Mit der neuen Kailinie im Rücken unterstrich Ministerpräsident Olaf Lies (r., hier mit Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, NPorts-Chef Holger Banik und NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink) die des weit über die Grenzen der Region hinausgehende Bedeutung des Standorts Cuxhaven im Windktaft-Segment. Foto: Koppe
Mit der neuen Kailinie im Rücken unterstrich Ministerpräsident Olaf Lies (r., hier mit Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, NPorts-Chef Holger Banik und NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink) die des weit über die Grenzen der Region hinausgehende Bedeutung des Standorts Cuxhaven im Windktaft-Segment. Foto: Koppe
Windkraft-Drehkreuz

"Systemrelevant": Hafenwirtschaft sieht Cuxhaven im Zentrum der Energiewende

von Kai Koppe | 18.03.2026

Klare Worte beim Energie-Frühstück in Cuxhaven: Ministerpräsident Olaf Lies sieht den Hafen als unverzichtbar für die Energiewende und mahnt zugleich Tempo und Verlässlichkeit an.

Mit zwei Förderzusagen hatte sich das niedersächsische Wirtschaftsministerium unlängst zum Hafenstandort Cuxhaven bekannt. Am Mittwoch erklärte der Ministerpräsident, welche Bedeutung er den Logistikeinrichtungen mit Blick auf die Energiewende beimisst: "Ohne den Norden, ohne Niedersachsen, ohne Cuxhaven wird es nicht funktionieren", betonte Olaf Lies in Steinwurfweite der künftigen Liegeplätze 5 bis 7. 

Bei einem am Rande der Hafenbaustelle veranstalteten "Energie-Frühstück" bildeten die auf den Tischen angerichteten Körnerbrötchen nicht mehr als das Beiwerk. In erster Linie ging es um die Rolle, die dem Cuxhavener Hafen als Deutschlands führendem Windkraft-Umschlagplatz auf nationaler Ebene, ja möglicherweise sogar im über Staatsgrenzen hinausgehenden Kontext, zukommt.

Bedeutung reicht über lokalen Tellerrand hinaus

"Was hier draußen passiert, ist nicht nur für die Region wichtig, sondern für Europa", bekräftigte Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer. Er bezog sich dabei auf zwei Hopperbagger, die im Blickfeld des Ministerpräsidenten, der Gastgeber aus dem Hause Niedersachsen Ports sowie der Vertreter der Hafenwirtschaft ein Sand-Wasser-Gemisch hinter die vor wenigen Wochen geschlossene Spundwand pumpten. Am Ende werden es drei Millionen Kubikmeter Sediment sein, die für einen Flächenzuwachs von 28 Hektar sorgen: Kapazitäten, die angesichts der in Cuxhaven bewegten Windkraft-Komponenten gebraucht werden. "Die Offshore-Industrie ist kein Startup mehr", gab Arne Ehlers, Vorsitzender der örtlichen Hafenwirtschaftsgemeinschaft, zu bedenken. Er sprach davon, dass die Zahl der auf den Terminals im östlichen Hafengebiet umgeschlagenen Anlagen einer Jahresleistung von fünf Gigawatt entspreche. 80 Prozent aller Rotorblätter würden ihren Weg über den hiesigen Hafen nehmen, fügte Ehlers hinzu. "Damit ist Cuxhaven systemrelevant."  

Aus Sicht der Anwesenden wird die Bedeutung des Standortes wachsen: NPorts-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink sprach den geplanten Schwerlastzubringer an, bei dessen Bau die Landestochter Regie führen wird. NPorts-Geschäftsführer Holger Banik dankte der Landesregierung für die zugesagten Finanzmittel und bezog sich dabei nicht nur auf die Sanierung der Alten Liebe: Hafenanbindung und die rechts und links davon entstehenden Gewerbeflächen sollen der Stadt Cuxhaven die Chance bieten, "vor die Lage zu kommen".

Im Zweifelsfall noch mehr Gas geben

Ministerpräsident Lies nutzte diese Formulierung am Mittwoch, um zu unterstreichen, dass rasches Handeln auf einem schnelllebigen und längst globalen Markt. Um Firmen an den Standort zu binden (und Cuxhaven nach den Worten seines OB "neu aufzustellen"), bedarf es aus seiner Sicht eines Flächen-Pools in der Hinterhand. 

Cuxhavens Ambitionen vor Augen blickt Olaf Lies gegenwärtig besorgt in Richtung Berlin: Energiepolitisch dürfe man nicht den Kurs verlieren, mahnte der 58-Jährige, der die von der Bundeswirtschaftsministerin angepriesenen Klein-Kernkraftwerke als Chimäre bezeichnete. Im Namen der Hafenwirtschaft warnte auch Ehlers davor, eine auf Erneuerbare Energien geeichte Uhr zurückdrehen zu wollen. Die Industrie benötige Verlässlichkeit, die über eine Legislatur hinausreiche, so der Reeder und Hafenunternehmer. "Wenn der Wohnwagen anfängt zu schlingern, muss man Gas geben", zitierte er - auf die gegenwärtige Phase energiepolitischer Desorientierung gemünzt - eine mutmaßlich niederländische Redensart. Ehlers rief auch dazu auf, bei allen individuellen Differenzen "das große gemeinsame Ganze" im Blick zu behalten - und bezog sich dabei nicht allein auf das Kernthema des Energie-Frühstücks, sondern generell auf die gesellschaftliche Großwetterlage - einen Bereich, in den auch Diskussionen um die Ertüchtigung der Bundeswehr und um einen Freiwilligendienst fallen.

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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