Neuer Anlauf für Grönemeyer-Fan-Museum in Cadenberge: So sehen die Pläne aus
Ein Fan-Museum für Sänger Herbert Grönemeyer - davon träumt Wolfgang Heß seit 25 Jahren. Nachdem frühere Pläne dazu scheiterten, will der Uhrmachermeister aus Cadenberge (Samtgemeinde Land Hadeln / Kreis Cuxhaven) jetzt einen neuen Anlauf starten.
Wie heißt es so schön im Lied "Zieh deinen Weg" von Herbert Grönemeyer: "Zweifel nie, jeder Berg lässt sich bewegen. Gib nie auf, sei bereit fürs große Glück." Fragt man Wolfgang Heß nach dem großen Glück, dann strahlen seine Augen und er erzählt von seinen Plänen für das weltweit erste Grönemeyer-Fan-Museum. "Diesmal soll es klappen", sagt der 64-jährige Uhrmachermeister aus Cadenberge.
Seit langer Zeit träumt der leidenschaftliche Grönemeyer-Fan von einem eigenen Museum, in dem er seine gesammelten Schätze und Kuriositäten präsentieren kann. In mehr als 40 Jahren ist da einiges zusammengekommen: Plakate, Musikkassetten, CDs, DVDs, T-Shirts, Tassen, Becher, Zeitschriften, Aufkleber, (von Grönemeyer designte) Uhren und natürlich unzählige Schallplatten und Eintrittskarten, darunter das Ticket von Grönemeyers allererstem Auftritt in Hamburg am 22. März 1982 in der Markthalle. "Es gab 16 zahlende Gäste. Einer davon war ich", erzählt Heß und lächelt.

Vor fünf Jahren stand Wolfgang Heß schon einmal kurz davor, seine Pläne für ein Grönemeyer-Museum in die Tat umzusetzen. Der Bauantrag für das Museumsgebäude nahe der Feuerwache in Cadenberge war da, die Finanzierung stand, die Fördergelder waren bewilligt, die rund 1000 Fan-Artikel umfassende Grönemeyer-Sammlung stand zum Umzug bereit.
Doch dann kam das böse Erwachen: Das Grönemeyer-Management erteilte dem Vorhaben aus "grundsätzlichen und rechtlichen Gründen" eine Absage. Möglicherweise hatte ein anonymes Schreiben, das das Management von einem Projektkritiker erhalten hatte, zur ablehnenden Haltung geführt. Wolfgang Heß zeigte sich tief enttäuscht und überlegte sogar, seine komplette Sammlung zu verkaufen.
Der ganze Ärger ist mittlerweile verflogen
Der Ärger ist mittlerweile verflogen und Heß' Hartnäckigkeit wiedererwacht. Mit frischem Wind und einem neuen Standort nimmt der Sammler jetzt einen erneuten Anlauf für das Fan-Museum. Mögliche Bedenken des Grönemeyer-Managements fechten ihn nicht mehr an: "Ich ziehe das jetzt durch", sagt Wolfgang Heß. Schließlich sei Grönemeyer eine öffentliche Person.
Als neue ideale Örtlichkeit für die Verwirklichung seiner Pläne hat der Cadenberger eine alte Scheune an der Straße Westercadewisch, nahe des Bahnübergangs, ausgemacht. Heß hat die Scheune gekauft und mit einem Hamburger Architekten Gestaltungspläne für das Museum entwickelt. Das alte Gebäude, so die Idee, wird abgerissen und unter Verwendung der alten Holzbaken wieder neu aufgebaut. "Die Bauvoranfrage werden wir jetzt stellen", sagt Wolfgang Heß, der hauptberuflich einen Uhren- und Schmuckladen betreibt.

Der Grönemeyer-Anhänger, der seine Sammlung bereits mit großem Erfolg im Cuxhavener Kreishaus und in Herbert Grönemeyers Heimatstadt Bochum präsentiert hat, hofft auf eine Förderung aus dem EU-Förderprogramm Leader. Die Lokale Aktionsgruppe Hadler Region, die über die Mittelvergabe entscheidet, gab in ihrer jüngsten Sitzung zwar noch kein abschließendes Votum ab, sandte aber positive Signale. Heß hofft, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten starten zu können.

Der Cadenberger will seine Sammlung, darunter ein sechs Meter hohes Grönemeyer-Banner, auf einer rund 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche präsentieren. Ursprüngliche Pläne, einen Fahrstuhl einzubauen, hat er verworfen. "Das wird zu teuer", sagt Heß.
Neben dem Museumsbetrieb - die Grönemeyer-Sammlung soll an drei Tagen in der Woche geöffnet werden - möchte der Musikfan in der dann wieder aufgebauten Scheune auch Lesungen und kleine Klubkonzerte mit Singer-Songwritern anbieten. Der 64-Jährige strebt darüber hinaus eine Partnerschaft mit der Oberschule Cadenberge an: Das Museum könnte außerschulischer Lernort für den Musik- und Politikunterricht werden.
Durchbruch mit "4630 Bochum"
Herbert Grönemeyer, geboren 1956 in Göttingen und aufgewachsen im Ruhrgebiet, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker. Einen Namen machte er sich zunächst am Theater und beim Film, etwa in der Wolfgang-Petersen-Verfilmung des Buches "Das Boot". Der musikalische Durchbruch gelang ihm 1984 mit der Platte "4630 Bochum". Sein größter Erfolg war das Album "Mensch" (2002), mit dem er zwei schwere Schicksalsschläge, den Tod seiner Frau und seines Bruders, verarbeitete. Es wurde rund 3,5 Millionen Mal verkauft und ist das meistverkaufte Album deutscher Sprache. Am 12. April feiert Grönemeyer seinen 70. Geburtstag.