Neue Aufgabe für Marineflieger in Nordholz: Acht Drohnen des Typs MQ-9B sind bestellt
Das Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz wird Stützpunkt für acht flugzeugähnliche Drohnen des Typs MQ-9B. Hierfür werden vier Bodenkontrollstationen benötigt. Außerdem muss Fachpersonal ausgebildet werden. Warum gerade Nordholz so geeignet ist.
Dieser Beschluss stärkt nochmals die Bedeutung des Marinefliegerstützpunkts in Nordholz: Ab dem Jahr 2028 von werden dort aus auch Drohnen gesteuert. Die Bundeswehr hat am 12. Januar acht Drohnen des Typs MQ-9B beim US-amerikanischen Hersteller General Atomics Aeronautical Systems bestellt. Stationiert werden sie ab 2028 beim Marinefliegergeschwader 3. Von dort aus werden auch die Bodenkontrollstationen betrieben.
Kommandeur Kapitän zur See Broder Nielsen machte am vergangenen Donnerstag beim Neujahrsempfang keinen Hehl daraus, dass er sich über die Anschaffung freut. Die ferngesteuerte Drohne kann sowohl unabhängige Operationen fliegen als auch zusammen mit den bemannten Seefernaufklärern des Typs P-8A Poseidon agieren, von denen das MFG 3 im vergangenen Spätherbst die ersten beiden erhalten hat. Die P-8A ist mit einer Länge von knapp 40 Metern und einer Spannweite von etwa 38 Metern das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Bis 2028 soll das MFG 3 insgesamt acht Maschinen erhalten.

Der Drohne MQ-9B mit ihrer Flügelspannweite von über 20 Metern bei einer Länge von zehn Metern werden besonders gute Segeleigenschaften zugeschrieben. Hierdurch und durch ihr geringes Gewicht von rund 2230 Kilogramm soll sie bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben können, immer abhängig von Wetter, Nutzlast und Flughöhe.
Beide Systeme - Flugzeuge ebenso wie Drohnen - sind darauf ausgelegt, per Seefernaufklärung Seewege und kritische Infrastruktur zu schützen, mit dem Fokus auf der Ostsee und dem Nordatlantik.
Auch Aktivitäten unter Wasser erfassen
Nach Angaben der deutschen Marine kann die MQ-9B über 2000 Kilogramm Zuladung mit ins Einsatzgebiet bringen. Verschiedene Sensoren, darunter unterschiedliche Kameras und Radare, kommen beim Scannen der Meeresoberfläche zum Einsatz. "Zusätzlich gibt es Kanister, die Sonarbojen ausstoßen können. Diese erlauben es dem unbemannten Flugzeug, auch Aktivitäten unter Wasser zu erfassen, etwa die Bewegung von U-Booten", heißt es aus dem Presseinformationszentrum der Marine.
Und weiter: "Die Daten der Sensoren werden dann an die Bodenkontrollstation gesendet, von der aus die Marineflieger die MQ-9B steuern. Auch andere Flugzeuge und Schiffe der Marine werden auf die gesammelten Daten der Drohne zugreifen können - bei Bedarf auch Einheiten verbündeter Streitkräfte. So kann die MQ-9B zukünftig auch im Bereich der U-Boot-Jagd eingesetzt werden. Ein großer Mehrwert, denn bei der Suche nach gegnerischen U-Booten ist jeder zusätzliche Sensor äußerst nützlich."
Neue Infrastruktur und mehr Personal für Nordholz
Nach übereinstimmenden Angaben der Fachpresse besteht jeweils ein Aufklärungssystem aus zwei Drohnen des Typs MQ-9B "Sea Guardian" und einer Bodenstation. Laut Hersteller erfolgte die Bestellung über eine Beschaffungsorganisation der NATO. Einige befreundete NATO-Partner wie Großbritannien, Dänemark und Belgien setzen die MQ-9B bereits ein, weitere befinden sich - wie Deutschland - noch im Beschaffungsprozess.
In Nordholz muss in der Zeit bis zur Lieferung des ersten Systems noch einiges an Vorbereitungen getroffen werden, angefangen beim Bau der Infrastruktur (vier Bodenstationen) bis zur Ausbildung nicht nur der "Drohnenpiloten", sondern auch weiteren Fachpersonals. Auch vor diesem Hintergrund hat Broder Nielsen vergangene Woche von der dringend erforderlichen weiteren personellen Aufstockung in Nordholz gesprochen.