Schnee und Eis haben das Cuxland weiterhin im Griff - Polizei gibt keine Entwarnung
Die weiße Pracht bestimmte am Freitag das Geschehen im Cuxland. Einen Schritt zur Normalität gab es trotz zum Teil eisiger Temperaturen von unter 15 Grad am Sonnabend und Sonntag. Doch die Folgen des heftigen Schneefalls und Windes wirken nach.
Kreis Cuxhaven. Ein "Jahrhundert-Schneesturm" - wie von einigen Wetterfröschen vorhergesagt - wurde es nicht. Aber die weiße Pracht hatte die Cuxländer am Freitag dennoch sicher im Griff. Einen Schritt zur Normalität gab es trotz zum Teil eisiger Temperaturen von unter 15 Grad am Sonnabend und Sonntag. Doch die Folgen des heftigen Schneefalls und scharfen Windes wirken nach: So fällt auch am Montag, 12. Januar, erneut der Unterricht an den kreiseigenen Schulen im Cuxland aus.
Vor dem angeblichen "Black Friday" wurden Parallelen zur Schneekatastrophe 1978/1979 gezogen. Aber die Ausgangslage damals war eine andere; zu einem Chaos kam es nicht. Das lag - so die Meteorologen - unter anderem auch daran, dass es zumeist über einen längeren Zeitraum "grieselte" und nicht geballt innerhalb weniger Stunden der Schnee fiel und die Landschaft unter sich begrub. Schneestürme mit Windstärke 10 wie im Katastrophenwinter gab es nicht, auch fielen die Minustemperaturen am Freitag noch nicht auf 15 bis 20 Grad. Und doch stellte der vergangene Freitag die Menschen im Norden vor Probleme - auch im Cuxland.

Räumdienste hatten einen schweren Stand
Eine Gefahr war am Freitag unter anderem die Situation auf den Straßen. Schon Tage vorher war die Bevölkerung aufgerufen worden, unnötige Fahrten zu vermeiden. Die Warnung war berechtigt, denn insbesondere auf vielen Straßen im Landgebiet bildeten sich Schneeverwehungen; ein Weiterkommen war nicht möglich. Arbeitnehmer blieben, wenn möglich, zu Hause. Andere arbeiteten dagegen "im Akkord": Das gilt speziell für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei den Räumdiensten, die Straßen und Gehwege freihalten wollten. Das gelang in den meisten Fällen auch, doch es war klar, dass die Teams nicht überall gleichzeitig sein konnten. Auch am Sonnabend und Sonntag waren viele Nebenstraßen und zum Teil auch Bundesstraßen noch nicht komplett von Schnee und Eis befreit.

Wer am Freitag einkaufen gehen wollte, stand nicht nur vor dem Witterungsproblem, denn in vielen Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften hatte es am Tag zuvor bereits einen "Kaufrausch" gegeben, sodass die Regale einige Lücken aufwiesen. Absolute Mangelware waren auch Schneeschaufeln und Streusalz: "Ausverkauft"-Schilder sah man nicht nur vor einzelnen Geschäften.

Unterricht fällt erneut aus
Bereits am Freitag hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler einen ungeplanten freien Tag, denn der Unterricht war abgesagt worden. In den Kitas gab es Notbetreuungen. Am Sonntag folgte dann ein "Nachschlag" vom Landkreis: "Aufgrund der angekündigten Wetterlage und der erwartungsgemäß erschwerten Straßen- und Wegesituation fällt der Unterricht an allen Förderschulen, allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im Landkreis Cuxhaven und der Stadt Cuxhaven, einschließlich des Kreisgymnasiums Wesermünde, am Montag (12. Januar) aus. Davon ausgenommen sind die Berufsbildenden Schulen Cuxhaven. Diese führen Distanzunterricht durch."

Viele der für Freitag und auch Sonnabend geplanten Veranstaltungen und Vereinsversammlungen waren vorsorglich abgesagt worden. Das galt auch für zahlreiche Tannenbaum-Sammelaktionen im Cuxland. Nach langem Abwarten, wie sich das Wetter entwickelt, hatten sich unter anderem die Jugendfeuerwehren Althemmoor, Westersode, Warstade, Osten und Hechthausen in der Samtgemeinde Hemmoor sowie weitere Feuerwehren aus Belum, Neuhaus, Wanna und Osterbruch zur Absage entschlossen.

Polizei gibt keine Entwarnung
Gibt es jetzt Entwarnung? Aus Sicht der Polizei nur bedingt: Ab Montagmorgen sollen die Temperaturen zwar in den Plusbereich übergehen. Daher könne es hier dann aber zu Schnee- und später Regenfällen kommen: "Aufgrund der eiskalten Straßen drohen überfrierende Nässe und damit extrem glatte Straßen. Daher appellieren wir genau wie am vergangenen Donnerstag und Freitag: Bitte vermeiden Sie unnötige Fahrten. Wenn Sie unterwegs sein müssen, beachten Sie die klassischen Sicherheitstipps", hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme der Polizei.



