Da helfen nur noch eine ordentliche "Dusche" mit dem Sandstrahler und eine neue Lackierung: Viele Exponate im Hemmoorer Zementmuseum befinden sich optisch in einem desolaten Zustand. Foto: Schröder
Da helfen nur noch eine ordentliche "Dusche" mit dem Sandstrahler und eine neue Lackierung: Viele Exponate im Hemmoorer Zementmuseum befinden sich optisch in einem desolaten Zustand. Foto: Schröder
"Portland Cement"

Zementmuseum: Schattendasein des "grauen Goldes" in Hemmoor bald vorbei?

von Egbert Schröder | 01.03.2026

Das "graue Gold" hatte einst Hemmoor seinen Stempel aufgedrückt. Bis zu 2000 Menschen fanden in der "Portland Cement"-Fabrik Arbeit. Die Erinnerung ist verblasst. Und verblasst ist auch das Erscheinungsbild des Zementmuseums. Das soll sich ändern.

Das Museum war vor rund vier Jahrzehnten eröffnet worden. Auf einem Areal zwischen dem ehemaligen Fabrikgelände, der B 73 und der Kulturdiele sind zahlreiche Exponate sowie die ("gestrandete") Zementschute zu sehen, in der es eine Ausstellung zur Zementgeschichte an der Oste gibt.

Wind, Wetter und wenig Pflege

So stellt es sich zumindest in der Theorie dar. In der Praxis sollte man aktuell bei einem Museumsbesuch seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Die Ausstellung in der Schute ist nur noch, wenn überhaupt, nach Absprache geöffnet. Die Exponate aus der Zementfabrik sind durch Wind, Wetter und mangelnde Pflege stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie sollen abtransportiert oder vor Ort gesandstrahlt und mit einem neuen Farbanstrich versehen werden. Einige Exponate wurden auch schon ausgemustert, da sie - und das zeigte sich erst bei einer Überprüfung - gar nichts mit der Zementproduktion an der Oste zu tun hatten.

Dass jetzt der "Frühjahrsputz" einsetzt, hängt mit der Neukonzeption für das Museum zusammen. Bereits 2023 (!) war der Kommune ein Förderbescheid über 300.000 Euro ins Haus geflattert. Mehr als 400.000 Euro sind für die Umsetzung des Projektes veranschlagt.

Doch lange Zeit hatte die Politik gezögert, trotz der Bezuschussung die Weichen für die Sanierung zu stellen. Im Herbst 2024 forderte dann die Verwaltung Klarheit hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise. Sie wollte wissen, ob eine Sanierung oder ein "Rückbau" (also eine Beseitigung des Museums) angesagt ist.

Wachrütteln der Politik war notwendig

Das Wachrütteln half. Inzwischen sind erste Aufträge vergeben worden. Dabei geht es in erster Linie um das Aufpolieren der Exponate, die Gestaltung der Grünanlagen und Gehwege sowie die Pflegemaßnahmen an der Außenhülle der Museumsschute. Das ist die Basis des Museumskonzeptes; weitere Maßnahmen (auch im Hinblick auf die museumspädagogische Ausrichtung) sollen nach einem Kassensturz folgen. "Aber wir wollen eben nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen", hatte die stellvertretende Verwaltungschefin Karina Kramer erst Ende Januar gegenüber unserer Redaktion erklärt.

Der Zeitplan ist mittlerweile ohnehin eng getaktet: Bis Ende Juni müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, um die Fördermittel zu sichern. Der lange und harte Winter hat nicht gerade dazu beigetragen, dass der Startschuss für die Maßnahmen zügig erfolgen konnte.

Am Wochenende tat sich dann aber schon etwas am Museumsgelände. Bei Regenwetter waren einige, wenn auch viel zu wenige, Hemmoorer dem Aufruf gefolgt, Pflastersteine zu entfernen, damit dort neue Gehwege durch das Gelände angelegt werden können. Die beiden Ratsmitglieder und Landwirte Udo Tampke und Dirk Karsten hatten die Maschinen mitgebracht, um die Steine abzutransportieren. Mit Forken lösten ehrenamtlich engagierte Bürger die Steine aus der Verankerung und luden sie auf die Mulden der Trecker.

Es war und ist eben ein steiniger Weg, bis das Zementmuseum wieder seinem Namen gerecht wird. In den nächsten Monaten schlägt dann die Stunde der beauftragten Firmen, die bis zur Jahresmitte gefordert sind, die Arbeiten fristgerecht abzuschließen.

Am Wochenende war ehrenamtlicher Einsatz gefragt: So mussten Pflastersteine entfernt werden, um Platz für neue Gehwege zu schaffen. Foto: Schröder

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Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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