Finanzamt Cuxhaven: Corona sorgt für weniger Steuereinnahmen
CUXHAVEN. Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkung auf die Steuereinnahmen des Finanzamtes Stadt Cuxhaven und Altkreis Land Hadeln. Manches verwundert die Fachleute nicht sonderlich.
"Lohnsteuer, Einkommenssteuer, Kapitalertragssteuer sowie die Körperschaftssteuer haben sich von 2019 zu 2020 verringert", berichtet Regierungsdirektor Volker Poeschel.
Kurzarbeit sorgt für weniger Einnahmen
Der Amtsleiter liefert dafür auch Erklärungen: "Viele Arbeitnehmer gingen in die Kurzarbeit. Arbeitsstellen wurden gekündigt. Unternehmen investierten in der unsicheren Zeit weniger. Corona hat bei diesen Steuereinnahmen eine deutliche Bremsspur hinterlassen." Anders hat sich die Steuerlast bei der Umsatzsteuer und der Grunderwerbssteuer abgezeichnet. "Es gab Branchen, die in der Pandemie einen Umsatzanstieg hatten. Beispielsweise Handwerksbetriebe oder Baumärkte", erläutert der Ständige Vertreter Oberregierungsrat Cord Heinsohn.
Immobilienpreise gestiegen
Die Grunderwerbssteuer stieg um mehr als 20 Prozent. Zwei Gründe seien dafür zu verzeichnen: Zum einen wurde in das sogenannte Betongold investiert, das heißt, Wohneigentum als Investition gekauft, zum anderen sind die Preise für Immobilien deutlich angestiegen, somit auch die mit 5,5 Prozent fällige Grunderwerbssteuer.
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32 000 Steuererklärungen
Das Steueraufkommen in der Stadt Cuxhaven und dem Altkreis Land Hadeln betrug im Jahr 2020 rund 314 Millionen Euro. Alleine 32 000 Einkommenssteuererklärungen waren von den 131 Beschäftigten zu bearbeiten. "Die Arbeitsbelastung ist durch die vielen Anträge auf Stundung und der Herabsetzung von Steuervorauszahlungen erheblich höher gewesen", sagt Pöschel. Ein vereinfachtes Verfahren wäre zur Unterstützung in der Pandemie vom Land Niedersachsen eingeführt worden.
Auszubildende gesucht
"Wir sind ein starkes Team, das gut und gerne zusammenarbeitet. Das hat uns durch diese Zeit gebracht", lobt Cord Heinsohn die Beschäftigten. Wer zu diesem Team dazustoßen möchte, hat nun die Möglichkeit. Sieben freie Ausbildungsstellen gibt es noch für nächstes Jahr - vier zum Finanzwirt und drei zum Diplom-Finanzwirt. Nach erfolgreichem Abschluss wartet auf die Absolventen eine sichere Perspektive. "Wir übernehmen alle", verspricht Heinsohn.
Neue Perspektive auf die Zahlen
Eine, die inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr zur Finanzwirtin ist, ist die 17-jährige Amelie Böhnke. Sie fühlt sich im Cuxhavener Finanzamt sehr wohl: "Ich habe ein Praktikum gemacht und mich dann für diese Ausbildung entschieden. Es ist überhaupt nicht langweilig. Man sieht, was hinter den Steuern - also den Zahlen - steht. Es ist eine neue Perspektive."
Auch die Ausbildungsvergütung von rund 1200 beziehungsweise 1400 Euro kann sich sehen lassen.
Für die Ausbildung im mittleren Dienst ist die Voraussetzung ein Realschulabschluss, für den gehobenen Dienst das Abitur. Die Bewerbungsfrist für den 1. August 2022 endet am 31. Oktober. (df)