Nicht nur ein neuer Name: So startet die Oberschule Cuxhaven-Mitte durch
Über der Schultür in der Rathausstraße prangt ein neuer Schriftzug. Im Gebäude schreibt die Oberschule Cuxhaven-Mitte (bis Sommer Bleickenschule) Geschichte. Was hat sich verändert? Schulleben, Organisation, Platz, Auswirkungen auf den Unterricht.
Das Wetter passte zum Winter-Schulfest, mit dem die Oberschule Cuxhaven-Mitte kürzlich endlich auch offiziell ihren Start als Oberschule gefeiert hat. Ein früherer Zeitpunkt sei keinem richtig erschienen, zumal die Namens-Frage bis zum letzten Moment ungeklärt gewesen sei, erklärte Schulleiterin Clarissa Schröer.
"Oberschule Cuxhaven-Mitte im Bleick-Max-Bleicken-Haus" heißt es jetzt auf den frisch gestalteten Schul-Logos; seit Kurzem prangt auch der Name des allerersten Bürgermeisters der Stadt Cuxhaven über der Eingangstür in der Rathausstraße. Den Wechsel von der Haupt- zur Oberschule mit einem neuen Namen zu unterstreichen, war schon sehr früh Wunsch des Schulvorstands gewesen.

"Alle fühlen sich der Oberschule zugehörig"
Und der Effekt sei sicht- und spürbar, versichern Clarissa Schröer und Lehrerin Kirsten Bührig: "Es gibt hier keine Hauptschüler mehr. Alle fühlen sich der Oberschule zugehörig." Auch die Gestaltung des Eröffnungsfestes war Sache der gesamten Schulgemeinschaft, angefangen beim Fackel-Einmarsch der Jugendlichen bis zur Schlussdarbietung der Step-Aerobic-AG. Lehrkräfte waren an erleuchteten Schul-Regenschirmen zu erkennen und gaben Auskunft über alles Wissenswerte. "Ich sehe in den Gesichtern Stolz", freute sich Clarissa Schröer.

Ein langer Weg ist noch lange nicht vollendet
Und natürlich wurde es weihnachtlich bei effektvoller Beleuchtung, Tombola, Bastel- und Spielständen, Essen und Trinken. Während die Resonanz bei Eltern, Ehemaligen und Kooperationspartnern sehr hoch war, wunderten sich die Veranstalter jedoch über die Zurückhaltung der Offiziellen aus Kreis- und Stadtpolitik und Verwaltung, die das Thema Oberschule und Namensgebung schließlich jahrelang beschäftigt hatte. Den entscheidenden Beschluss, sich auf den Weg zu machen, hatte der Schulvorstand am 5. Februar 2020 gefasst.
Kompass prägt jetzt das neue Schullogo
Der offizielle Beginn im Sommer, als auch in Süderwisch die Oberschule an den Start ging, markierte noch lange nicht das Ende des Gestaltungsprozesses. Durch den zieht sich ein roter Faden - ein Kompass im Schullogo zeigt, wohin es geht: Neue Elemente im Schulleben werden mit maritimen Begriffen bezeichnet. "Stapellauf" hieß es zum Neustart; zum Beratungskonzept gehören jetzt "Lotsen-Gespräche" zwischen Klassenlehrkräften und Schülerinnen und Schülern, deren Ergebnisse in ein "Logbuch" eingetragen werden. Dieses Heft voller selbst formulierter Ziele soll die Schülerinnen und Schüler begleiten.
Elternabende in neuer Form
Gleich die erste von zwei Projektwochen im Jahr war dem Thema Schifffahrt gewidmet und mit der Elternabend-Serie "Kompass" - offene Gespräche mit Snacks, Getränken und Kinderecke statt Pflichtveranstaltungen auf kleinen Stühlen - beschreitet die Schule ebenfalls neue Wege; unlängst ging es mit Polizeioberkommissarin Britta Schumann und dem Beratungsteam der Schule um "TikTok, Snapchat & co."

Geblieben ist der Rahmen der gebundenen Ganztagsschule. Formal wird das Oberschul-Curriculum von der 5. Klasse an aufsteigend eingeführt. "Die Lehrkräfte sind glücklich", vermeldet Clarissa Schröer, "die Oberschule liefert andere Rahmenbedingungen, die den Kindern und ihnen guttun." Neben den beiden 5. Klassen ist auch eine 6. Klasse in der Außenstelle in der Schulstraße geblieben. Erweiterungsmöglichkeiten scheinen dort zurzeit nicht in Sicht, da die 1. Etage der alten Realschule als Ausweichquartier für das Lichtenberg-Gymnasium vorgesehen ist.
Gemeinde überreicht große Spende
In der Stadtmitte fühlt sich die OBS auch als Stadtteilschule, was durch eine gute Kooperation mit dem Stadtteilzentrum "Tante Emma" im Lotsenviertel untermauert wird. Kürzlich erlebten die 5. Klassen dort eine Lesung. Über den baldigen Einzug in ein eigenes Gebäude macht sich Clarissa Schröer wenig Illusionen: Sie rechnet damit, dass ihre Schule und die Gorch-Fock-Schule noch mindestens fünf Jahre lang gemeinsam unter dem Dach des Bleick Max Bleicken-Hauses sein werden.

Die Wahrnehmbarkeit der Oberschule in der Nachbarschaft spiegelte sich nicht zuletzt in einem ganz besonderen Mitbringsel der Freien Evangelischen Gemeinde zur Eröffnungsfeier wider: Eine Abordnung überbrachte einen Spendenscheck in Höhe von über 1650 Euro an den Förderverein. Eine Geste, die neben Wunderkerzen und Bodenfeuerwerk die Krönung des Tages darstellte.
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