Baustelle der Superlative: Eine Million Tonnen Splitt kommen per Schiff nach Cuxhaven
Die neue Cuxport-Logistikfläche ist fertig und im Februar geht es weiter mit dem Bau der Liegeplätze 5-7. Nachdem am Montag, 30. Dezember, 26.000 Tonnen Splitt in Cuxhaven angeliefert wurden, ist noch eine weitere Großbaustelle eröffnet worden.
Der Hafen wächst rasant: Angefangen hat es mit dem Bau der neuen Cuxport-Logistikfläche. Im Februar geht es weiter mit dem Bau der neuen Kaimauer im Alten Fischereihafen und den Liegeplätzen 5-7. Nachdem am Montag 26.000 Tonnen Splitt in Cuxhaven angeliefert wurden, ist noch eine weitere Baustelle der Superlative eröffnet worden.
Mit der Vertragsunterzeichnung durch den Geschäftsführer von Titan Wind Energy (Germany), Heiko Mützelberg, und den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Schwerlast Titan Wind, bestehend aus Jörg Freimuth, Geschäftsführer der Firma Bodo Freimuth aus Bülkau, und Jos van der Meer, Geschäftsführer vom Mibau Baustoffhandel, wurde die Fertigstellung eines Schwerlastlagers auf einer Fläche von 31 Hektar besiegelt. Die Entscheidung wurde von allen Beteiligten als Meilenstein gefeiert.
Der Splitt kommt aus Jesla in Norwegen
Das entstehende Freilager zwischen Titan und Siemens Gamesa an der Baumrönne dient künftig der Annahme, Lagerung und dem Umschlag von Maschinenteilen aller Größen für Offshore-Windenergieanlagen. Es hat eine Gesamtkapazität von etwa 135 Monopiles (Fundamentform für Offshore-Windenergieanlagen). Das entspricht in etwa der maximalen Jahresgesamtproduktion des Titan-Werks. Die Produktion der Monopiles erfolgt in den angrenzenden Hallen. Der Transport zum Lagerplatz und zum Verladen auf das Schiff erfolgt mit Spezialfahrzeugen. Unter anderem können zukünftig die neuen Liegeplätze 5-7 dafür genutzt werden, deren Bau im Februar beginnt.
Jetzt, wo der Bau der Fläche beginnen soll, muss Material auf die Baustelle und das ist eine echte Herausforderung. In den kommenden Monaten werden per Schiff bis zu 1.000.000 Tonnen Splitt für die Schottertragschicht angeliefert, die dann von der Firma Bodo Freimuth verarbeitet werden sollen. Den Anfang machte am Montag der Massengutfrachter "Bulknes" mit den ersten 26.000 Tonnen.

Eigentlich sollte der Splitt möglichst nahe an der Baustelle angeliefert werden, doch bei der ersten Lieferung musste wegen der schlechten Wetterbedingungen umgeplant werden - so wurde am Lübbertkai vor den Hapag-Hallen entladen. "Das soll aber kein Dauerzustand werden", betonte Jos van der Meer. Für das Festmachen an der Schrägwand am Liegeplatz 8 im Deutschen Offshore-Industrie-Zentrum (LP8) gibt es eine Sondergenehmigung. Es handelt sich um eine Strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung, die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe Nordsee erteilt hat. Sie ist unter anderem nötig, weil das Heck des 175 Meter langen Schiffes über die Mole hinaus in die Elbe ragt.
Heimspiel für den Cuxhavener Kapitän
Voraussetzung ist, dass während der Liegezeit ständig ein Lotse an Bord ist und drei Schlepper das Anlegemanöver begleiten. Auch während des Aufenthaltes müssen zwei Schlepper jederzeit einsatzbereit sein.
Das Schiff darf einen Tiefgang von 9,50 Meter nicht überschreiten und nur bei Stauwasser festmachen. Stauwasser ist die Zeit zwischen Ebbe und Flut, in der der Wasserstand unverändert bleibt. Außerdem darf das Manöver nur bei Windstärken bis 6 Beaufort und guter Sicht durchgeführt werden, weshalb am Montag ein anderer Liegeplatz gewählt worden war.
Das klingt aufwendig, aber der Vorteil des kurzen Weges zur Baustelle überwiegt. Tausende von LKWs müssten sonst durch den Hafen rollen, um das Material von A nach B zu bringen. In der kommenden Woche wird die "Bulknes" voraussichtlich zum ersten Mal an dem dafür vorgesehenen Platz festmachen. Ein Heimspiel für den Cuxhavener Kapitän Jan Homann. Er wird in den kommenden Wochen die ersten Anläufe durchführen.
