Neuer Schulname: Cuxhavener Schule fühlt sich im letzten Moment ausgebremst
Was zum plötzlichen Sinneswandel in den Tagen vor dem Kreis-Schulausschuss geführt hat, kann sich die Planungsgruppe, die in der Cuxhavener Bleickenschule die Umwandlung zur Oberschule plant, nicht vorstellen
Bis dahin nämlich hatten sie sowohl von Verwaltungsseite als auch aus der Politik Signale wahrgenommen, dass diese den Namenswechsel zum neuen Schuljahr mittragen würden. Nun fühlt sich die Schule an die Wand gedrückt.
Schon im März hatte unser Medienhaus über das Vorhaben der heutigen Hauptschule berichtet, als Oberschule mit einem neuen Namen in das neue Schuljahr zu gehen - weil der Name "Bleickenschule" mit der Schulform der Hauptschule verbunden sei und für viele Eltern daher von vornherein ausfalle und weil es jetzt die Chance für einen Schnitt gebe. Eine öffentliche Reaktion dazu blieb aus, der Schulvorstand stellte also beim Schulträger, dem Landkreis, einen Antrag auf Namensänderung.
Einigung schien schon erzielt
Der Vorschlag: "Oberschule Cuxhaven" oder auch - sofern dieses nicht im Einklang mit der neuen Oberschule Süderwischschule stehe - "Oberschule Cuxhaven Mitte". Gegen die zweite Variante hatte die Süderwischschule, die ebenfalls ab Sommer Oberschule wird, keine Einwände. Folglich schlug auch die Kreisverwaltung in ihrer Vorlage zur Schulausschusssitzung vor, den Namen der Bleickenschule - wie vom Schulvorstand gewünscht - zum neuen Schuljahr zu ändern.
Am 7. Juni soll der Kreistagsbeschluss folgen
Fassungslos verfolgten dann Schulleiterin Clarissa Schröer und Mitglieder der Planungsgruppe am vergangenen Dienstag die Debatte, in der der Schul-Vorschlag zerpflückt und folglich auch nicht beschlossen wurde (wir berichteten). Die Politik wollte, dass noch einmal fraktionsübergreifend das Gespräch mit Schule und Verwaltung gesucht und ein Kompromiss gefunden wird, der aber den Namen "Bleicken" zwingend enthalten soll. Das alles in einer Woche, denn am 7. Juni soll im Kreistag möglichst der Beschluss gefasst werden.
Gesamtkonferenz für Dienstag zusammengerufen
Zu einer Kontaktaufnahme mit der Schule soll es seither nicht gekommen sein. Vielmehr hat Clarissa Schröer gleich am Mittwoch nach der Schulausschusssitzung mit stark verkürzter Ladungsfrist die Mitglieder der Gesamtkonferenz für Dienstag, den 6. Juni, eingeladen. Einziger Tagesordnungspunkt: der Schulname. Frei fühlt sich die Schule dabei allerdings nicht mehr: "Uns ist ja nur noch die Möglichkeit gelassen worden, einem Kompromiss zuzustimmen", sagt Konrektorin Christine Mursall. Ergebnisoffen sei das nicht.
Der Antrag auf die Änderung des Namens sei in der Schule und in der Planungsgruppe Oberschule sorgfältig abgewogen worden. Clarissa Schröer erinnert sich an die Schulinterne Fortbildung gleich nach Eintreffen des Oberschul-Genehmigungsbescheids: "Wir haben über Lehrwerke, Abläufe und Organisation diskutiert. Nirgends war die Einigkeit so groß wie beim zukünftigen Namen."
Schule in der Mitte der Gesellschaft
"Cuxhaven-Mitte", das stehe auch für "mittendrin", für eine Schule für alle in der Mitte der Gesellschaft, ist sich auch die Planungsgruppe Oberschule einig; ein Gremium, dessen Mitglieder sich alle einem Bewerbungsverfahren gestellt haben und vom Landesamt für Schule und Bildung offiziell ernannt worden sind. "Wir haben unseren Vorschlag sorgfältig abgewogen und haben uns ernsthaft damit auseinandergesetzt", heißt es.
Den Beteiligten ist es schleierhaft, warum die Reaktion auf ihren Vorschlag nicht früher eingesetzt hat - da, wo noch Zeit für den Austausch über mögliche Alternativen gewesen wäre. Denn es sei ja nicht ausgeschlossen, an Bürgermeister Bleicken an anderer Stelle zu erinnern. Nun aber sitzt der Schule schon aus organisatorischen Gründen die Zeit im Nacken, weil Schilder, Briefbögen und Vordrucke für die Zeugnisse in Auftrag gegeben werden müssen.
"Ich glaube, der Öffentlichkeit ist überhaupt nicht bewusst, was wir hier vorbereiten und warum dafür auch die Namensänderung bedeutsam ist", erwägt Lehrerin Kirsten Bühring, Mitglied der Planungsgruppe. Das hänge auch damit zusammen, dass die Schule nicht für alle sichtbar in ein neues Gebäude umziehe. Geplant ist dies für die nächsten Jahre, nachdem politisch beschlossen worden ist, dass die Gorch-Fock-Schule als städtische Grundschule an der Rathausstraße bleiben und der Landkreis für die jetzige Bleickenschule neu bauen soll.
Was Bleicken wohl selbst hierzu gesagt hätte?
Es gehe überhaupt nicht um Zweifel an der Person Bleik Max Bleickens, betonen Clarissa Schröer und Christine Mursall, die sich auch fragen, ob das jahrelange Ringen um Raumnot, Schulstandort und Notlösungen wohl im Sinne des ersten Bürgermeisters der Stadt Cuxhaven gewesen wäre. Allzu viel Energie sei in das Gedenken um sein Werk bislang auch nicht investiert worden: "Fragen Sie jemanden auf der Straße, wer Bleicken war - die meisten werde es nicht wissen. Aber sie werden die Bleickenschule nennen." Und damit wäre der klare Schnitt nicht gelungen: "Es wird überhaupt nicht wahrgenommen als neue Schule, die gegründet wird."
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