Dorfgemeinschaftshaus in Lamstedt: Unfall überschattet den Neubau
LAMSTEDT. Beim Neubau der Mehrzweckanlage in Lamstedt-Nindorf ist bislang (leider) nicht alles nach Plan gelaufen.
Dort, wo noch Ende vergangenen Jahres die "Ohle Dörpschool" stand, ist mittlerweile nur noch eine Fläche für die Fundamentplatte des Neubaus zu sehen. Rund 1,2 Millionen Euro werden in das Projekt in Lamstedt-Nindorf investiert, bei dem auch die Bürgerinnen und Bürger sich mit Eigenleistungen einbringen. Umso tragischer, dass sich ein aktiver Ehrenamtlicher bei den Abrissarbeiten schwere Verletzungen zugezogen hat.
Bürgermeister Manfred Knust erinnert sich eigentlich gerne noch an den Termin am 28. Oktober vergangenen Jahres, als in Nindorf ein Förderbescheid über bis zu 500.000 Euro aus dem sogenannten "ZILE"-Programm der EU überreicht wurde, ohne den das Projekt nicht hätte umgesetzt werden können.
Marodes Gebäude
Das alte Gebäude, in dem sich insbesondere die örtlichen Vereine trafen, war marode; eine benachbarte Gaststätte hatte den Betrieb eingestellt. Ein Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger, für Organisationen oder Veranstaltungsort? Fehlanzeige.
Also wurde die Idee einer neuen Mehrzweckanlage entwickelt. Nach dem Abriss des alten Gebäudes soll dort im Laufe des Jahres der Ersatzbau entstehen. Ob dieser Zeitplan, bei dem es auch um die Gewährung der Fördermittel geht, eingehalten werden kann? "Das müssen wir sehen", sagt Bürgermeister Knust. Möglicherweise müsse man auch noch eine Verlängerung beantragen.
Bevölkerung packt mit an
Ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung des Vorhabens ist die Bereitschaft aus den Reihen der Bevölkerung, sich mit sogenannten "Eigenleistungen" einzubringen und selbst bestimmte Arbeiten zu übernehmen.
Diese Arbeit wird dann finanziell in die Kalkulation eingebracht und verringert das Investitionsvolumen für die Kommune. Gerade in der Börde Lamstedt ist das System der Eigenleistungen weit verbreitet.
Umso bedauerlicher war ein tragischer Zwischenfall während der Abrissarbeiten des alten Gebäudes, bei denen ein Mann schwer verletzt wurde und noch weiterhin im Krankenhaus behandelt wird. Knust hat seit dem Unfall mehrfach mit ihm gesprochen.
Verunfallten nicht allein lassen
Rein versicherungstechnisch - so Knust - lasse man die ehrenamtlich Tätigen bei solchen Unfällen nicht alleine, sondern sie seien durch die Unfallversicherung der Kommune abgedeckt.
Dies lindere natürlich nicht das persönliche Leid eines Betroffenen, doch niemand bleibe bei der Erbringung von Eigenleistung auf sich allein gestellt. Von dem schwerverletzten Mann habe es auch keine Vorwürfe in irgendeine Richtung gegeben: "Er macht niemandem einen Vorwurf für das Unglück, sondern möchte vielmehr, dass die Bürgerinnen und Bürger sich auch weiterhin für das Projekt engagieren."