Auch in Otterndorf waren am Sonnabend zahlreiche Räumfahrzeuge im Einsatz, um den Schnee von der Fahrbahn zu schieben. Foto: Schröder
Auch in Otterndorf waren am Sonnabend zahlreiche Räumfahrzeuge im Einsatz, um den Schnee von der Fahrbahn zu schieben. Foto: Schröder
Trotz Entspannung der Wetterlage

Schnee und Eis haben das Cuxland weiterhin im Griff - Polizei gibt keine Entwarnung

von Egbert Schröder | 11.01.2026

Die weiße Pracht bestimmte am Freitag das Geschehen im Cuxland. Einen Schritt zur Normalität gab es trotz zum Teil eisiger Temperaturen von unter 15 Grad am Sonnabend und Sonntag. Doch die Folgen des heftigen Schneefalls und Windes  wirken nach.

Kreis Cuxhaven. Ein "Jahrhundert-Schneesturm" - wie von einigen Wetterfröschen vorhergesagt - wurde es nicht. Aber die weiße Pracht hatte die Cuxländer am Freitag dennoch sicher im Griff. Einen Schritt zur Normalität gab es trotz zum Teil eisiger Temperaturen von unter 15 Grad am Sonnabend und Sonntag. Doch die Folgen des heftigen Schneefalls und scharfen Windes wirken nach: So fällt auch am Montag, 12. Januar, erneut der Unterricht an den kreiseigenen Schulen im Cuxland aus.

Vor dem angeblichen "Black Friday" wurden Parallelen zur Schneekatastrophe 1978/1979 gezogen. Aber die Ausgangslage damals war eine andere; zu einem Chaos kam es nicht. Das lag - so die Meteorologen - unter anderem auch daran, dass es zumeist über einen längeren Zeitraum "grieselte" und nicht geballt innerhalb weniger Stunden der Schnee fiel und die Landschaft unter sich begrub. Schneestürme mit Windstärke 10 wie im Katastrophenwinter gab es nicht, auch fielen die Minustemperaturen am Freitag noch nicht auf 15 bis 20 Grad. Und doch stellte der vergangene Freitag die Menschen im Norden vor Probleme - auch im Cuxland.

Auch am Sonnabend waren angesichts der großen Schneemengen noch nicht alle Hauptstraßen im Cuxland - unser Foto zeigt die B 495 bei Lamstedt - komplett geräumt. Vorsicht war angesagt. Foto: Schröder

Räumdienste hatten einen schweren Stand

Eine Gefahr war am Freitag unter anderem die Situation auf den Straßen. Schon Tage vorher war die Bevölkerung aufgerufen worden, unnötige Fahrten zu vermeiden. Die Warnung war berechtigt, denn insbesondere auf vielen Straßen im Landgebiet bildeten sich Schneeverwehungen; ein Weiterkommen war nicht möglich. Arbeitnehmer blieben, wenn möglich, zu Hause. Andere arbeiteten dagegen "im Akkord": Das gilt speziell für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei den Räumdiensten, die Straßen und Gehwege freihalten wollten. Das gelang in den meisten Fällen auch, doch es war klar, dass die Teams nicht überall gleichzeitig sein konnten. Auch am Sonnabend und Sonntag waren viele Nebenstraßen und zum Teil auch Bundesstraßen noch nicht komplett von Schnee und Eis befreit.

Norddeutsches "Hochgebirge": Auf dem Weg zum Otterndorfer Deich musste die Fahrbahn am Sonnabendmorgen geräumt werden, denn dort gab es seit Freitag kaum noch ein Durchkommen. Foto: Schröder

Wer am Freitag einkaufen gehen wollte, stand nicht nur vor dem Witterungsproblem, denn in vielen Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften hatte es am Tag zuvor bereits einen "Kaufrausch" gegeben, sodass die Regale einige Lücken aufwiesen. Absolute Mangelware waren auch Schneeschaufeln und Streusalz: "Ausverkauft"-Schilder sah man nicht nur vor einzelnen Geschäften.

Sonntagmorgen zwischen Ihlienworth und Odisheim ... Foto: Schröder

Unterricht fällt erneut aus

Bereits am Freitag hatten zahlreiche Schülerinnen und Schüler einen ungeplanten freien Tag, denn der Unterricht war abgesagt worden. In den Kitas gab es Notbetreuungen. Am Sonntag folgte dann ein "Nachschlag" vom Landkreis: "Aufgrund der angekündigten Wetterlage und der erwartungsgemäß erschwerten Straßen- und Wegesituation fällt der Unterricht an allen Förderschulen, allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im Landkreis Cuxhaven und der Stadt Cuxhaven, einschließlich des Kreisgymnasiums Wesermünde, am Montag (12. Januar) aus. Davon ausgenommen sind die Berufsbildenden Schulen Cuxhaven. Diese führen Distanzunterricht durch."

Der Tag danach: Am Sonnabend nutzten viele Familien nach dem heftigen Wind und Schneefall einen Tag zuvor den Otterndorfer als Ausflugsziel, um zu rodeln. Foto: Schröder

Viele der für Freitag und auch Sonnabend geplanten Veranstaltungen und Vereinsversammlungen waren vorsorglich abgesagt worden. Das galt auch für zahlreiche Tannenbaum-Sammelaktionen im Cuxland. Nach langem Abwarten, wie sich das Wetter entwickelt, hatten sich unter anderem die Jugendfeuerwehren Althemmoor, Westersode, Warstade, Osten und Hechthausen in der Samtgemeinde Hemmoor sowie weitere Feuerwehren aus Belum, Neuhaus, Wanna und Osterbruch zur Absage entschlossen.

Zahlreiche Enten hatten es sich am Sonnabend zwischen Odisheim und Ihlienworth auf und am Rande einer Eisdecke am Hadelner Kanal gemütlich gemacht. Foto: Schröder

Polizei gibt keine Entwarnung

Gibt es jetzt Entwarnung? Aus Sicht der Polizei nur bedingt: Ab Montagmorgen sollen die Temperaturen zwar in den Plusbereich übergehen. Daher könne es hier dann aber zu Schnee- und später Regenfällen kommen: "Aufgrund der eiskalten Straßen drohen überfrierende Nässe und damit extrem glatte Straßen. Daher appellieren wir genau wie am vergangenen Donnerstag und Freitag: Bitte vermeiden Sie unnötige Fahrten. Wenn Sie unterwegs sein müssen, beachten Sie die klassischen Sicherheitstipps", hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme der Polizei.

Kein Schiffsverkehr möglich auf dem Hadelner Kanal ... Foto: Schröder
Ein Blick in die Wingst: Am Sonntagmorgen wurde die klare Sicht durch Nebelschwaden getrübt. Foto: Schröder
Wer's nicht selbst merkte, wurde darauf hingewiesen: Die Gefahr von Schneeverwehungen bestand insbesondere am Freitag (unser Foto zeigt ein Warnschild auf der B 73 in Otterndorf). Foto: Schröder
Die schönen Seiten des Winters: - das Foto wurde in Ihlienworth aufgenommen. Foto: Schröder

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Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

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