Neues Zukunftsquartier: Cuxhaven konkretisiert Pläne für Westerwischhöfe
Ein Nachmittag der Präzisierung im Cuxhavener Rathaus bringt breite Zustimmung für Variante 3 der Westerwischhöfe. Das Zukunftsquartier soll autoarm werden, mit dem Cux-Hub als lebendigem Zentrum und einem einzigartigen Ansatz für Wasser und Natur.
Es war ein Nachmittag der Präzisierung. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Bau und Demografie tagte am Montagabend im Cuxhavener Rathaus. Auf der Tagesordnung stand ein Projekt, das die Stadt seit Monaten bewegt: das Zukunftsquartier am Westerwischstrom, die künftigen Westerwischhöfe. Die Planer der beauftragten Büros "RB+P Landschaftsarchitektur" sowie "postwelters + partner" stellten den Stand ihrer Arbeit vor. Das Ergebnis: einstimmige Zustimmung zu Variante 3.
Drei Varianten, eine Wahl
Die Planungsbüros hatten den ursprünglichen Wettbewerbsentwurf in drei Optimierungsvarianten weiterentwickelt. Variante 1 folgte der klassischen Hofform des Wettbewerbs: klare Strukturen, einheitliches Erscheinungsbild. Variante 2 drehte einzelne Gebäude aus der orthogonalen Grundstruktur heraus und schuf zusätzliche Wohneinheiten. Variante 3 schließlich optimierte die Freiräume gezielt im Hinblick auf Vermarktbarkeit und Nutzungsqualität.
Planer Ernst Bauermann erläuterte den Ausschussmitgliedern, dass es sich weniger um grundlegende Varianten als um Detaillierungsschritte handele. Die Grundstruktur des Quartiers bleibt in allen drei Versionen erhalten: sechs Wohnhöfe, eine zentrale Mittelachse, der Cux-Hub als Herz der Mobilität.

Der Hub als Quartierszentrum
Besondere Aufmerksamkeit galt in der Sitzung erneut dem sogenannten Cux-Hub, der zentralen Quartiersgarage an der südlichen Zufahrt. Das Planungsbüro hat den Hub inzwischen weiter ausgearbeitet. Im Erdgeschoss sind Quartiersräume und ein kleines Café vorgesehen, dazu eine Packstation als Treffpunkt. Planer David Fabiunke betonte, man wolle dem Viertel kein reines Parkhaus zumuten, sondern ein lebendiges Eingangstor: "Wir wollen nicht nur eine Wand mit Autos präsentieren, sondern ein wichtiges Zentrum für das neue Quartier schaffen, das weitestgehend autoarm sein soll." Der Hub soll fünf Geschosse erhalten, sich aber durch seine Gliederung harmonisch in das Quartiersbild einfügen. Die Stellplätze in den Höfen selbst bleiben Behindertenstellplätzen und Lieferverkehr vorbehalten.
Wasser, Natur, Klimaresilienz
Breiten Raum nahm die Freiraumplanung ein. Das Quartier wird um mindestens 1,20 Meter angehoben, Entwässerungsgräben werden eingebunden, Versickerungsflächen und Rückhaltemulden entstehen nach dem Prinzip der Schwammstadt. Ratsherr Norbert Welker von den Grünen mahnte eine belastbare Risikoabschätzung an: Er wies darauf hin, dass die klassischen Regelwerte für Starkregenereignisse zunehmend überholt seien und ein zukunftsfähiges Quartier mit aktualisierten Berechnungsgrundlagen planen müsse. Die Planer bestätigten, dass dieser Aspekt im weiteren Verfahren präzisiert werde. Auch der Artenschutz ist im Blick: Vier Vogelarten sowie ein Grasfroschbestand wurden kartiert, die Eingriffe sollen auf das notwendige Minimum beschränkt bleiben.

Zweigleisig in die Zukunft
Ratsherr Gunnar Wegener von der SPD brachte eine grundsätzliche Frage in die Debatte. Er plädierte dafür, im künftigen Bebauungsplan keine Geschossigkeiten, sondern feste Gebäudehöhen festzuschreiben. "Da wird dann unten was gemacht und oben was gemacht, und hinterher bin ich bei 18,70 Metern und habe aber nur fünf Geschosse", sagte Wegener und verwies auf Erfahrungen aus anderen Cuxhavener Bauvorhaben. Die Verwaltung sicherte zu, im Bebauungsplanverfahren mit absoluten Höhen zu arbeiten.
Zugleich wurde beschlossen, zweigleisig vorzugehen: Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans bleibt das beschleunigte Bauturbo-Verfahren anwendbar. Sollte ein Investor diesen Weg wählen wollen, liegt mit Variante 3 bereits eine belastbare Planungsgrundlage vor. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten dem entsprechend angepassten Beschlussvorschlag einstimmig zu.
Parallel dazu befasste sich das Gremium mit einem weiteren Baustein des Quartiers: Auf einem städtischen Grundstück soll ein Mehrgenerationenhaus als Mietgebäude entstehen, in dem Menschen aller Lebensphasen Platz finden. Auch eine Kita könnte in diesem Bereich realisiert werden. Der Rat wird auch darüber abschließend befinden.
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