Als es in Altenwalde noch eine Mühle gab: Holzschnitt von Wilhelm Laage. Fotos: Sammlung Bussler
Als es in Altenwalde noch eine Mühle gab: Holzschnitt von Wilhelm Laage. Fotos: Sammlung Bussler
Nachbarschaft fördern

Wie der Ort einmal aussah: Willkommen zur nächsten Erzählzeit in Altenwalde

von Maren Reese-Winne | 30.01.2026

Wilhelm Laage, Mitglied der Duhner Malerkolonie, fand zahlreiche seiner Motive in Altenwalde und der angrenzenden Heidelandschaft. In der nächsten "Altenwalder Erzählzeit" soll sein Schaffen in Altenwalde, Cuxhaven und Duhnen vorgestellt werden.  

Die "Altenwalder Erzählzeit" geht im neuen Jahr weiter. Diesmal schlägt Referent Peter Bussler einen Bogen von der Kunst zur Altenwalder Geschichte. Die Stadt Cuxhaven, im Besonderen die Ortsteile Altenwalde und Duhnen, dürfen sich rühmen, über Jahre einen der bedeutendsten deutschen Vor- und Frühexpressionisten beherbergt zu haben. Die Rede ist von Wilhelm Laage, Mitglied der 1895 gegründeten Duhner Malerkolonie.

Künstlerisch oft seiner Zeit voraus

Laage trat ab 1896 mit seinem Holzschnittwerk in Erscheinung und gilt heutzutage auf dem Gebiet der graphischen Künste als einer der herausragenden Vertreter des Frühexpressionismus in Deutschland. In Form und Aussage nahm er um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vieles von dem vorweg, was erst Jahre später künstlerisch in Deutschland zum Durchbruch kommen sollte.

Der Dorfkrug in Altenwalde, festgehalten in Holzschnitttechnik durch Wilhelm Laage.

Bussler: "Laages Bedeutung für unseren Raum ist vor allem seiner völligen Hingabe an den Holzschnitt zuzuschreiben, der ,mit seinen dunklen Massen und mit seinem Gesicht aus dem Chaos ans Licht strebt, schlicht, einfach und doch ungeheuer stark in der Sprache'."

Bedeutende Sammler, Museen und Kunsthistoriker hätten  frühzeitig die Bedeutung Laages erkannt, so Bussler weiter. Der bekannte Hamburger Kunstmäzen und  gleichzeitige Direktor am Hamburger Landgericht, Gustav Schiefler, notierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Folgendes: "Laage muß nicht nur, weil er ein Sohn unserer Nachbarstadt Altona ist, als unser Landsmann in weiterem Sinne betrachtet werden; er gehört vielmehr um deswillen zu uns, weil ein gut Teil seines künstlerischen Schaffens in unserer Landschaft, insbesondere der Landschaft der Unterelbe und der Elbmündung wurzelt."

So erlebte Wilhelm Laage den Sonnenuntergang in der Altenwalder Heide.

Anregungen durch Heide und Meer

Vor allem Meer und Heide in Duhnen und Altenwalde gaben ihm über Jahre seines Lebens künstlerische Anregungen. "Ob Sonne, ob Wind, ob Sturm und Gewitter, Nebel oder Regen, ich empfand mich eins mit dieser Natur und vernahm in ihren seelischen Regungen die Stimme der Heimat zugleich", schrieb Laage in seinen Lebenserinnerungen 1929 kurz vor seinem Tod.

Der Vortrag von Peter Bussler findet am Dienstag, 10. Februar, im Gemeindehaus Altenwalde statt und beginnt um 18.30 Uhr. Die Veranstaltung wird wie schon die ersten beiden Begegnungen in der Reihe durch die Firma Heße Immobilien unterstützt. Der Eintritt ist frei. Das Gemeinschaftsprojekt "Erzählzeit" soll mit Veranstaltungen zur lokalen Kultur und Geschichte Nachbarschaft und Begegnung fördern.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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