Die MS "Romantika" auf den letzten Metern vor dem Erreichen des Steubenhöfts. Foto: Reese-Winne
Die MS "Romantika" auf den letzten Metern vor dem Erreichen des Steubenhöfts. Foto: Reese-Winne
Urlauber neugierig machen  

Von Cuxhaven nach Kristiansand: Das bietet die Norwegen-Fähre "Romantika"

von Maren Reese-Winne | 24.04.2023

Seit ihrem Erstanlauf am 20. April ist die Norwegen-Fähre "Romantika" schon zweimal nach Cuxhaven zurückgekehrt. Bis Ende Mai fährt sie von hier aus drei- bis viermal pro Woche nach Kristiansand. Das haben das Schiff und die Zielregion zu bieten. 

Den Passagieren zu Erfahrungen und Erinnerungen zu verhelfen - diese Worte fielen mehrfach, als Morten G. Aggvin, CEO der Holland Norway Lines, am Donnerstag beim Erstanlauf der Fähre "Romantika" die Ziele der Reederei für diese Verbindung formulierte. Die Direktverbindung ermögliche Gästen vom mitteleuropäischen Kontinent, mit einer Passage von 18 Stunden direkt in einer der Top-Regionen Norwegens zu landen.

Insbesondere machte Aggvin Werbung dafür, sich Norwegen als Kurzreiseziel neu zu nähern. Dabei soll das Erlebnis offensichtlich schon auf dem Schiff beginnen. Die bis zu 1500 Passagiere, die an Bord genommen werden können, schlafen alle in Kabinen, beginnend in der Luxuskategorie bis zur Standard-Innenkabine, auf Wunsch Allergiker- oder hundefreundlich ausgestattet. Auf zweien der insgesamt zehn Decks sind insgesamt fünf Restaurants konzentriert.

Selbst ein Saunagang hoch ober dem Meer ist möglich

Der Reederei-Prospekt verheißt außerdem eine Show-Lounge-Bar mit Namen "Starlight Palace", in der getanzt und geschwoft werden kann, eine Space-Disco, einen Pub, einen Automatenspielbereich und sogar die Möglichkeit zu einer Poker-Partie. Wem die Wärmeausbeute auf dem Sonnendeck nicht hoch genug ist, der kann direkt daneben einen Saunagang unternehmen. Auch ein (zollfreier) Einkaufsbummel ist auf dem Schiff möglich

Kreuz und quer auf der Ostsee unterwegs

Bis zu 300 Pkw fassen die beiden Autodecks (Deck 3 und 4) der 2002 in Finnland für die estnische Rederei Tallink erbauten 193 Meter langen und 29 Meter breiten "Romantika", die üblicherweise mit rund 18 Knoten ihrem Ziel entgegensteuert. Das Schiff war schon auf den Routen Tallin-Helsinki zwischen Estland und Finnland, Tallin-Marienhamn (Aland-Inseln)-Stockholm und Riga und Stockholm im Einsatz und fuhr dabei unter estnischer und lettischer Flagge.  

Hotelschiff auf der UN-Klimakonferenz

Die Corona-Pandemie brachte die Linienverkehre zeitweilig zum Erliegen. Den wohl außergewöhnlichsten Einsatz hatte die "Romantika" daher im April 2020, als sie im schottischen Glasgow als Hotelschiff für Gäste der UN-Klimakonferenz diente. Im April 2022 nahm sie unter niederländischer Flagge den Verkehr auf der Linie Eemshaven (Niederlande)-Kristiansand auf.

Abenteuer statt nur von A nach B zu fahren

Der selber in dem norwegischen Küstenort lebende Morten G. Aggvin verfiel beim Empfang im "Elbstrom"-Büro auf dem Steubenhöft geradezu in Euphorie bei der Beschreibung der Stadt und der Ausflugsziele, die bei einem Kurztrip erlebt werden können. Es gehe nicht um bloßen Transport, sondern  darum, neue Abenteuer zu kreieren. Unter den Deutschen gebe es bereits viele Norwegen-Liebhaber, nun sollten weitere dazu werden. Das Städtchen Kristiansand habe eine Innenstadt und eine Küste voller kleiner Inseln zu beiten, die mit einem Linienverkehr erreicht werden könnten. Der Zoo der Stadt (Dyreparken) sei - verbunden mit einem Vergnügungspark - die beliebteste Attraktion Norwegens.

Ruckzuck sei aber auch der Natur- und Kulturpark Telemark erreicht, der sich zum Radfahren, für Kanalfahrten, geschichtliche Erkundigungen und Winter-Erlebnisse wie die Begegnung mit Schlittenhunden anbiete. Mit Bildern machte er Appetit auf weitere Erkundungsfahrten bis hin zu den typischen Fjordlandschaften. "In zwei bis vier Stunden Fahrzeit erreichen Sie die schönsten Attraktionen", erklärte er. 

Ziel "Green Shipping" vor Augen

Obwohl der Fokus der Linie auf dem Thema Urlaub und Freizeit liege, böten sich aber auch für Geschäftsreisende kurze Wege beispielsweise zu Unternehmen der Windkraftbranche, Batterieproduktion und Fischerei. Mit dem Blick auf Nachhaltigkeit erklärte der CEO die eigenen Bemühungen auf dem Weg zum "Green Shipping" und präsentierte die Modellzeichnung eines Neubaus,  mit dem dieser Plan in die Tat umgesetzt werden soll.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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