An der Baumrönne ermöglicht ein neuer Batteriespeicher mit Ladeinfrastruktur das gleichzeitige Aufladen von bis zu vier Elektro-Lkw. In Zukunft will der Cuxhavener Unternehmer Jochen Kaufholt das Angebot noch erweitern. Foto: Larschow
An der Baumrönne ermöglicht ein neuer Batteriespeicher mit Ladeinfrastruktur das gleichzeitige Aufladen von bis zu vier Elektro-Lkw. In Zukunft will der Cuxhavener Unternehmer Jochen Kaufholt das Angebot noch erweitern. Foto: Larschow
Neue Ladeinfrastruktur 

Mobilitätshub für Wasserstoff in Cuxhaven: Produktion, Tankstelle und E-Ladestationen

von Tim Larschow | 04.09.2024

Vom Anrücken der ersten Bagger im Februar 2023 bis zur feierlichen Inbetriebnahme der Wasserstoff-Elektrolyseanlage ist viel passiert. Das Vorhaben an der Baumrönne ist ein Grundstein für die Wasserstoffmobilität auf See und an Land in Cuxhaven.

Der Cuxhavener Unternehmer Jochen Kaufholt produziert mit seiner Anlage derzeit 200 Kilogramm Wasserstoff pro Tag. Den verbraucht das Versorgungsschiff "Coastal Liberty", das Kaufholt und seine Partner mit einem Wasserstoff-Hybrid-Antrieb ausgestattet haben, damit es CO2-frei fahren kann. Das Schiff transportiert Personen und Material zwischen Cuxhaven und der Bohr- und Förderinsel Mittelplate.  "Wir haben aber auch schon Wasserstoff an andere Kunden verkauft. Die Nachfrage ist nach wie vor groß", sagt Kaufholt.

Sollte die Nachfrage weiter steigen, sei es kein Problem, die Produktion schnell auf bis zu einer Tonne pro Tag hochzufahren. Doch neben der Produktion sind auf dem Gelände an der Baumrönne noch zwei weitere Projekte geplant. Eines davon ist bereits umgesetzt.

Wasserstofftankstelle befindet sich in Planung

Neu ist der Batteriespeicher. "Es ist ein Mobilitätshub der Zukunft entstanden, mit dem wir hier zwei Konzepte zusammenbringen. Zum einen die Brennstoffzellentechnologie und zum anderen die batterieelektrische Mobilität. Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch", sagt Jochen Kaufholt und ergänzt: "Viele diskutieren darüber, welches Konzept das bessere ist. Wir brauchen aber beides."

Die Zwei-Megawatt-Elektrolyseanlage der Turneo GmbH in Cuxhaven. Foto: Larschow

Allerdings würde die Infrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge um ein Vielfaches teurer, je mehr Fahrzeuge an einem Standort geladen werden sollen. "Das liegt unter anderem an der Anschlussleistung und dem Platzbedarf. In der Zeit, in der ein Fahrzeug geladen wird, können fünf mit Wasserstoff betankt werden. Je mehr Lkw also tanken, desto günstiger wird die Wasserstoff-Infrastruktur", erklärt Kaufholt.

Der neue Batteriespeicher mit Ladeinfrastruktur ermöglicht derzeit das gleichzeitige Laden von bis zu vier Lkw. Geplant ist, Kapazitäten für bis zu zehn Fahrzeuge zu schaffen. Der Speicher sorgt dafür, dass immer die volle Ladeleistung von 150 Kilowatt zur Verfügung steht.

An der Ladestation sorgt der Batteriespeicher dafür, dass immer die volle Ladeleistung von 150 Kilowatt zur Verfügung steht. Foto: Larschow

Das nächste Projekt, das umgesetzt werden soll, ist die Wasserstofftankstelle. Hier gab es einige Verzögerungen, aber Kaufholt ist optimistisch. "Derzeit laufen Gespräche mit einem Betreiber über Bau und Betrieb. Die Planungen für die Umsetzung haben bereits begonnen", so der Unternehmer.

Schon bald soll an der Baumrönne im Hafen Wasserstoff getankt werden können. "Mobilitätshubs wie dieses wird es künftig auch an anderen Standorten geben", sagt Kaufholt. Und er schließt nicht aus, selbst weitere solcher Plätze zu schaffen.

Preis für Innovationen und Engagement erhalten

Für das Projekt, eine Wasserstoff-Infrastruktur und die maritime Anwendung in Cuxhaven, erhielt Jochen Kaufholt im Dezember 2022 den "German Renewables Award". Dieser wird vom Cluster Erneuerbare Energien Hamburg für herausragende Innovationen und persönliches Engagement für die erneuerbaren Energien verliehen wird. Der Preis in der Kategorie "Wasserstoffinnovation des Jahres" ging an die "Turneo GmbH" und Kaufholt als geschäftsführenden Gesellschafter. 

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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