Schüler vor einem Computer in der Schule: Inzwischen kein ungewohntes Bild mehr, denn die Digitalisierung an den Schulen schreitet immer stärker und in kurzen Abständen voran. Doch noch fehlen auch dem Landkreis konkrete Vorgaben, Richtlinien und Vorgaben für die Antragstellung. Foto: Philipp von Ditfurth / dpa
Schüler vor einem Computer in der Schule: Inzwischen kein ungewohntes Bild mehr, denn die Digitalisierung an den Schulen schreitet immer stärker und in kurzen Abständen voran. Doch noch fehlen auch dem Landkreis konkrete Vorgaben, Richtlinien und Vorgaben für die Antragstellung. Foto: Philipp von Ditfurth / dpa
Was passiert ab 2026 konkret?

Digitalisierung an Schulen im Kreis Cuxhaven stockt trotz vieler Projekte

von Egbert Schröder | 07.11.2025

Zwischen Hoffen und Bangen: Bei der Zukunftsplanung für die Digitalisierung von Schulen sehen Experten noch Nachholbedarf - so auch an den Bildungseinrichtungen des Landkreises Cuxhaven. Wo liegen die Probleme?

In einer digitalisierten Welt soll ja alles ganz schnell gehen;  sie befindet sich im stetigen technologischen Wandel. Aber gilt das auch auf absehbare Zeit für die Schulen, die von der Kreidetafel auf digitale Whiteboards sowie Laptops für die Schüler umstellen? Es ist zwar schon viel geschehen in den kreiseigenen Schulen des Cuxlandes. Holger Marx (Fachbereich "Digitalisierung & Medienzentrum" beim Landkreis Cuxhaven) würde sich aber mehr und mittel- sowie langfristigen Speed im Digitalen wünschen und hofft auf einen möglichst nahtlosen Übergang zwischen abgelaufenen und angekündigten Förderprojekten. Doch es stockt noch.

Es gibt verschiedene Projekte, mit der die Digitalisierung an Schulen landes- und bundesweit forciert werden soll. Doch manche sind schon ausgelaufen. Da wäre zum Beispiel der "Digitalpakt 1.0". Ende 2024 war es damit vorbei. Von dem Programm konnten nach Angaben von Holger Marx - so erläuterte er im Schulausschuss des Kreistages - die kreiseigenen Schulen "in verschiedenen Bereichen - insbesondere bei der Erneuerung der Netzwerkstruktur, der WLAN-Versorgung oder der vielfältigen Beschaffung von digitalen Arbeitsgeräten, mobilen Endgeräten und Präsentationstechnik für die Unterrichtsräume" - profitieren.
Das war die Vergangenheit, aber wie sehen die Gegenwart und die Zukunft aus?  

Hoffen auf "Digitalpakt 2"

Zur Zukunftsplanung zähle unter anderem der "Digitalpakt 2.0". Dieser sehe bis 2030 durch Bund und Länder eine weitere Digitalisierungswelle vor. Dabei handele es sich um die Bereiche der digitalen Infrastruktur, der Unterrichtsentwicklung und eine Qualifizierung von Lehrkräften.

Insgesamt stehen dafür laut Kreisverwaltung bis 2030 finanzielle Mittel in Höhe von bundesweit insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die Bund und Länder zur Hälfte tragen würden. Doch jetzt kommt das große "Aber": Bislang würden einerseits noch keine verbindlichen Förderrichtlinien, andererseits noch keine Regelungen zum Antragsverfahren vorliegen. Marx: "Aus diesem Grund ist aktuell unklar, zu welchem Zeitpunkt der Landkreis Cuxhaven als Schulträger mit seinen 30 kreiseigenen Schulen in konkrete Gespräche für Beschaffungsbedarfe gehen und sodann rechtssichere und verbindliche Anträge stellen kann."
Doch da gibt es ja noch die niedersächsische "Landesinitiative 1:1", bei der es sich um die Ausstattung mit digitalen Endgeräten ab dem 7. Jahrgang handele. Aber auch dort würden bislang keine "verbindlichen Regelungen" bestehen. Dabei sei das Programm für den Landkreis Cuxhaven von "hoher Relevanz". An den kreiseigenen Schulen stellten demnach iPads den "weitgehenden Standard" dar.

Landesweiter "Geräte-Rollout"

Der "geplante, landesweite Geräte-Rollout" werde je nach tatsächlicher Ausgestaltung der Landesvorgaben "signifikante Anpassungen der organisatorischen und technischen Strukturen durch den Schulträger erfordern". Dazu zählten nicht zuletzt die Geräteverwaltung und auch Reparatur- und Austauschprozesse. Das Problem: "Aktuell unklar ist derzeit noch, ob die Beschaffungen zentral über das Land oder den Schulträger organisiert werden. Ebenso müssen Supportkapazitäten aufgebaut werden, um den laufenden Betrieb tausender Endgeräte abzusichern."

Eine weitere Herausforderung sei die "IT-Bestandsaufnahme" an rund 30 kreiseigenen Schulen, die extern begleitet werde, um dort einen "fundierten Überblick" über die Digitalisierung zu erhalten. Bliebe noch die Evaluierung, Aktualisierung und Fortschreibung des sogenannten "Medienentwicklungsplanes (MEP)" aus dem Jahr 2022.

Mahnende Worte im Schulausschuss

Marx konkretisierte in der Sitzung des Kreis-Schulausschusses die aktuelle Situation und warnte davor, dass die Digitalisierung an den kreiseigenen Schulen durch die unklaren Förderbedingungen nicht nahtlos forciert werden könne. Nicht nur der Landkreis warte auf präzise Vorgaben und Richtlinien, wie in der Zukunft verfahren werden müsse und solle. Dabei dränge die Zeit: Schließlich stünden bereits für das kommende Jahr "weitreichende Förderprogramme und Projekte" an, die der Landkreis dringend für seine Schulen benötige.

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Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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