Sorgen vor "Sylter Verhältnissen" mitten in Cuxhaven: Kritik an "Admiralspark"-Plänen
Anlieger im Cuxhavener Stadtteil Grimmershörn wollen die ehrgeizigen Investoren-Pläne zur Bebauung des ehemaligen Kasernen-Areals kritisch begleiten. Schon jetzt geben sie im Gespräch mit unserem Medienhaus wichtige Anregungen.
Pläne, das Areal rund um die ehemalige Grimmershörnkaserne weiter zu entwickeln und mit einer zeitgemäßen Wohnbebauung zu versehen, hegen Investoren und die Stadt Cuxhaven schon länger. Im Fachausschuss für Stadtentwicklung wurden einige davon schon öffentlich präsentiert. Dieser Tage nahmen rund 30 Cuxhavener und Anwohner aus dem Stadtteil Grimmershörn an einer Bürgerinformation im Rathaus teil. Dort wurde über die mittlerweile 55. Änderung des Flächennutzungsplanes "Grimmershörnkaserne" informiert und diskutiert. Eingaben zu den Plänen wurden bis Mitte Februar entgegengenommen.
Die Projektgesellschaft Marhold Immobilien und Projektentwicklungs-GmbH Hannover wollen auf der circa 1,6 Hektar großen Kasernenfläche ein neues Wohnquartier mit unterschiedlichen Wohnformen und Gebäuden realisieren. Der "Admiralspark Grimmershörn" wird aus insgesamt neun Gebäuden mit rund 125 Wohnungen bestehen. Die Gebäude werden größtenteils auf den Brachflächen der ehemaligen Kaserne gebaut. Zwischen den Neubauten sollen parkartige Grünflächen und Quartiersplätze zum Verweilen einladen. Das Neubaugebiet wird über die Kasernenstraße erschlossen. Neue Fuß- und Radwege werden das innerstädtische Areal auch für Radler und Spaziergänger öffnen.
Anwohner wollen Projekt kritisch begleiten
Bei der eingangs erwähnten "frühzeitigen Beteiligung" der Bürger Ende Januar im Rathaus formulierten eine ganze Reihe von Anwohnern kritische Fragen. Sie stellen sich damit ausdrücklich nicht gegen das Projekt, wie einige von ihnen im persönlichen Gespräch mit unserem Medienhaus betonten. Doch sie wollen das groß angelegte Bauprojekt "durchaus kritisch begleiten, damit nicht nur die Interessen der Investoren an dieser attraktiven Stelle umgesetzt werden". Es dürfe nicht immer "um die Gewinnoptimierung einiger weniger gehen".
Was passiert mit dem alten Baumbestand an der Döser Wettern? Wie wird sich die verkehrliche Anbindung auf die ohnehin schon angespannte Verkehrssituation in der Kasernenstraße, in der Marienstraße und auf dem Strichweg darstellen? Das sind nur zwei der kritischen Anmerkungen der Cuxhavener, die zum Teil in den drei Neubauten direkt am Döser Seedeich oder in der neuen Wohnanlage an der Marienstraße 38 ihr neues Zuhause gefunden haben.

Die unmittelbaren Nachbarn im Stadtteil Grimmershörn treibt auch die Tatsache um, dass immer mehr Menschen von außerhalb mit viel Geld hier in Cuxhaven eine Zweitwohnung kaufen und diese dann lediglich als Feriendomizil nutzen. "Ich habe Sorge, dass wir hier mitten in der Stadt Sylter Verhältnisse bekommen, und dass in diesem Bereich bald nur noch wenige Cuxhavener wohnen, weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können", sagt eine Anwohnerin aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Einen kritischen Blick werfen die Anwohner auch in den Stadtteil Duhnen: Das riesige Neubauprojekt an der "Duhner Spitze" mache einmal mehr überdeutlich, was trotz aller Beteiligung hier zugunsten von Investoren in der Stadt Cuxhaven zum Leidwesen der heimischen Bevölkerung entschieden werde.
Grundstücksentwässerung in Cuxhaven: "Döser Wettern bis zum Rand mit Wasser gefüllt"
Sozialer Wohnungsbau ist auf dem Areal der ehemaligen Grimmershörnkaserne übrigens nicht geplant. Allerdings sollen 15 Prozent der Wohneinheiten zu erschwinglicheren Mieten angeboten werden, wie es im "Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 120 Grimmershörnkaserne" heißt.
Auch das aufgrund der Klimaveränderungen immer relevanter werdende Thema der Grundstücksentwässerung treibt einige der Nachbarn des Grimmershörn-Areals um. Die Döser Wettern sei an vielen Tagen jetzt schon bis zum Rand gefüllt. Selbst im Neubau an der Marienstraße 38 habe es kürzlich in der nagelneuen Tiefgarage schon Überschwemmungen gegeben, weil das viele Regenwasser nicht mehr von der dortigen Kanalisation aufgenommen wurde. Wenn jetzt noch weitere Flächen für neue Wohngebäude und das dazugehörige Straßen- und Wegenetz versiegelt würden, sehen einige der Anwohner weitere Probleme auf sie zukommen. Auch Besitzer alter Immobilien im Stadtteil Grimmershörn berichten derweil von ihren zur Zeit "extrem feuchten Grundstücken".