Ortsbürgermeister Herbert Kihm und Apotheker Rotimi Olatunde aus Sahlenburg setzen sich dafür ein, dass die Hausarztversorgung in Sahlenburg langfristig erhalten bleibt. Sie wollen damit auch ein elementares Thema in die Öffentlichkeit rücken. Foto: Reese-Winne
Ortsbürgermeister Herbert Kihm und Apotheker Rotimi Olatunde aus Sahlenburg setzen sich dafür ein, dass die Hausarztversorgung in Sahlenburg langfristig erhalten bleibt. Sie wollen damit auch ein elementares Thema in die Öffentlichkeit rücken. Foto: Reese-Winne
Engpass in Sahlenburg vermeiden

Ortsbürgermeister und Apotheker aus Cuxhaven gehen mit auf Hausarztsuche

von Maren Reese-Winne | 26.09.2023

Cuxhavens Kurteil Sahlenburg bangt um seine langfrstige Hausarztversorgung: Der Ortsbürgermeister und der Apotheker des Ortes wollen nicht tatenlos zuschauen und wünschten sich auch über Sahlenbuzrg hinaus mehr Bewusstsein für das Thema Ärztemangel.

Ortsbürgermeister Herbert Kihm ist naturgemäß ein Fan seines schönen Stadtteils und ist damit nicht allein: Rund 3000 Einwohnerinnen und Einwohner leben ständig in Sahlenburg, dazu kommen die Zweitwohnungsbesitzer und in der Saison zahlreiche Feriengäste. Nur etwas Wesentliches droht all diesen Menschen bald gänzlich zu fehlen: Sahlenburg bangt um die Hausarztversorgung.

Noch praktiziert der bisherige Hausarzt

Schon vor geraumer Zeit haben sich Herbert Kihm und der Apotheker des Ortes, Rotimi Olatunde, Inhaber der Heide-Apotheke in der Nordheimstraße, zusammengetan, um die Ansiedlung eines neuen Arztes oder einer neuen Ärztin zu fördern - bislang zu ihrem Bedauern vergeblich. Natürlich sei ihm mitnichten daran gelegen, dem langjährig in Sahlenburg praktizierenden Hausarzt Dr. Volker Geisen auf die Füße zu treten - und das sei auch gar nicht Intention des Engagements, versichert Herbert Kihm.

Vielmehr stehe über kurz oder lang jedoch eine Schließung dieser Praxis aus Altersgründen bevor und die Nachfolgersuche gestalte sich - wie überall in der Stadt - schwierig. Die Situation, so befürchten Rotimi Olatunde und Herbert Kihm, wird sich noch dadurch verschärfen, dass in den kommenden Jahren  zahlreiche Ärztinnen und Ärzte in der gesamten Stadt in den Ruhestand gehen werden. Einen Schnitt habe schon die Schließung des Helios-Seehospitals für den Ort bedeutet.

Situation wie in Duhnen möglichst vermeiden

Zudem bestehe noch ein besonderer Umstand darin, dass der ansässige Allgemeinmediziner auch als Kurarzt praktiziere. "Im touristischen Zentrum Duhnen gibt es seit lange weder einen Badearzt noch einen Kurarzt und wir befürchten, dass Sahlenburg diesem desolaten Zustand demnächst folgen wird."

Auf einen ersten kurzen Bericht Herbert Kihms in der Zeitung hin habe bereits eine Ärztin Interesse bekundet. Doch diese große Hoffnung habe sich zwischenzeitlich zerschlagen, weil sich die Ärztin für einen anderen Ort entschieden habe. Alles keine guten Zukunftsaussichten, findet  Herbert Kihm, der auch die Bedeutung der Apotheke im Ort für die Nahversorgung der Bevölkerung unterstreicht: "Wir brauchen Herrn Olatunde so sehr wie einen Arzt oder eine Ärztin."

Schon leerstehende Immobilien begutachtet

Gemeinsam haben die beiden sogar schon über die Bereitstellung von Räumlichkeiten beratschlagt. Sie müssten gut zu erreichen sein und auch Parkmöglichkeiten bieten. Selbst das leerstehende ehemalige Wattenmeer-Besucherzentrum in Strandnähe ist schon in ihren Gedanken herumgegeistert: "Das gehört der Stadt. Räume und sanitäre Anlagen sind da. Natürlich wäre einiges an Investitionen erforderlich", räumen beide ein.

Generell würden sie sich mehr Erfindungsreichtum und auch eine öffentliche Bewegung für ein Thema wünschen, das in absehbarer Zeit noch zahlreiche Menschen in Cuxhaven beschäftigen werde, wenn auch die Praxis vor ihrer Haustür schließe: "Das scheint noch nicht im Bewusstsein angekommen."

Nachwuchskräfte so gut wie möglich unterstützen

Es brauche frische Ideen, um Nachwuchskräfte zu unterstützen und somit nach Cuxhaven und dringend auch nach Sahlenburg zu locken: "Wir dürfen die Randbezirke nicht austrocknen lassen."

Der Stellenwert weicher Standortfaktoren wie Wohnangebote, Kinderbetreuung, gute Anbindung und Freizeitangebote sei heutzutage höher denn je. Für Sahlenburg jedenfalls könnte Herbert Kihm eine Reihe von Argumenten aufzählen, allen voran die geniale Mischung von Strand, Wald und Heide und erst recht die winkende Unterstützung aus der Bevölkerung. Er und Rotimi Olatunde hoffen, dass der Funke eines Tages doch noch überspringt - am liebsten nahtlos, bevor ein Engpass entsteht. Jede neue Interessensbekundung werde jedenfalls mit Freuden entgegengenommen. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Maren Reese-Winne
Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Einsatz gegen Schwarzarbeit

Baustellen-Kontrolle in Döse: Zoll erwischt drei Arbeiter ohne erforderliche Papiere

von Kai Koppe

Bei der Überprüfung einer Baustelle in den Straßen Mühlentrift / Hinter der Kirche stellten Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) am Donnerstag mehrere Verstöße fest.

Im Fort Kugelbake

Historienspektakel 2026 in Cuxhaven gestartet: Feuershow und Gaukler begeistern Gäste

von Bengta Brettschneider

Das historische Markttreiben verwandelt das Fort Kugelbake in Cuxhaven in eine mittelalterliche Welt. Handwerker, Gaukler & eine Feuershow locken Besucher noch bis Sonnabend (8. August 2026). Was das Historienspektakel noch zu bieten hat. (Mit Video)

Sicherheitshinweise am Wasser

Lebensgefahr in Cuxhaven: Warum Schwimmen in der Grimmershörnbucht tödlich enden kann

von Jens Potschka

Wenn Schwimmer die sicheren Bereiche der Grimmershörnbucht verlassen, wird aus Freizeitvergnügen schnell Lebensgefahr. Strömungen und Schiffsverkehr stellen eine unsichtbare Bedrohung dar, die in Sekunden zur tödlichen Falle werden kann.

Feuchte Keller und marode Treppen

Kapitänsviertel in Cuxhaven: Bewohner kämpfen weiter mit gravierenden Mängeln

von Kai Koppe

Eher Maschinenraum als Brücke ist das Quartier, um bei einem Bild aus der Seefahrt zu bleiben: In einer Wohnanlage in Süderwisch kämpfen Bewohner mit eklatanten Mängeln. Betroffen sind nicht nur Wohnungen, sondern auch Gemeinschaftseinrichtungen