven zieht Bilanz zu Car-Bike-Ports: Veränderungen stehen an
Seit einem Jahr stehen die blauen "Car-Bike-Ports" an Cuxhavens Straßenrändern. Zu Beginn waren die Reaktionen der Fahrradfahrer allenfalls verhalten. Die Stadt zieht nun eine Bilanz - und äußert sich zur Zukunft der Fahrradständer.
Würden sich die Fahrradständer im Auto-Design in der Saison doch noch durchsetzen?
Fahrrad-Parkanlage kostet die Stadt Cuxhaven jeweils 5600 Euro
Im Juli 2022 fiel die Entscheidung und die Stadt Cuxhaven kaufte sechs "Car-Bike-Port"-Fahrradparkanlagen der Firma "Cyclehoop" zum Stückpreis von 5600 Euro. Die ersten wurden im November installiert. Mit 4,10 Metern passt eine Anlage genau auf einen normal großen Pkw-Stellplatz. Zehn Fahrradbügel, montiert an der Silhouette eines Autos, visualisieren "wie viel Platz die bisher als selbstverständlich verstandenen Autostellplätze einnehmen und dass dieser Platz auch anders genutzt werden kann. Eben beispielsweise für klimaschonende Verkehrsmittel wie das Fahrrad", erklärt Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven, auf Anfrage unseres Medienhauses. Aktuell sind vier der sechs Fahrradabstellanlagen in Betrieb: In der Rohdestraße hinter den E-Ladesäulen, in der Holstenstraße vor der Pizzeria Pomod'oro, vor dem Bürgerbüro in der Rathausstraße und eine Anlage in der Deichstraße kurz vor dem Slippen.
Graffiti und Aufkleber am Car-Bike-Port in Cuxhaven
Anfang 2023 herrschte bei den Cuxhavenern noch Unverständnis über die neue Anlage. Potenzielle Nutzer bemängelten auch die unpraktische Gestaltung, da die Anlehnbügel nur von einer Seite zugänglich sind. Oft bleiben die blauen Anlagen leer und sind eher eine Anlaufstelle für Graffiti und Aufkleber.
In der Beschlussvorlage aus 2022 heißt es: "Darüber hinaus sollten die grundsätzlichen Erfahrungen mit den Anlagen abgewartet werden, um dann zu gegebener Zeit eventuell noch weitere Car-Bike-Ports für zusätzliche Standorte anzuschaffen." Da die Anlagen zudem transportabel sind, können die Standorte auch gewechselt werden, wenn sich ein Standort nicht bewährt.
Stadt Cuxhaven zieht erste Bilanz zu den blauen Fahrradständern
Nach der ersten Sommersaison mit den blauen Fahrrad-Parkanlagen zieht die Stadt Cuxhaven nun eine erste Bilanz: "Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Car-Bike-Ports vor dem Bürgerbüro und an der Holstenstraße gut genutzt werden. In der Rohdestraße nehmen wir auch eine regelmäßige Auslastung der Stellplätze wahr", so Kolbenstetter. Für den Stellplatz am Ende der Deichstraße könnte dagegen künftig ein neuer Standort gesucht werden, um die Auslastung an anderer Stelle zu erhöhen, erklärt er.
Bekommt Altenbruch demnächst auch ein Car-Bike-Port?
Auf Wunsch des Altenbrucher Ortsrates soll zudem demnächst ein Car-Bike-Port in die Ortsmitte verlegt werden. "Außerdem befinden wir uns in der Planung, einen Car-Bike-Port im Raum Duhnen zu positionieren." Dieser soll dann in der Nähe des Duhner Kreisels zum Einsatz kommen. Die Verlagerungen sollen rechtzeitig zum Start der nächsten Saison erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt seien seitens der Verwaltung keine weiteren Anschaffungen von Car-Bike-Ports geplant.
Car-Bike-Ports in Cuxhaven fallen nicht ins Auge
Hinsichtlich der regelmäßigen Nutzung unterscheidet sich die Wahrnehmung der Stadt Cuxhaven jedoch grundlegend von der der Passanten. Ein 55-jähriger Cuxhavener, der nach eigenen Angaben täglich am Car-Bike-Port in der Rohdestraße vorbeikommt, erklärt, dass er dort nur selten abgestellte Fahrräder wahrgenommen habe. "Das Ding fällt einfach nicht auf", betont er. Die meisten würden eher auf die Fahrradbügel am Kaemmererplatz zurückgreifen. "Die Fahrradständer vor der Buchhandlung Oliva sind schnell belegt und dann wird das Fahrrad oft einfach irgendwo dazwischen abgestellt", so der Cuxhavener weiter. Seine Frau ergänzt: "Vielleicht wäre eine andere Farbe hilfreich. Irgendwas, damit die Abstellmöglichkeit einfach besser zur Geltung kommt."
Kinder nutzen Anlagen in Cuxhaven zum Spielen und Klettern
Auch die Gewerbetreibenden in der Umgebung der Holstenstraße haben nur vereinzelte Nutzungen der Car-Bike-Ports wahrgenommen - und diese waren häufig nicht zweckgebunden: "Wer sie oft nutzt, sind Kinder, die dann darauf spielen und klettern. Die meisten nutzen eher die Fahrradständer vor dem Kino oder immer noch die Laterne auf der anderen Straßenseite." Vor allem im Sommer sei die blaue Anlage zwar zeitweise genutzt worden, dann aber oft nur von den Gästen der dahinter liegenden Pizzeria.
