Wagemutig wie Tarzan durch die Lüfte schweben, in schwindelerregenden Höhen klettern und mit Seilen übers Wasser rutschen - am Otterndorfer See soll schon bald ein Kletterpark entstehen. Foto: dpa/Weihrauch
Wagemutig wie Tarzan durch die Lüfte schweben, in schwindelerregenden Höhen klettern und mit Seilen übers Wasser rutschen - am Otterndorfer See soll schon bald ein Kletterpark entstehen. Foto: dpa/Weihrauch
Hoch hinaus am See

Lange hat es gedauert - jetzt kommt Bewegung in die Kletterpark-Pläne für Otterndorf

von Christian Mangels | 19.03.2025

Lange hat es gedauert, aber jetzt kommt Bewegung in die Pläne zum Bau eines Kletterparks am See Achtern Diek in Otterndorf. Wann das neue Kletterparadies mit Seilrutschen gebaut und eröffnet werden soll - und alle weiteren Infos.

Thomas Körber, Betreiber der Fußballgolfanlage am Otterndorfer See, will hoch hinaus. Und zwar bis zu zehn Meter. So hoch soll der Kletterpark werden, den er im Feriengebiet Achtern Diek plant. Die Idee für diese Touristenattraktion ist nicht neu: Im Frühjahr 2021 hatte Körber die Kletterpark-Pläne erstmals öffentlich vorgestellt, damals noch zusammen mit der Firma "Buhl Outdoor & Sport Events" aus Wiefelstede. Dann geriet das Projekt in Stocken. Das lag zum einen an der Corona-Pandemie, aber auch an Verzögerungen im Planungsverfahren sowie Bedenken, die vom Amt für Bauaufsicht und Regionalplanung des Landkreises Cuxhaven geäußert wurden. 

Doch nun scheint es voranzugehen. Beim jüngsten Treffen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Hadler Region, die über Fördermittel aus dem europäischen Leader-Programm entscheidet, stellte Körber den aktuellen Stand des Projekts vor. Der Kletterpark soll im ersten Quartal 2026 auf dem Gelände der Fußballgolfanlage und angrenzenden Flächen (und Bäumen) der Stadt Otterndorf errichtet werden, so Körber. Das Baugenehmigungsverfahren läuft derzeit. Die Eröffnung wird laut Investor "im Laufe des Jahres 2026" stattfinden.

In Sahlenburger gibt es bereits einen Kletterpark. Jetzt soll auch einer nach Otterndorf kommen. Archivfoto: Reese-Winne

Insgesamt sind sechs Parcours mit 44 Elementen (darunter ein Einweisungsparcours) geplant. Auch für Menschen mit Behinderungen wird es Klettermöglichkeiten geben. Die unterschiedlichen Kletterparcours werden in einer Höhe von drei bis zehn Metern errichtet. Etwa zwölf Bäume werden dafür genutzt, unter anderem die großen Pappeln am Rande des Parkplatzes. Zwölf, zehn Meter hohe Masten machen eine Konstruktion über der Fußballgolfanlage möglich. "Zeitgleich können bis zu 132 Personen aktiv sein", erklärte Thomas Körber.

Damit sich der Park von anderen Kletterparks in der Umgebung abhebt, sollen möglichst viele Seilbahnen und Rutschen als Elemente und "Abstiege" entstehen. Als besonderer Adrenalinschub sind zwei See-Überquerungen geplant, sie "sollten unbedingt ermöglicht werden", so Körber. Weiterhin gibt es die Idee, digitale 3D-Erlebnisse zu realisieren.

Kletterspaß für Menschen zwischen sechs und 80 Jahren

Angeboten werden soll der Kletterspaß für Menschen zwischen sechs und 80 Jahren. "Jeder kann ohne Vorkenntnisse diesen Freizeitspaß ausüben", erklärt Körber. Der Investor rechnet mit etwa 30 Gästen pro Tag. Als Zielgruppe hat er "Familien, Schulen, Feriengäste, Vereine und Firmen" im Auge. Der Eintrittspreis für einen dreistündigen Kletterausflug könnte nach heutigem Stand zwischen 20 und 25 Euro liegen.

Der Kletterwald in Sahlenburg bietet einen abwechslungsreichen Hochseilgarten. So könnte es in Otterndorf auch bald aussehen. Archivfoto: Reese-Winne

Was die Netto-Baukosten betrifft, geht Körber von 261.000 Euro aus - deutlich mehr als in den ursprünglichen Plänen. "Wir haben mal mit 70.000 Euro angefangen", berichtet der Investor. Die LAG Hadler Region hat sein Projekt als förderfähig eingestuft und stellt Leader-Mittel in Höhe von rund 170.000 Euro in Aussicht. Das entspricht einer Förderquote von 65 Prozent. Die kommunale Ko-Finanzierung in Höhe von etwa 42.000 Euro teilen sich die Stadt Otterndorf und die Samtgemeinde Land Hadeln.

Fördermittel sind auch für den Bau einer vernünftigen WC-Anlage vorgesehen, die Thomas Körber zusammen mit Andre Hartkens (Südsee-Wassersport) am Otterndorfer See errichten will. Derzeit müssen die Gäste noch auf Dixi-Toiletten ausweichen oder gehen in die Spiel- und Spaßscheune. Neben den Toiletten soll die neue Container-Anlage auch Platz für ein Lager und eine kleine Aussichtsplattform bieten. Wenn alles klappt, werden die neuen stillen Örtchen bereits in der kommenden Saison zur Verfügung stehen.

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Christian Mangels

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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