Auf Rundtour zu den Hotspots im Cuxhavener Hafen: Schließlich soll Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (2.v.l.,hier mit Peter Miesner (l.) Uwe Santjer (3.v.l.) und Jürgen von Ahnen (r.), in Hannover und Brüssel authetisch über das Geschehen berichten können. Foto: Stadt Cuxhaven
Auf Rundtour zu den Hotspots im Cuxhavener Hafen: Schließlich soll Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (2.v.l.,hier mit Peter Miesner (l.) Uwe Santjer (3.v.l.) und Jürgen von Ahnen (r.), in Hannover und Brüssel authetisch über das Geschehen berichten können. Foto: Stadt Cuxhaven
Förderprogramme finden und erfinden

"Von Cuxhaven kann man lernen": Nun geht's auf die europäische Ebene

von Maren Reese-Winne | 25.03.2024

Die Aussichten für Cuxhavens Hafenentwicklung sind glänzend. Wenn aber der Boom kommt, müssen Infrastruktur und Lebensqualität nachziehen. Dafür braucht die Stadt Fördergelder. Zum Beispiel aus Europa. Gleichzeitig kann die Stadt dort Vorbild sein. 

Die Nachricht vom großen Durchbruch für den Liegeplatz-Bau lag nur noch wenige Stunden entfernt, als Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier am Freitagvormittag Cuxhaven besuchte und allen hier vernetzten Akteuren einen hervorragenden Weitblick bescheinigte: "Was hier geschieht, ist sensationell!"

Cuxhaven ist wichtig für die EU-Ziele

EU Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, sieht Cuxhavens Bedeutung längst auf europäischer Ebene angekommen: "Die Ziele, die Europa sich gesetzt hat, setzen voraus, dass auch die Dinge hier in Cuxhaven funktionieren." Die herausragende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Kommune und Bevölkerung sei großartig und für Investoren äußerst bedeutsam, betonte der Fachmann im Austausch mit Oberbürgermeister Uwe Santjer, dem Ersten Stadtrat Marcus Itjen, Siedlungs-Chef Peter Miesner und Jürgen von Ahnen von der Agentur für Wirtschaftsförderung.

"Wir erfinden gerade die Stadt wieder neu"

Ein zentrales Thema: Wie kann die Stadtentwicklung dem wirtschaftlichen Boom folgen? "An welchen Stellen kann sich die Stadt weiterentwickeln, welche Anforderungen stellt die steigende Einwohnerzahl an Wohnungsbau, Kitas, Schulen, Radwege und Straßen?", konkretisierte Uwe Santjer. "Wir erfinden gerade die Stadt wieder neu." Das werde sich massiv in der lokalen Wirtschaft niederschlagen, Investitionen auslösen und Wohlstand sichern helfen.

Fördermittel unterstützen die Region seit Jahrzehnten

Allein könne die Stadt das jedoch nicht bewältigen. Dass sie Fördermittel brauche, sei nur plausibel angesichts der Tatsache, dass der Offshore-Ausbau weit über die Stadtgrenzen hinaus nach Deutschland und Europa wirke, so Uwe Santjer.  Wunderling-Weilbier unterstrich, dass Fördermittel aus Europa sowie von Bund und Land seit Jahren in Cuxhaven wirkten; das reiche über die Wirtschaftsförderung hinaus bis in soziale Projekte wie Jugendwerkstätten, Quartiersmanagement, Stadtentwicklung oder medizinische Versorgung wie beim Regionalen Versorgungszentrum in Nordholz.

Förderprogramme finden oder neue kreieren

Bei dem Treffen am Freitag wurden Wege ausgelotet, um Programme zu finden, vor allem aber auch neue zu kreieren. Der Staatssekretär kündigte an, über die niedersächsische Landesvertretung in Brüssel und die Kontakte zur Europäischen Kommission und zu zahlreichen Verbänden aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie im Ausschuss der Regionen, in dem er Niedersachsen vertritt, Cuxhaven auf die Landkarte zu rücken. Der "Green Deal" - Europas Anspruch, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden - lasse nichts anderes als Zusammenarbeit zu.

Auch beim Wasserstoff geht Cuxhaven voran

Mit seiner Forderung, dabei auch Cuxhavens Wasserstoff-Aktivitäten bekannt zu machen, rannte Jürgen von Ahnen beim Staatssekretär offene Türen ein: Auch hier gehe Cuxhaven voran und sei für andere Regionen eine kaum zu umgehende Station, bestätigte Wunderling-Weilbier.

Marcus Itjen, Peter Miesner, Uwe Santjer und Jürgen von Ahnen (v.l.) informierten Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (2.v.r.) über die Herausforderungen, die nun auf die Stadt Cuxhaven zukommen und Unterstützung von allen Ebenen erfordern. Foto: Reese-Winne

"Abwarten ist nicht gefragt", steckte Uwe Santjer den Kurs ab. Der nächste Weg werde die Stadt-Spitze ins Innenministerium bringen. Dabei wird es um den Rahmen für Investitionen gehen, denn noch legt die Stabilisierungsvereinbarung der Stadt dabei enge Grenzen auf. "Jetzt wird alles in die Tat umgesetzt, was über viele Jahre vorbereitet wurde. Ein Rädchen greift ins andere. Das wird in Hannover auch gesehen." 

Auch Lies fordert Unterstützung mit voller Kraft

"Von Cuxhaven kann man lernen", bescheinigte ihm auch der Staatssekretär. "Chancenorientiertes Denken gelingt hier", meinte er und knüpfte damit an die fulminante Rede des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies beim Schifffahrtsessen in Cuxhaven an, der dort die kluge Entscheidung zur frühzeitigen Planfeststellung für die Liegeplätze 5-7 gelobt und Unterstützung mit voller Kraft signalisiert hatte.

"Wir müssen jetzt politisch den Kurs vorgeben und halten, damit alle sich darauf verlassen können", so Lies in der Kugelbake-Halle. Deshalb müssten jetzt die Mittel sehr stark konzentriert in Cuxhaven eingesetzt werden. Lies beschwor eine nationale maritime Verantwortung. Ohne den Norden gehe es nicht mehr: "Wir dürfen das Selbstbewusstsein haben, dass wir hier die Zukunft sind!"

Wer immer gerade nach Cuxhaven komme, könne kaum glauben, was er da sehe, so Lies. So ging es auch Matthias Wunderling-Weilbier auf seiner Tour: Nichts zu sehen von den noch vor zehn Jahren beschworenen Endzeit-Visionen...

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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