Erster Spatenstich für das neue Pfarrhaus am Königshof mit Sieghard Haude,  Alexandra Marx (Kirchenvorstand), Ernst-Wilhelm Hoffmann, Kerstin Tiemann, Friedo Wege (Kirchenkreis-Bauauschuss) und Tomas Zobel (v.l.). Foto: Reese-Winne
Erster Spatenstich für das neue Pfarrhaus am Königshof mit Sieghard Haude, Alexandra Marx (Kirchenvorstand), Ernst-Wilhelm Hoffmann, Kerstin Tiemann, Friedo Wege (Kirchenkreis-Bauauschuss) und Tomas Zobel (v.l.). Foto: Reese-Winne
Vision wird Wirklichkeit

Krise? Aber nicht hier: Nagelneues Pfarrhaus für Gemeinde in Cuxhaven-Altenwalde

von Maren Reese-Winne | 28.03.2025

Krise auf dem Bau, Krise bei der Kirche und eine ungeklärte Nachbesetzung der Pfarrstelle: Ein Umfeld, wie geschaffen für die evangelische Kirchengemeinde Altenwalde, die sich anschickt, gerade jetzt eine langgehegte Vision in die Tat umzusetzen.

Mitten im Ort lässt sie ein nagelneues familientaugliches Pfarrhaus bauen.

Das Grundstück mit dem alten Baumbestand präsentierte sich bei Sonne und Vogelgezwitscher von seiner besten Seite, als im kleinen Kreise am Donnerstag der erste Spatenstich getätigt wurde. Angrenzend an das alte Pfarrhaus, das Gemeidezentrum, den Bürgerpark und die evangelisch-lutherische Kita am Frankenweg entsteht auf einem 625-Quadratmeter-Grundstück der Neubau mit 143 Quadratmetern Wohnfläche und einem Pfarrbüro im Erdgeschoss.

Nicht ohne Luftwärmepumpe und Photovoltaikanlage

Natürlich nach dem zeitgemäßen technischen Standard mit Luftwärmepumpe und Photovoltaikanlage ausgestattet, wie Sieghard Haude vom Bauausschuss des Kirchenvorstands vor den Gästen betonte, unter ihnen Superintendentin Kerstin Tiemann, der stellvertretende Ortsbürgermeister Ernst-Wilhelm Hoffmann, Architekt Hardo Schulz, Tomas Zobel von der ausführenden Firma Rösner-Bau, Pastor Achim Wolff und Vertretungen des Kirchenkreises und des Kirchenvorstands.

Erste Überlegungen vor zehn Jahren

Vor zehn Jahren entstanden die ersten Überlegungen für den Neubau. Nachdem klar war, dass der evangelische Kirchenkreis Cuxhaven den Erhalt des Pfarrsitzes in Altenwalde befürwortete, wurde auch die Landeskirche mit ins Boot geholt. Bis zur Bewilligung der Einzelzuweisung dauerte es noch bis zum Oktober 2024. Nach der Erteilung der Baugenehmigung am 4. März begannen unverzüglich die ersten Arbeiten auf dem Grundstück, wo schon die Umrisse des Neubaus zu erkennen sind und zum symbolischen Auftakt am Donnerstag die Spaten bereitstanden.

Der Neubau wird in den schönen alten Baumbestand eingegliedert, hinten das alte Pfarrhaus. Foto: Reese-Winne

"Hier ist in kurzer Zeit etwas Wunderbares gelungen", betonte Superintendentin Kerstin Tiemann, ohne die lange Wartezeit zuvor zu beschönigen. So großes Engagement müsse gefördert werden, war Kerstin Tiemann überzeugt. Während vielerorts von Rückzug und Sparmaßnahmen die Rede sei, habe die Kirche in Altenwalde Zukunft: "Das liegt an dem, was diese Gemeinde ausmacht." Nämlich Einsatz für andere, Unterstützung und Begegnung.

Getragen durch die Gemeinde und den Segen Gottes

Die Superintendentin wünschte sich für den Neubau eine Zukunft als Haus des Zuhörens, der Lebensbegleitung, der Gespräche, der Ideen und der Zukunft, der Hoffnung und der Freude, getragen durch das Miteinander der Kirchengemeinde und unter der schützenden Hand Gottes.

Der Ortsrat begleite die Geschicke der Gemeinde seit Jahrzehnten und mache sich stets Gedanken darüber, wie er die Aktivitäten weiter unterstützen könne, sagte Ernst-Wilhelm Hoffmann.

Hort zieht in das alte Fachwerkhaus

Die 580.000-Euro-Investition wird durch Eigenmittel der Kirchengemeinde und einen Zuschuss der Landeskirche in Höhe von 143.500 Euro getragen. Das nahegelegene alte Pfarrhaus bleibt erhalten: Während das Obergeschoss vermietet ist, wird das Untergeschoss gerade für die Schulkinder des Horts der Kreuzkirche umgebaut, die dort im Sommer einziehen können sollen. Der Hort befindet sich seit einigen Jahren in der früheren Verwaltungsstelle an der Hauptstraße unterhalb des Ortsratssaals. Für die Bauleitung zeichnet - ebenso für den Neubau des Pfarrhauses - Hardo Schulz aus dem Architekturbüro Günter Apelt & Partner (Cuxhaven) verantwortlich. 

Der frühere Pfarrgarten bietet genug Platz für ein neues Wohnhaus mit Pfarrbüro und ausreichend Außen- und Spielflächen. Foto: Reese-Winne

Der Umzug ist somit ein Projekt, das gerade noch so in die Amtszeit Achim Wolffs fallen könnte. Ende Juli wird er in den Ruhestand gehen. Die mit der Stellenausschreibung verbundene Werbekampagne zur Gewinnung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers ist in vollem Gang und soll bereits erste Nachfragen, jedoch noch keine konkrete Bewerbung ausgelöst haben. Kirchengemeinde und -vorstand setzen sich aktiv für die Neubesetzung ein. Nicht umsonst hat Achim Wolff bei den Vorbereitungen festgestellt: "Wir haben etwas zu bieten." Neben dem Pfarrhaus-Neubau vor allem eine aktive, lebendige und jederzeit für neue Ideen offene Gemeinde.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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