Der erste Rammschlag ertönt: Im Deutschen Offshore-Industriezentrum Cuxhaven hat am Donnerstag der Bau von drei neuen Liegeplätzen begonnen. Foto: Larschow
Der erste Rammschlag ertönt: Im Deutschen Offshore-Industriezentrum Cuxhaven hat am Donnerstag der Bau von drei neuen Liegeplätzen begonnen. Foto: Larschow
Bau der Liegeplätze 5-7

"Wunder von Cuxhaven geht weiter": Ohne diese Unternehmen hätte es nicht geklappt

von Tim Larschow | 06.02.2025

Es ist früh am Morgen, über dem Hafen liegt eine gespannte Stille. Noch wirkt das Szenario unscheinbar, doch in den nächsten Wochen entsteht eine gewaltige  Baustelle. 100 Millionen Euro investieren Cuxhavener Unternehmen. Das sind die Konzessionäre.

Blue Water Breb und Cuxport haben gemeinsam die letzten noch benötigten 100 Millionen Euro für den Bau der neuen Liegeplätze beigesteuert. Die beiden Konzessionäre für den Betrieb der Liegeplätze 5-7, die im Rahmen der Ausschreibung gefunden wurden, sind beide seit Langem ein wichtiger Teil der Cuxhavener Hafenwirtschaft.

"Wir sehen den Bedarf unserer Kunden auch mit festen Zahlen bis Ende des Jahrzehnts, unter anderem im Onshore-Bereich. Gleichzeitig drängen parallel die Developer der Offshorewindfarmen in den Markt mit neuen Projekten. Von Kundenseite gibt es ganz stark das Bedürfnis nach Flächen. Es war also eine rein kaufmännische Entscheidung", sagt Kapitän Arne Ehlers, Blue Water Breb-Geschäftsführer und neuer Vorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft (HWG).

Kapitän Arne Ehlers, Blue Water Breb-Geschäftsführer und neuer Vorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft, beim ersten Rammschlag. Foto: Larschow

Der Hafen braucht einen gesunden Ladungsmix

"Aus der Cuxport-Perspektive konnten wir seit 1997 eine gedeihliche Entwicklung des Hafens beobachten. Was den Bau der Liegeplätze angeht, haben wir viele Chancen gesehen, die sich unter anderem durch die erneuerbaren Energien ergeben. Wir glauben, dass wir in Cuxhaven auch in den nächsten Jahrzehnten vernünftig Hafenumschlag betreiben können. Dabei verfolgen wir auch weiterhin unseren Multi-Purpose-Ansatz. Wir setzen nicht nur auf ein Umschlaggut, sondern viele, um resilient und breit aufgestellt zu sein. Cuxhaven braucht einen gesunden Ladungsmix", so Michael de Reese, Leiter der Rhenus-Division Port Logistics. 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) begleitete den Baubeginn der neuen Liegeplätze in Cuxhaven. Foto: Larschow

Aufgabe des Hafenbetreibers Niedersachsen Ports war und ist es, das klassische Hafenumschlagsgeschäft sicherzustellen. Das bedeutet, dass als Konzessionäre der Hafenflächen nur Terminalbetreiber in Frage kamen, die über einen Zeitraum von 30 Jahren und mehr sicherstellen, dass auf den neuen Flächen auch Umschlag stattfindet. 

Noch wirkt das Szenario unscheinbar, doch in den kommenden Monaten entsteht eine gewaltige Baustelle. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Foto: Larschow

"Diese Dimensionen hat es bisher nicht gegeben"

"Ohne die lokale Wirtschaft und ihre Kraft und Entschlossenheit hätte es nicht funktioniert. Es ist ein starkes Bekenntnis zur Energiewende. Gemeinsam gehen wir den Weg mit Bereitschaft zum Risiko und viel Mut", sagt Niedersachsen Ports Geschäftsführer Holger Banik. "Die Vorauszahlung der Unternehmen an uns ist ein Weg, den wir erstmalig gehen - und das aus Überzeugung, dass wir hier eine gute Zukunft haben werden", so der Hafenchef.

Oberbürgermeister Uwe Santjer ging noch weiter: "Dass die Privatwirtschaft dieses Risiko eingeht und 100 Millionen für die Hafenerweiterung gibt, hat es in diesen Dimensionen in Deutschland bisher nicht gegeben. Das Wunder von Cuxhaven geht weiter", fasste es Santjer am Ende seiner Rede etwas pathetisch, doch passend zusammen. 

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tlarschow@no-spamcuxonline.de

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