CDU stellt Kandidaten: Thomas Brunken will Oberbürgermeister in Cuxhaven werden
Kampf ums Rathaus: Der 55-jährige Lüdingworther braucht noch das Okay der Parteibasis. Dann soll er Amtsinhaber Uwe Santjer als Konkurrenten um das kommunale Spitzenamt herausfordern.
Aktuell ist er einer der drei ehrenamtlichen Bürgermeister Cuxhavens, außerdem Ortsbürgermeister im Stadtteil Lüdingworth. Die örtliche CDU-Spitze sieht in Thomas Brunken noch mehr: Bei der Oberbürgermeisterwahl im Herbst soll der 55-Jährige gegen den Amtsinhaber Uwe Santjer antreten. Das gab der Stadtverbandsvorstand am Freitag in einem Pressegespräch bekannt. Die Parteibasis muss Brunkens Kandidatur noch absegnen.
Die offizielle Nominierung soll Ende des Monats erfolgen, bis dahin wird sich Thomas Brunken nach eigenen Worten schon mal warmlaufen. Bezüglich der Entscheidung, zu kandidieren, sprach der gebürtige Lüdingworther von einem Prozess, der über mehrere Wochen hinweg gereift sei: Vom Stadtverbandsvorsitzenden darauf angesprochen, habe er sich mit seiner Familie beraten, aber auch Perspektiven für Bürgerinnen und Bürger ausgelotet. "Cuxhaven. Besser. Machen", werde sein Wahlkampf-Credo lauten, verriet der langjährige Berufssoldat, der Uwe Santjer (Kandidat von SPD und Grünen) herausfordern und sich als die überzeugendere Alternative empfehlen will.
Brunken: "Erklären, wie es gehen kann"
Voraussichtlich wird sich Thomas Brunken gegen weitere Bewerber positionieren müssen. Gegenüber unserer Redaktion betonte er aktuell, vor allem für seine Heimatstadt Cuxhaven kandidieren zu wollen. Handlungsbedarf sehe er an zahlreichen Stellen, fuhr der Ratsherr und amtierende Sportausschussvorsitzende fort: "Wir drehen uns bei vielen Projekten im Kreis", so sein Hauptkritikpunkt am gegenwärtigen Verwaltungshandeln. Statt zu zaudern oder Entscheidungen zurückzunehmen, müsse man wieder dazu kommen, den Menschen zu erklären "wie es gehen kann". Brunken setzt dabei nach eigenen Worten auf sachorientierte Lösungen, nicht auf Parteidoktrin. Entscheidungen von Mitbewerbern zu akzeptieren ("wenn sie gut sind") gehöre dazu, erklärte der designierte Kandidat, der sich nicht als "Heißdüse der CDU" begreift und am Freitag Dialogbereitschaft anbot.
Nicht überrascht wäre man bei den Christdemokraten, wenn sich unter solchen Vorzeichen andere Kräfte aus der politischen Mitte dazu entschlössen, eine OB-Kandidatur von Thomas Brunken zu unterstützen. Fraktionsvorsitzender Thiemo Röhler sprach von einem "Angebot für Cuxhaven", das auf Fragen zugeschnitten sei, die Bürger wirklich bewegten. Er bezog sich dabei auf das vom Amtsinhaber zur Chefsache erklärte Wachstum Cuxhavens. Hinter der prognostizierten Wirtschaftsentwicklung stünden Konzepte, die sich aufgrund ihrer zeitlichen Dimension noch gar nicht entfalten würden. "Offshore wird nicht das eine Thema sein, das Cuxhaven wahlentscheidend beeinflussen wird": Sehr viel mehr betroffen sieht Röhler die Wählerinnen und Wähler beim Thema Wohnen oder in Fragen der Schulpolitik, wo sich die politische Mehrheit aus seiner Sicht "fünf Jahre lang selbst im Wege gestanden" habe.
Kandidat soll sich an Taten messen lassen können
Auf das Thema Gorch-Fock-Schule anspielend, unterstrich Thomas Brunken die Bedeutung einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit dem Landkreis. "Ich verstehe nicht, warum es nicht gehen soll, Synergieeffekte zu nutzen", sagte er in Bezug auf Doppelstrukturen, die Stadt- und Kreisverwaltung im Bereich des Katastrophenschutzes pflegen.
"Ich bin sehr froh, dass mein Ortsbürgermeister seinen Hut in den Ring werfen will": Die Lüdingwortherin Christiane Buck, stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende, beschrieb den CDU-OB-Kandidaten in spe als nahbaren Menschen, der den richtigen Ton treffe, ohne zu viel zu versprechen. "Was wir brauchen, sind realistische Worte, denen Taten folgen." Brunkens kommunalpolitische Erfahrung komme ihm als Bewerber zugute, ergänzte der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Frauenpreiß. Er erinnerte am Freitag daran, dass seine Partei Wort gehalten habe, indem sie wie angekündigt "nach Ostern" einen Oberbürgermeisterkandidaten vorstelle. Dass für den Wahlkampf nurmehr 156 Tage verbleiben, ist aus Frauenpreiß' Sicht kein Problem. "Nach dem Ampel-Aus haben wir es aus dem Kaltstart heraus geschafft, erfolgreich zu sein." Es gehe ganz einfach darum, Themen zu platzieren.